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Bildung

02.05.2019

Friedbergerin erfolgreich bei "Jugend forscht"

Zoe Prillwitz aus Friedberg hat die Jury mit einem Waschbecken-Filter für Mikroplastik beeindruckt. Er verhindert, dass Plastik in das Abwasser gelangt, und schützt damit die Umwelt.
Bild: BMW Group

Schüler aus dem Landkreis Aichach-Friedberg haben dieses Jahr wieder bei „Jugend forscht“mitgemacht und sogar Preise gewonnen. Sie berichten von ihren Projekten.

Auf ihrem T-Shirt steht „Stop Micro Waste“: Mikro-Abfall stoppen. Daneben bunte Fische. Zoe Prillwitz aus Friedberg lächelt in die Kamera und präsentiert dem Fotografen ihr Werk. Sie ist stolz auf den Filter fürs Waschbecken. Mit ihm lässt sich Mikroplastik filtern, etwa aus Zahnpasta. Zoe hat den Filter der Umwelt zuliebe entwickelt, damit weniger Plastik in das Abwasser gelangt. Mit ihrem Projekt hat sie den Augsburger Regionalwettbewerb von „ Jugend forscht“ gewonnen und wurde Zweite auf Landesebene. Ihren Preis hat der Verein Deutscher Ingenieure gestiftet.

Friedbergerin gewinnt: "Jugend forscht" gibt es in zwei Altersklassen

„Jugend forscht“ findet dieses Jahr zum 54. Mal statt. „Frag dich!“ ist das Motto. Dinge kritisch betrachten, Probleme erkennen, eigenständig Lösungsansätze entwickeln, Visionen verwirklichen. Der Wettbewerb bietet Jugendlichen in Deutschland zwischen zehn und 20 Jahren den passenden Rahmen, zu forschen. Er ist unterteilt in zwei Altersgruppen: in „Schüler experimentieren“ für zehn- bis 15-Jährige und in „Jugend forscht“ für 15- bis 20-Jährige. Die Jugendlichen haben Gelegenheit, sich mit anderen Schülern auszutauschen und vor allem – Neues zu lernen. Monika Christl, Leiterin des Landeswettbewerbs Bayern von „Jugend forscht“ sagt: „Es gibt bei dem Wettbewerb viel zu erleben. Man kann Netzwerke knüpfen und seinen Horizont erweitern.“

Die Schüler sollen sich ausprobieren, eigenen Ideen nachgehen, kreativ sein und ein Projekt zum Abschluss bringen. Für sie als Wettbewerbsleiterin sei es immer wieder toll, viele Teilnehmer und Projekte kennenzulernen. Die Inhalte gingen oft erheblich über das Schulwissen hinaus und seien am Puls der aktuellen Forschung. Die Projekte werden ins sieben Fachgebiete eingeordnet: Technik, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie Informatik, Geo- und Raumwissenschaften oder Arbeitswelt.

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Der Landeswettbewerb ist die nächste Ebene für die Gewinner des Regionalwettbewerbs. Bei „Schüler experimentieren“ endet die Teilnahme nach dem Landeswettbewerb. Bei „Jugend forscht“ geht es für die Gewinner des Landeswettbewerbs in den Bundeswettbewerb. Auf dieser Ebene gibt es Preise, die mit bis zu 3000 Euro dotiert sind. Hinzu kommen Forschungspraktika und Sonderpreise.

Friedbergerin entwickelt für "Jugend forscht" Mikroplastikfilter

Zoe Prillwitz ist zwölf Jahre alt und geht in die siebte Klasse des Maria-Ward-Gymnasiums in Augsburg. Für sie hat sich die Arbeit gelohnt, und das nicht nur wegen ihrer guten Platzierungen. „Ich durfte so viele tolle Menschen und interessante Projekte kennenlernen“, sagt sie. „Ich habe viel Neues gelernt und ganz andere Denkansätze gefasst.“

Sowohl auf Landes- wie auch auf Regionalebene hat sie für ihr Projekt den Sonderpreis für Umwelttechnik gewonnen. Ihr mehrstufiger Mikroplastikfilter besteht aus 3-D-gedruckten Filterkörbchen, ausgestattet mit immer feiner werdenden Filtergazen. Das sind kleine Kreise aus Filtergewebe. So kann das in Gesichtspeelings und Zahnpastas enthaltene Mikroplastik in Form von Reibepartikeln und Glitzer zurückgehalten werden und gelangt nicht über das Abwasser in die Umwelt.

Denn Kläranlagen halten diese mikroskopisch kleinen Partikel nicht, sodass Fische oder Muscheln die winzigen Plastikpartikel mit Nahrung verwechseln oder in ihr Gewebe aufnehmen und daran teilweise sterben.

Zoe musste auch eine schriftliche Arbeit verfassen und das Projekt in Dingolfing beim Landeswettbewerb von „Schüler experimentieren“ präsentieren. Dort hat sie drei Tage verbracht und ihr Projekt an einem Stand ausgestellt. Es war eine Art Messe, die der Öffentlichkeit zugänglich war. „Ich habe bei allem viel über mich selbst gelernt“, sagt Zoe. „Wichtig ist es vor allem, dranzubleiben, aus Problemen zu lernen und zu versuchen, sie zu lösen.“

Weitere Teilnehmerin aus Friedberg bei "Jugend forscht"

Auch die 14-jährige Amelie Huber aus Friedberg-Harthausen hat durch ihre Teilnahme an „Jugend forscht“ neue Erfahrungen gesammelt. „Ich habe gelernt, mir selbst mehr zuzutrauen“, sagt sie. „Und wenn man zielorientiert an einer Sache dranbleibt, kann man auch viel Erfolg haben.“

Besonders Spaß an „Jugend forscht“ hat ihr bereitet, sich außerhalb der Schulzeit intensiv mit einem Projekt zu beschäftigen. Zusammen mit Emma Sessing und Anna Schmidt hat die Neuntklässlerin den Regionalsieg in Augsburg im Fachgebiet Physik geholt und beim Landeswettbewerb einen Sonderpreis gewonnen.

Über die Preisvergabe bei den Wettbewerben entscheidet eine Jury, die je nach Fachgebiet aus drei bis vier Fachleuten besteht und die bis zu 15-seitigen Arbeiten begutachtet. Bundesweit teilgenommen haben dieses Jahr 12150 Jugendliche. Nicht immer müssen Platzierungen vergeben werden. So kann es vorkommen, dass es in einem Arbeitsgebiet keinen Regionalsieger gibt, der für seine Region zum Landeswettbewerb reist. Auch können sich mehrere Projekte eine Platzierung teilen.

Mehr Jungen als Mädchen machen bei "Jugend forscht" mit

Bei „Jugend forscht“ lernen auch Jurymitglieder dazu. Hermine Hitzler, Jurorin im Fachgebiet Technik beim Landeswettbewerb Bayern sagt: „Ich bin immer neugierig, was die Jugendlichen bewegt und der Meinung, dass wir junge Menschen unterstützen und motivieren müssen.“ Die Netzwerke, die die Jugendlichen bei „Jugend forscht“ knüpfen könnten, seien unschätzbar wertvoll. Hitzler zeigt sich außerdem sehr erfreut, dass Nachhaltigkeitsthemen immer wichtiger werden. Und, dass viele Mädchen mitmachen. In diesem Jahr lag der Anteil bei 38,6 Prozent."

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