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Osttangente

11.10.2016

Grünen-Abgeordnete sieht keinen Stau

Für Valerie Wilms gibt es allenfalls die Notwendigkeit einer Umgehung für Kissing. Den Gegnern macht sie Hoffnung

An einem runden Tisch sollen die weiteren Planungen und Alternativen zur Ostumgehung mit allen Beteiligten ergebnisoffen besprochen werden. Diese Empfehlung gab Valerie Wilms, Obfrau von Bündnis 90/Die Grünen bei einem Besuch in Friedberg. Rund 200 Zuhörer waren zur Veranstaltung des Aktionsbündnisses Keine Osttangente in den Zieglerbräusaal gekommen, wo Wilms Kritik an den Festlegungen des Bundesverkehrswegeplans übte. „Viele lokalpolitische Größen glauben, dass sie ihre Lieblingsprojekte in Gestalt einer Wünsch-dir-was-Liste über den Bund finanzieren können und dieser dann nur noch seine goldene Kreditkarte zückt. Besonders Trickreiche versuchen, mehrere geplante Ortsumfahrungen zu verbinden, damit das dann als Bundesstraße vom Bund finanziert wird“, sagte die Abgeordnete aus Schleswig-Holstein. Der Bundesverkehrswegeplan werde damit seiner Aufgabe nicht gerecht: „Statt in den dringend erforderlichen Erhalt der von allen Bürgerinnen und Bürgern bezahlten Infrastruktur sowie in die europäischen Transitwege zu investieren, werden die Wunschprojekte von Lokalpolitikern bedient, die sich gerne ein Denkmal setzen wollen.“ Zuvor hatte Wilms die geplante Trasse besichtigt. Auf der Fahrt über die B17 von Augsburg, auf der B2 in Kissing und an der AIC25 bei Friedberg, mitten im freitäglichen Berufsverkehr, kommentierte sie: „Ich sehe keinen Stau, da sieht es doch woanders viel, viel schlimmer aus.“ Aus ihrer Sicht ist eine neue überregionale Bundesstraße jedenfalls keine Lösung für lärmgeplagte Anwohner. Bei allem Verständnis sehe sie allenfalls die Notwendigkeit für die B-2-Anlieger in Kissing, eine Lösung in Form einer Umgehungsstraße zu finden. Alles andere könne man durch vernünftige Alternativen lösen.

Sie sagte aber auch deutlich, dass es angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag unwahrscheinlich sei, dass die Osttangente gestrichen wird. Gleichzeitig machte sie den Gegnern Hoffnung, denn jetzt müssten die Baubehörden in die Planungsphase eintreten, und das könne aufgrund des großen Widerstandes in der Bevölkerung sehr lange dauern.

Auch müsste die Bayerische Staatsregierung viel Geld für die Planungskosten in die Hand nehmen. Dies sind erfahrungsgemäß bis zu 18 Prozent der Investitionskosten, also circa 36 Millionen Euro. Davon übernehme der Bund lediglich drei Prozent.

Stephan Kreppold, Co-Sprecher des Aktionsbündnisses, sagte, mit diesen 30 Millionen sei eine vernünftige Lösung für Kissing und Friedberg zu finanzieren, sogar mit Tunnel.

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