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Natur Aichach-Friedberg

28.08.2017

Naturjuwelen im Paartal

Männchen der Grünen Keiljungfer im Paartal bei Friedberg. Von Jagdwarten aus starten die Libellen und verteidigen ihren Hoheitsraum über dem Gewässer und den ufernahen Zonen.
Bild: Gerhard Mayer

Das europäische Netzwerk „Natura 2000“ besteht seit 25 Jahren. Es schützt auch wertvolle Areale im Landkreis Aichach-Friedberg. Allerdings gibt es Probleme.

Das Paartal ist eine ökologisch besonders geschützte Region. Aufgewertet wurde es durch die sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Seltene Tiere und Pflanzen auf einer 110 Kilometer langen Flussstrecke zwischen Manching im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm und südlich Merching im Kreis Aichach-Friedberg rückten dadurch in den Fokus. Ein Jubiläum bietet Anlass zu einer Bilanz.

Am 22. Juli 1992 veröffentlichte die Europäische Gemeinschaft in ihrem Amtsblatt die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie genannt, zum Erhalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen. Angestrebt wurde ein Netzwerk mit der Bezeichnung „Natura 2000“. Der dazu gehörende Anhang II nannte die zu schützenden Arten. Es sollten allerdings noch zwölf Jahre ins Land gehen, bis 2004/2005 der bayerische Gebietsvorschlag gemeldet und in die EU-Gebietsliste aufgenommen wurde. Dazu zählte das Paartal.

Die Grüne Keiljungfer hat besondere Bedürfnisse

Im Anhang II der FFH-Richtlinie sind für das Paartal bei den Säugetieren der Biber, unter den Schmetterlingen der Dunkle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling und bei den Libellen die Grüne Keiljungfer genannt. Letztere hat laut Atlaswerk „Libellen in Bayern“ im Paartal einen Schwerpunkt in Südbayern. In der Roten Liste der gefährdeten Tiere besitzt die Grüne Keiljungfer den Status 2 (stark gefährdet).

Die Grüne Keiljungfer besiedelt nur saubere Fließgewässer. Daher ist es sinnvoll, ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten, weil dies auch dem Schutz unserer Gewässer dient. Das Zauberwort heißt „Pufferstreifen“. Im Freistaat Bayern versucht man, die Ziele von „Natura 2000“ auf dem Weg der Freiwilligkeit und der Kooperation umzusetzen.

Pufferstreifen für Gewässer vorgesehen

Der Managementplan der Regierungen von Oberbayern und Schwaben vom Februar 2016 sieht für die Anlage und Pflege von Pufferstreifen an Gewässern einen Abstand von zehn Metern zum Gewässerrand vor. Dass sich die Freiwilligkeit mit Verzicht auf Gülle, Kunstdünger und anderen chemischen Produkten noch nicht überall herumgesprochen hat, ist auch an den Ufern der Paar festzustellen.

Der Managementplan für „Natura 2000“ bietet Landwirten eine Lösung an, um die natürliche Entwicklung der Paar und die mäandrierende Dynamik bei den regelmäßigen Hochwassern zu gewährleisten. Mit einem Verkauf von Pufferstreifen an die Wasserwirtschaftsämter Donauwörth und Ingolstadt können Bauern die Verantwortung für den Schutz der Gewässer an den Freistaat Bayern abtreten. Die Nährstoffeinträge könnten reduziert sowie Maschinenschäden an ufernahen Biberbauten vermieden werden.

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