Newsticker

Bayern beschließt 250 Euro Bußgeld für falsche Namensangaben in Corona-Listen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Rodungsarbeiten für Sandgrube eingestellt

Kissing/Pfaffenhofen

08.07.2010

Rodungsarbeiten für Sandgrube eingestellt

Der Bagger der Kissinger Firma Häfele steht zurzeit still, weil das Landratsamt Dachau es will. Der Abbau von Sand im Freienrieder Forst bei Oberumbach wurde eingestellt. Foto: Manfred Sailer
Bild: Manfred Sailer

Der Kissinger Unternehmer Häfele beginnt derzeit vorbereitende Arbeiten für die Rodungsarbeiten für die Sandgrube. Doch Abbaugenehmigung liegt noch nicht vor.

Kissing/ Pfaffenhofen Das Kissinger Unternehmen Häfele hat in einem Waldgebiet in der Gemeinde Pfaffenhofen mit erheblichen Erd- und Rodungsarbeiten begonnen. Nach Hinweisen der Bund-Naturschutz-Vorsitzenden Christa Weigl an die Gemeinde hat das Landratsamt Dachau die Arbeiten in dem abgelegenen Waldgebiet inzwischen eingestellt.

Der Gemeinderat Pfaffenhofen hatte vor einiger Zeit einen Antrag der Kissinger Firma Häfele (Landkreis Aichach-Friedberg) vehement abgelehnt, die in einem Naherholungsgebiet eine große Sandgrube betreiben will. In der geplanten Grube an der Landkreisgrenze zwischen Stockach (Gemeinde Pfaffenhofen) und Ganswies (Gemeinde Eurasburg) sollen mehr als 800 000 Kubikmeter Sand abgebaut werden. Dies würde 120 000 Lkw-Fahrten, die vor allem Stockach und Ganswies betreffen würden, bedeuten. Das idyllische Waldgebiet im Freienrieder Forst ist laut Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech in Staatsbesitz.

Entscheidende Genehmigungsbehörde ist aber das Landratsamt Dachau. Dort hat der Unternehmer Josef Häfele nach eigenen Angaben bereits einen Antrag auf Abbaugenehmigung gestellt. Ein Bescheid darüber ist aber noch nicht ergangen. Häfele ist sich keiner Schuld bewusst: "Wir haben dort noch keinen Kubikmeter Sand abgebaut. Die laufenden Maßnahmen wurden im Auftrag der Forstbetriebe durchgeführt und dienen nur der Vorbereitung eines Abbaus." Diese Angaben bestätigen die zuständigen Staatsforsten in Landsberg/Lech. Die durchgeführten Arbeiten gehen aber offensichtlich über das dafür notwendige Ausmaß hinaus. Ein Sprecher der Staatsforsten sieht die Sache entspannt. Die Rodungsarbeiten wären im Rahmen der Waldpflege sowieso angefallen. Außerdem scheint das Interesse an der geplanten Größe des Abbaugebietes wohl eher bei dem Unternehmer als bei den Staatsforsten zu liegen. Der Umfang der aktuellen Vorbereitungsarbeiten vor Erteilung der Abbaugenehmigung wird von den beteiligten Seiten unterschiedlich beurteilt. Dem Landratsamt scheint er zu groß zu sein, weshalb der Bau eingestellt wurde.

Rodungsarbeiten für Sandgrube eingestellt

Nach Angaben des Landratsamtes unterliegen auch die Staatsforsten der Genehmigungspflicht. Wird ohne Genehmigung mit einer Baumaßnahme begonnen, kann das Landratsamt ein Bußgeld verhängen, dass auch fällig wird, wenn nachträglich eine Genehmigung erteilt wird.

BN-Sprecherin Christa Weigl: "Der bereits begonnene Abbau in der Oberumbacher Sandgrube stellt einen weiteren massiven Eingriff in unserer leider schon sehr zerklüfteten Landschaft dar. Durch den damit verbundenen Lärm werden Wildtiere in ihren eh schon ständig schrumpfenden Rückzugsgebieten nachhaltig gestört." Aus naturschützerischer Sicht sei aber die anschließende Verfüllung solcher Sandgruben mit möglicherweise belastetem Material an grundwassernahen Standorten der größere Schaden. Deshalb sollte diese Sandgrube nach dem Abbau auf jeden Fall so belassen werden, um als Magerstandort seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu bieten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren