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Kissing

27.06.2020

So soll die Kissinger Paartalhalle attraktiver werden

Wie geht es weiter mit der Gastronomie in der Paartalhalle in Kissing? Der Gemeinderat hat darüber beraten.
Bild: Philipp Schröders

Plus Der Gastro-Bereich in Kissings Paartalhalle steht seit Monaten still. Nun hat die Gemeinde ein Konzept verabschiedet, mit dem leichter ein Pächter gefunden werden soll.

Im Bistro in der Paartalhalle in Kissing sind schon seit vielen Monaten keine Speisen und Getränke mehr angeboten worden. Das hat aber nichts mit Corona zu tun, sondern damit, dass der Gastronomiebereich nicht verpachtet ist. Nun kommt Bewegung in die Sache. Im Gemeinderat ist ein Konzept für das weitere Vorgehen beschlossen worden.

Eigentlich sind das Bistro und der Erlebachsaal schon seit November vergangenen Jahres wieder in der Hand der Gemeinde. Zuvor gab es einen langen Streit mit den letzten Pächtern. Die Betreiber führten die Gastronomie über mehrere Monate weiter, obwohl ihnen die Gemeinde gekündigt hatte. Der Streit landete vor dem Augsburger Landgericht, das die Kündigung für gültig erklärte. Doch auch mit Pächtern zuvor hatte die Gemeine schlechte Erfahrungen gemacht. Daher hatte der Gemeinderat beschlossen, von einer Unternehmensberatung ein Nutzungskonzept ausarbeiten zu lassen.

Lage der Kissinger Paartalhalle für Gastronomie eigentlich günstig

In der vergangenen Sitzung stellte es Ulrich Oberndorfer von der Firma Funktory aus Augsburg vor. Er erklärte: „Der Standort ist ein absolut wichtiger Faktor in der Gastronomie.“ Die Lage spreche daher für die Paartalhalle. Sie sei zu Fuß vom Kissinger Ortskern aus erreichbar, liege aber auch verkehrsgünstig und in der Nähe des Ballungsraumes Augsburg. Den Zustand der Halle bewertete Oberndorfer als „altersentsprechend gut“. Er gab aber unter anderem zu bedenken, dass der rote Boden im Bistro nicht mehr zeitgemäß sei. Auch sei es denkbar, durch modernere Geräte in der Küche mehr Energie einzusparen.

So soll die Kissinger Paartalhalle attraktiver werden

Die bisherige Nutzung des gesamten Gastronomiebereiches bezeichnete er als „sehr herausfordernd“. Dazu gehören das Bistro mit Terrasse neben dem Haupteingang und ein kleinerer Saal, der in der Vergangenheit als Restaurant genutzt wurde. Er ist durch die Küche vom Bistro abgetrennt. Zudem verfügten die letzten Betreiber auch über den Erlebachsaal, der eine Bühne und eine Fläche von 500 Quadratmetern bietet. Theoretisch finden dort bis zu 570 Besucher Platz.

Experte: Nebenkosten in Kissings Paartalhalle sind viel zu hoch

Oberndorfer sagte: „Eine kleinere Gastronomie ist in der Regel leichter wirtschaftlich zu betreiben.“ Der Grund: Es sei schwierig, genügend Personal zu finden. Seiner Meinung nach waren in der Vergangenheit zudem die Nebenkosten zu hoch. Bei einer Musterrechnung kam er darauf, dass beim aktuellen Pachtvertrag etwa 22 Prozent des Umsatzes auf die Raumkosten entfallen. Um einen Gastronomiebetrieb wirtschaftlich führen zu können, sollten sie bei etwa 14 Prozent liegen. Allerdings zeigte er auch auf, dass die Gemeinde weitaus mehr in die Halle reinstecken musste, als sie von den Pächtern wieder einnahm.

Er empfahl, in Zukunft den Betrieb des Bistros von dem des Erlebachsaals zu trennen, auch wenn das mit mehr Arbeit für die Verwaltung verbunden sei. „Sie werden niemanden finden, der das nach dem bisherigen Konzept weiterführt.“ Gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie, die verheerende Auswirkungen auf den Gastronomiebereich hat, sei das aussichtslos.

Restaurant aus der Vermietung herausnehmen

Zudem sprach Oberndorfer sich dafür aus, das Restaurant aus der Vermietung herauszunehmen. Der Raum sei renovierungsbedürftig, für die Gäste schlecht erreichbar und daher für einen potenziellen Betreiber nicht attraktiv. Im Bistro lasse sich Platz für bis zu 100 Besucher schaffen.

Zurzeit wird in der Paartalhalle kein Bier ausgeschenkt. Wie es mit der Verpachtung weitergeht, steht noch nicht fest.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Im Hinblick auf die Trennung der Bereiche stellte sich noch die Frage, ob die Verwaltung die Vermietung des Erlebachsaals übernehme oder eine Eventagentur. Auch hier gab Oberndorfer zu bedenken, dass es aufgrund der aktuellen Lage schwierig sei, einen Interessenten von außen zu finden, der diese Aufgabe alleine übernehme. Für das Bistro sei es seiner Meinung nach möglich, einen neuen Pächter bis März kommenden Jahres zu finden.

Kissings Vereine müssen noch lange auf ihre Sportgaststätte warten

Marion Lang von der SPD sagte: „Das ist noch eine lange Zeit für die Vereine.“ Zudem warb sie für die Einstellung eines Kulturbeauftragten, der das Management des Erlebachsaals übernehmen könne. CSU-Sprecher Michael Eder sagte: „Ich halte den Zeitraum für realistisch.“ Außerdem plädierte er für eine Eventagentur von außen. Der Gutachter Jörg Bentenrieder, der das Konzept mit ausgearbeitet hatte, erklärte aber, dass das aussichtslos sei. Das habe eine Befragung bei Agenturen ergeben. Peter Wirtz von den Freien Wählern sprach sich für die Variante mit Einbindung der Verwaltung aus. Simon Pflanz von den Grünen mahnte, mögliche Modernisierungen nicht zur Schonung des Haushalts in Corona-Zeiten auf eine Streichliste zu setzen.

Letztlich folgte der Gemeinderat dem Vorschlag des Unternehmensberaters. In Zukunft wird der Erlebachsaal von der Verwaltung vermietet und das Bistro von einem Pächter betrieben. Zudem entschied das Gremium, sich am Zeitplan des Beratungsunternehmens zu orientieren. Bürgermeister Reinhard Gürtner erklärte, dass in den kommenden Gemeinderatssitzungen oder den zuständigen Ausschüssen über die weiteren Schritte informiert beziehungsweise entschieden werde.

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