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Friedberg

24.06.2020

Telefonseelsorge ist in der Corona-Krise gefragter denn je

Viele Menschen wählen jetzt die Nummer der Telefonseelsorge. Was in Zeiten der Coronakrise häufig zur Sprache kommt, ist die Angst um den Arbeitsplatz.
Bild: Angela Häusler

Während des Corona-Lockdowns riefen viele einsame Menschen bei der Telefonseelsorge in Friedberg an. Wie die ehrenamtlichen Mitarbeiter dafür ausgebildet werden.

2000 Euro reicher ist die ökumenische Telefonseelsorge, die sich selbst mit den Worten „Anonym, Kompetent. Rund um die Uhr“ beschreibt. Das Hilfswerk des Rotary Clubs Friedberg in Bayern hat für seine Spende eine regionale Einrichtung gesucht, die „nicht so sehr im Rampenlicht steht und trotzdem von unschätzbarem Wert ist“, so Rotary-Präsidentin Gisela Klaus.

Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Kissing-Mering, Peter Burnhauser, der die Telefonseelsorge für diese Spende ins Gespräch gebracht hatte, begründete seinen Antrag mit der „Affinität zur Regionalität“, die ja in seinem Haus vorherrsche. Der Leiter der Telefonseelsorge, Diakon Franz Schütz, bestätigte, dass seine Einrichtung eine Brücke zu den Menschen sei. Auch werde diese in den Corona-Zeiten mehr genutzt als sonst. Kämen zu „normalen“ Zeiten bis zu 40 Telefonkontakte am Tag zustande, seien es während der Corona-Krise an die 50.

Während des Corona-Lockdowns riefen viele einsame Menschen an

„Gerade während des Lockdowns hatten viele Menschen Ängste wie beispielsweise, dass die Miete nicht bezahlt werden kann oder ganz einfach die notwendigen Informationen fehlten“, sagte Schütz. Und weiter: „In dieser Zeit hatten ja auch die Beratungsstellen zu, und die Menschen, waren einsam und verzweifelt. So anonym, ort- und gesichtslos die Telefonseelsorge zunächst für Außenstehende erscheine, könnten sich Gespräche genau unter diesen Bedingungen so persönlich und vertrauensvoll entwickeln.

Telefonseelsorge ist in der Corona-Krise gefragter denn je

Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter der Telefonseelsorge werden sorgfältig ausgewählt, mindestens ein Jahr lang ausgebildet und durch regelmäßige Supervision begleitet. 20 bis 40 Minuten dauert in etwa ein Gespräch, welches selbstverständlich anonym geführt wird. Die Anrufer müssen keinen Namen nennen, und die Rufnummer erscheint nicht im Display der Telefonseelsorge.

Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Kissing-Mering, Peter Burnhauser (links), Rotary-Präsidentin Gisela Klaus und der Leiter der Telefonseelsorge, Diakon Franz Schütz, freuten sich über die Spende in Höhe von 2000 Euro.
Bild: Christine Hornischer

Telefonseelsorge in Friedberg: Ausbildung für ehrenamtliche Mitarbeiter

Die Ausbildung hat bei Diakon Franz Schütz einen hohen Stellenwert. So ist denn auch diese außergewöhnlich gründliche und erfolgreiche Art, Ehrenamtliche zu qualifizieren, zum Qualitätszeichen der Telefonseelsorge geworden. Um aber rund um die Uhr erreichbar zu sein, braucht die Initiative immer wieder neue ehrenamtliche Mitarbeiter. Voraussetzungen seien, so Schütz, Empathie, Sprachgewandtheit und Reflexion.

„Kurz gesagt ein offenes Herz für Menschen in Not, Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen“ fasst Schütz zusammen. Über 8000 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten bei der Telefonseelsorge. „Die verschiedenen Gruppen bei uns sind schon fast ein Familienersatz“, erzählt der Diakon vom Tagesgeschäft. Fachlicher Austausch, gemeinsame Unternehmungen und Fortbildungen, einfach mal gemeinsam lachen – auch das gehöre zum Alltag in der Telefonseelsorge.

Rotary-Präsidentin Gisela Klaus freute sich sehr, „dass unsere Spende in so gute Hände kommt“. Gerade die Aus- und Weiterbildung liegt ihr als ehemalige Schulamtsdirektorin sehr am Herzen. So schloss sich der Rotary Club dem Slogan der Telefonseelsorge „Sorgen kann man teilen“ an, indem der Club hat bare Münze sprechen lassen.

Die Telefonseelsorge Augsburg ist unter den Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar.

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