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Wahlplakate: Hoffentlich wird der Dasinger Mut belohnt

Tom Trilges
Kommentar Von Tom Trilges
25.10.2019

Plus Dasing macht ernst gegen die Flut an Wahlplakaten. Diese mutige Entscheidung sollten die Bürger honorieren.

Dass die Parteien in Dasing die Zahl der Plakate zur Kommunalwahl 2020 deutlich reduzieren wollen, klingt zunächst nach einem guten und überfälligen Vorstoß. Wen nerven die Politiker an jeder Straßenecke denn bitteschön nicht?! Außerdem ist es schlicht zeitgemäß, dem Umweltschutz Rechnung zu tragen und nachhaltiger zu agieren. Schöner aussehen tun die Orte auch wahrlich nicht durch den Plakatierungswahn. Also einfach weg mit der lästigen Wahlwerbung? So einfach funktioniert es dann leider doch nicht.

Ohne Wahlplakate scheint es nicht zu gehen

Nicht nur, dass juristisch nur sehr begrenzt Handhabe gegen die Plakate besteht, weil die Parteien ein Recht darauf haben, sich den Wählern zu präsentieren. Dazu kommen weitere Probleme: Besonders für die kleinen Parteien sind Wahlplakate wohl der günstigste und effektivste Weg, auf sich aufmerksam zu machen. Am stärksten jedoch schlägt ein Punkt zu Buche, den Politikprofessor von Sikorski aufwirft: Ziehen sich die etablierten Parteien der Mitte jetzt zurück, könnte die AfD davon am meisten profitieren. Sie wird sich aufgrund der starken Durchschlagskraft ihrer populistischen Parolen wohl kaum aus dem Plakat-Wahlkampf in den Kommunen zurückziehen. Bleibt also doch nur ein „Weiter so“? Auf keinen Fall.

Wahlplakate: Parteien sollten Vorbilder sein

Alle Gruppierungen sind zur Kommunalwahl aufgerufen, als Vorbilder voranzugehen und ressourcenschonend für sich zu werben – beispielsweise durch den Verzicht auf Plastik. Auch die Zahl der Plakate sollte zumindest maßvoll sein. Ganz wichtig ist, dass man der AfD in der Wahlwerbung etwas entgegensetzt – ohne allerdings auf spaltende Slogans zu setzen. All das wird nicht einfach sein. Die Dasinger Gemeinderäte beweisen Mut, indem sie etwas gegen die Auswüchse der Vergangenheit unternehmen. Hoffentlich wird dieser Mut vom Wähler belohnt.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Professor Christian von Sikorski: "AfD jubelt über weniger Plakate der anderen Parteien"

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.10.2019

Nein, der Wähler wird weiterhin AfD wählen.

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