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07.07.2010

Auf ins Abenteuer

Rüdiger (links) und Richard Scharold (rechts) sorgen mit einem Abo der Friedberger Allgemeinen für den Kontakt von Niko Link zur Heimat. Foto: Peter Kleist
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Rüdiger (links) und Richard Scharold (rechts) sorgen mit einem Abo der Friedberger Allgemeinen für den Kontakt von Niko Link zur Heimat. Foto: Peter Kleist
Bild: Peter Kleist

Friedberg Die Familie hatte geladen - und alle kamen, um sich von Niko Link zu verabschieden. Mit einem gemütlichen Brunch bei herrlichstem Sommerwetter machte die Friedberger Sportlerfamilie Link ihrem Spross noch ein Geschenk, bevor sich dieser am Wochenende auf den langen Weg nach Lemgo macht.

"Die Chance muss er natürlich nutzen", war der allgemeine Tenor, auch wenn so manchem oder besser gesagt so mancher der Abschied doch schwer fallen wird.

Geschenk von den Onkeln

Damit der zwei Meter lange "Schlaks" in Nordrhein-Westfalen - Lemgo liegt rund 20 Kilometer nordöstlich von Bielefeld - den Kontakt zur Heimat nicht ganz verliert, haben ihm seine beiden Onkel Rüdiger und Richard Scharold noch ein besonderes Präsent überreicht: Ein Jahresabonnement der Friedberger Allgemeinen. "Ich will die Beziehung mit der Heimat nicht verlieren und natürlich über den Friedberger Sport - vor allem Handball und Fußball - informiert sein", meinte der 20-jährige Niko Link.

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Für den Handballer, der im linken Rückraum beheimatet ist, geht mit dem Angebot des Bundesligisten TBV Lemgo natürlich ein Traum in Erfüllung. "Das ist eine Riesensache für mich", so Link, der in Lemgo einen Zwei-Jahres-Vertrag erhält und dort mit Weltklasse-Leuten wie Florian Kehrmann trainieren und wohl auch spielen kann.

Optimal untergebracht ist er dort auch, wie sein Vater Stefan - seines Zeichens ein ehemaliger Volleyball-Bundesligaspieler - zu berichten weiß. "Er wohnt im Studentenwohnheim und das ist rund 500 Meter neben der Uni und der Sporthalle", erklärt Stefan Link. Zusammen mit seinem Sohn war er bereits dreimal vor Ort und war mehr als angetan von dem, was seinen Sprößling dort oben erwartet. "Das hat mich schon überzeugt, was die da bieten", so Stefan Link.

Sohn Niko stehen indes bald sportlich "harte" Zeiten bevor. Am Samstag geht's auf ins Abenteuer Lemgo, ab Montag fließt der Schweiß in Sachen Vorbereitung in Strömen. "Zweimal am Tag wird trainiert, also zehnmal die Woche - wohl eher zehnmal plus, denn am Wochenende wird sicher auch was sein", meinte der BWL-Student, der zum Kader der 1. Mannschaft zählt und dort voll integriert werden soll. "Mal schauen, wo ich dann letztlich spiele, aber zunächst bin ich bei den Vorbereitungsturnieren und -spielen bei der Ersten dabei", so Link.

Der 20-Jährige ist ein Eigengewächs des TSV Friedberg und spielt seit seinem neunten Lebensjahr Handball. Und das äußerst erfolgreich: Mit der A-Jugend wurde er bayerischer Meister, im vergangenen Jahr schaffte er unter Trainer Hartmut Mayerhoffer den Sprung zum Stammspieler in der Friedberger Regionalliga-Mannschaft. "Dass wir zweimal den Klassenerhalt in der dritthöchsten deutschen Liga geschafft haben, war schon sensationell - das waren echte Highlights meiner Karriere", meinte Niko Link.

Die Krönung der abgelaufenen Saison, in der er 79 Tore erzielte, war aber schließlich die Berufung in die Juniorennationalmannschaft im Mai. "Das war eine tolle Sache", so Link, der zweimal auch bei Länderspielen gegen Österreich zum Einsatz und auch zu Torerfolgen kam. Nicht zuletzt dank dieser Leistungen wurden die "Scouts" des Bundesligisten auf den zwei Meter großen Spieler aufmerksam - und holten ihn schließlich auch zum TBV Lemgo.

Wie gesagt, für den 20-Jährigen geht mit dem Wechsel nach Lemgo ein Traum in Erfüllung, ihm selbst fällt der Abschied deswegen auch leichter als manch anderem. Freundin Mona, mit der Niko ein Jahr liiert ist, muss schon ein bisschen schlucken: "Das ist halt schon ein gutes Stück weit weg, aber da müssen wir durch." Und ebenso Mutter Karin fällt der Abschied nicht leicht. "Es wäre auch schlimm, wenn es anders wäre", meinte sie. Und nicht nur insgeheim sind sie alle furchtbar stolz auf "ihren" Niko.

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