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In der Region
24.05.2021

Ausflugstipps: Das Unterallgäu ist wunderbar wanderbar

An der Illerschleife bei Rothenstein kann man die Schönheit der Unterallgäuer Landschaft in vollen Zügen genießen.
Foto: Foto: Stefanie Vögele

Wer mit Kindern wandern will, muss gar nicht weit fahren. Im Unterallgäu gibt es etliche Touren, bei denen es eine Menge zu entdecken und zu erleben gibt. Eine Auswahl.

Schritt für Schritt haben sich viele in dem vergangenen Corona-Jahr eine neue Erkenntnis erwandert: Wie schön ist doch die Heimat. Oder „das eigene Gai“, um es mit den Unterallgäuer Autorinnen des Buches „Wanderbar“ zu sagen. Die Journalistinnen Stefanie Vögele und Sandra Baumberger haben 25 Touren mit Kindern im Unterallgäu erst erwandert und dann beschrieben. Man merkt auf jeder Seite: Hier waren Familien unterwegs.

Die Gehzeiten etwa wurden nach Kindertempo ausgerichtet, denn es müssen ja Ameisenhügel oder leuchtende Käfer die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erhalten. Die einzelnen Touren wurden von Stefanie Vögele und Sandra Baumberger abwechslungsreich zusammengestellt. Jeder kann schnell über das Anforderungsprofil eine passende Wanderung für die eigene Familie finden. Dass die Journalistinnen über jede Menge Ortskenntnis verfügen, merkt man an den vielen Erweiterungsvorschlägen, falls eine Tour doch einmal zu kurz sein sollte. Kurzum: Da ist ein inspirierendes Wanderbuch entstanden, das einlädt die Heimat noch etwas besser kennenzulernen. Hier eine Auswahl der Tipps aus dem Buch:

Eine echte Abenteuertour in Rothensteig

Der Rundweg ober- und unterhalb der Steilhänge an der Illerschleife bei Rothenstein nahe Bad Grönenbach ist unserer Meinung nach eine der schönsten Touren im Unterallgäu. Vor dem Start muss man zwei Dinge wissen: Kinder- oder Bollerwagen sind hier keine Hilfe, sondern ein echtes Hindernis. Zudem wird der Wald in einem Teil der Strecke sich selbst überlassen. Hinweisschilder machen deutlich darauf aufmerksam, dass man deshalb auf eigene Gefahr unterwegs ist. Wer sich davon nicht abhalten lässt, kann auf dieser Runde die Schönheiten der Unterallgäuer Landschaft in vollen Zügen genießen und sich auf eine echte Abenteuertour freuen.

Im Mindelheimer Naturlehrgarten kann man einem Hornissenvolk gut geschützt bei der Arbeit zusehen.
Foto: Foto: Sandra Baumberger

Beim Parkplatz die Straße überqueren und über einen Feldweg hoch zum Rechberghaus laufen. Dort links halten. Der Weg oben am Steilhang bietet immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Illerschleife. Im Wald geht es dann über die erste Treppe hinunter zur Iller. Das „Schönauer Bänkle“ ist ein toller Platz für eine Brotzeit, bei der man Schwäne und Enten beobachten und Kraft für das folgende Abenteuer sammeln kann. Über Wurzeln und herumliegende Baumstämme führt der Weg nun entlang der Iller. Wer die Augen offen hält, entdeckt hier auch ein paar „Geheimpfade“, die zu versteckten Plätzen direkt an den Fluss führen. Es folgt ein mit kleinen Kindern nicht ganz einfacher Aufstieg. Auf dem Rückweg wird man allerdings wieder mit tollen Ausblicken belohnt.

Auf Beobachtungsposten in Mindelheim

Gleich zwei Highlights bietet diese Tour – und das auf überschaubarer Länge: die Mindelburg und den Naturlehrgarten in Mindelheim. Starten kann man entweder bei der Burg, beim Wanderparkplatz am Naturlehrgarten oder auf dem großen Parkplatz unterhalb der Burg, der Schwabenwiese. Letztere hat den Vorteil, dass man den zwar knackigen, aber dafür einzigen Anstieg gleich am Anfang hinter sich hat, wenn alle noch fit sind.

Der Barfußpfad in Bad Wörishofen wartet mit verschiedenen Untergründen auf – und auch mit einem Schlamm-Tretbecken.
Foto: Foto: Stefanie Vögele

Auf dem ausgeschilderten Wanderweg geht es den Burgberg hinauf und von dort links zum Burghof. Hier kann man Kanonen bestaunen, vom Burgfried aus den Ausblick über ganz Mindelheim und bei Föhn auch das Alpenpanorama genießen, und einen Blick in den 29 Meter tiefen Brunnen werfen. Vor dem Burgtor gibt es einen Spielplatz – und damit schon mal die erste Pause. Direkt gegenüber beginnt der Feldweg, der zunächst am Waldrand entlang und dann bei der ersten Gabelung links in den Wald hineinführt. Weil es stetig bergab geht, ist der Naturlehrgarten, ein richtiges kleines Paradies, schnell erreicht. Hier kann man super picknicken. Wagemutige hangeln sich danach über den Brunnenbach, Vorsichtige nehmen die Brücke, um zum Hornissen-Beobachtungsstand zu gelangen. Hier kann man mit etwas Glück den Hornissen in ihrem Nest bei der Arbeit zusehen. Auf dem Rückweg sorgt ein Waldlehrpfad für Abwechslung.

Ohne Schuhe unterwegs in Bad Wörishofen

Und rein in den Schlamm! Was auf den ersten Blick noch aussieht, wie ein fast normales Natur-Kneippbecken, entpuppt sich spätestens beim ersten Schritt als wunderbare Schlammgrube. Und die ist umso matschiger, je länger es nicht geregnet hat.

Deshalb eines vorab: Wer mit kleinen Kindern auf dem Barfußpfad im Kurpark von Bad Wörishofen unterwegs ist, sollte unbedingt Wechselklamotten einpacken – dort gibt es nämlich nicht nur eine Gelegenheit, sich garantiert von oben bis unten nass zu machen. Eigentlich hätten wir sogar mehr als nur eine trockene Hose zum Umziehen gebraucht …

Zarte Schönheiten wie dieses tautropfenglitzernde Spinnennetz kann man bei einer Runde in aller Früh bestaunen.
Foto: Foto: Stefanie Vögele

Die 1,5 Kilometer lange Strecke führt über Gras, Steine, Wurzeln und Sand durch den wunderschön angelegten Park mit seinen alten Bäumen, duftenden Rosensträuchern und herrlichen Kräutern. Hier kommt die ganze Familie voll auf ihre Kosten – also am besten gleich einen Ausflug mit Oma und Opa daraus machen! Die Wege neben dem Barfußpfad sind bei Bedarf auch mit Rollstuhl befahrbar.

Neben der Schlammgrube (und einem Wasserschlauch, mit dem man Beine und Füße wieder in ihren Normalzustand versetzen kann), einem Wassertretbecken und mehreren Bachläufen gibt es auf dem Barfußpfad die verschiedensten Erlebnisstationen und sogar eine Voliere mit Enten und Hühnern. Eine eigentlich kurze Strecke, auf der man aber richtig viel Zeit verbringen kann.

Oder einfach überall: Magisches vor der Haustür

Jede Familie hat wohl ihre persönliche Lieblingsrunde vor der eigenen Haustür. Ohne viel Aufwand lässt die sich zu etwas ganz Besonderem machen. Alles, was man dafür tun muss: vor Sonnenaufgang aufstehen und losziehen!

Das haben auch wir gemacht und sind erst ein Stück im Morgengrauen geradelt und haben dann bei einer kurzen Wanderung das Hundsmoor bei Westerheim in der aufgehenden Sonne erlebt:

Elf Rehe sind es an diesem Morgen. Elf Rehe, direkt am Radweg zwischen Ottobeuren und Westerheim. Elf Rehe, im sanften Morgenlicht, grasend. Sie blicken fast verwundert auf, schauen, grasen weiter. Dann irgendwann verschwinden sie nacheinander im Wald. Wir, mein Sohn und ich, wir stehen einfach da. Es ist noch nicht einmal 5.30 Uhr an diesem Morgen.

Stefanie Vögele, Sandra Baumberger: Einfach WANDERBAR – 25 Touren mit Kindern im Unterallgäu.
Foto: Hans-Högel-Verlag

Dann steigen auch wir wieder auf unsere Fahrräder und fahren weiter an Hawangen vorbei Richtung Hundsmoor. Dort lassen wir die Räder stehen und machen uns auf den Weg in die aufgehende Morgensonne. Weit laufen wir nicht, ein paar hundert Meter den Feldweg entlang. Zu viel gibt es zu sehen. Die vielen Spinnennetze! Die ganze Wiese ist übersät davon, eine tauglitzernde Perlenkette neben der anderen. Dort ein Vogel, hier ein Käfer, der aufsteigende Nebel. Wie anders alles im Morgenlicht aussieht. Anders und wunderschön.

Weitere Touren in Kürze

Der Storchenkran in Kirchheim
In Kirchheim gibt es eine der größten Storchenkolonien Bayerns. Das ist jedoch nicht die einzige Besonderheit: Auf dem Gelände der Baufirma Holzheu gibt es dort den sogenannten Storchenkran. Es handelt sich dabei um Teile eines Krans, auf den die Störche ihre Nester gebaut hatten. Als dieser in die Jahre gekommen war und die Gefahr bestand, dass er den schweren Nestern nicht mehr standhalten könnte, errichtete Firmeninhaber Markus Holzheu in unmittelbarer Nähe einen 21 Meter hohen Storchenmast. Er bietet Platz für neun Nester und ihre tierischen Bewohner. Seit Kurzem gibt es dort einen richtigen Beobachtungsplatz inklusive Fernglas, durch das man den Störchen quasi direkt ins Wohnzimmer – und die Kinderstube – schauen kann. Wer noch mehr über Störche wissen will: Der Storchenkran ist Teil des rund 40 Kilometer langen Storchenradwegs, der durch Kirchheim, Pfaffenhausen und Tussenhausen führt. In Kirchheim ebenfalls sehenswert ist das Fuggerschloss mit seinem weithin bekannten Zedernsaal.

Der Illererlebnissteg bei Legau
Oberbinnwang ist der Startpunkt für diesen Kurztrip zur Staustufe Legau. Dort erwartet ein mehr als 20 Meter hoher Aussichtsturm die Besucher, die von dort den Blick über die Illerschleife und die nahe Illersteilwand schweifen lassen können. Weitere Highlights sind die 80 Meter lange Hängebrücke über die Iller, eine Fischtreppe, an der man die Fische bei ihrer Wanderung beobachten kann, ein Brotzeitplatz und eine naturnahe Tretanlage.

Glückswege im Unterallgäu
Vor kurzem wurden die sogenannten „Glückswege“ eröffnet. Auf den drei Rad- und elf Wanderwegen mit einer Gesamtlänge von 187 Kilometern kann man dem Glück auf ganz unterschiedliche Weise auf die Spur kommen. Eine besondere Rolle spielt dabei die ganzheitliche Gesundheitslehre des berühmten Unterallgäuer Wasserdoktors Sebastian Kneipp. Neben Erlebnisstationen und idyllischen Rastplätzen gibt es deshalb an den Strecken auch Tretanlagen. Weitere Informationen zu den Wegen gibt es unter www.glueckswege-allgaeu.de

Das Buch Stefanie Vögele, Sandra Baumberger: Einfach WANDERBAR – 25 Touren mit Kindern im Unterallgäu. Hans-Högel-Verlag, 92 Seiten, 9,95 Euro

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