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Leipheim

14.12.2015

Auf den Schuh gekommen

Vanessa Mahmuti aus Leipheim testet Sicherheitsschuhe.
Bild: Felicitas Macketanz

Vanessa Mahmuti aus Leipheim nimmt Sicherheitsbekleidung genau unter die Lupe – die 17-Jährige ist Nachwuchstesterin bei Stiftung Warentest. Dazu muss sie auch sägen.

Der normale Arbeiter würde wohl eher nicht auf die Idee kommen, sein wertvolles Schuhwerk zu zersägen, um zu sehen, wie das Innenleben genau aussieht. Der 17-jährigen Vanessa Mahmuti aus Leipheim macht das Zerstören dagegen Spaß. Sie muss es sogar tun – für ihre Tätigkeit als Nachwuchstesterin bei der Stiftung Warentest.

Zusammen mit etwa 20 Schülern aus ihrer Berufsschulklasse in Illertissen nimmt die angehende Industriemechanikerin an dem Wettbewerb „Jugend testet“ teil. Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren können sich noch bis zum 31. Dezember für das Projekt, das es schon seit 1979 gibt, anmelden. Bis Februar müssen die Testergebnisse bei der Stiftung Warentest vorliegen. Dabei können sich die Teenager ihr Objekt und die Versuche selbst aussuchen, die Kosten müssen sie jedoch ebenfalls alleine tragen.

Die Berufsschulklasse, die Vanessa Mahmuti in Illertissen besucht, hat sich für das Thema Sicherheitsschuhe entschieden. „Wir haben viele Metallberufe in der Klasse“, erklärt die 17-Jährige. „Und alle tragen Sicherheitsschuhe.“ Der Lehrer halte sich übrigens aus der Umsetzung des Projektes raus, sagt sie. Die Idee daran teilzunehmen stamme allerdings von ihm und die drei Paar Testschuhe habe er auch besorgt. Mittlerweile wissen die Jugendlichen schon, in welchen Bereichen sie die Schuhe testen wollen und wie viele Tests es insgesamt geben wird. Dabei dokumentieren sie jeden Schritt. Denn „es könnte ja gefälscht sein“, sagt Vanessa Mahmuti. Auch mit Grafiken, Tabellen und Bildern darf bei dem Wettbewerb gearbeitet werden. Aber wie testen die Auszubildenden nun eigentlich Sicherheitsschuhe?

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„Wir haben absichtlich große Größen gewählt, damit wir sie besser auseinander sägen können“, erklärt Mahmuti, die die Leiterin der Aktion ist. So vergleichen die Nachwuchstester beispielsweise die Dichte der Stahlkappen oder der Sohlen. Die insgesamt drei Paar Schuhe (eines der Sicherheitsstufe S1, eines der Stufe S2 und eines der Stufe S3) durchlaufen die gleichen sechs Versuche. Im ersten Versuch lassen die Schüler ein 20 Kilogramm schweres Gewicht aus einem Meter Höhe auf den Schuh fallen. Im zweiten Test fährt ein Auto über das Schuhwerk. Dafür haben die jungen Menschen extra eine kleine Rampe gebaut. Die dritte Prüfung: Die Jugendlichen schlagen einen Nagel durch den Schuh. Bei jedem Versuch achten sie darauf, dass er genauso auch in der Realität passieren könnte. Und in einen Nagel tritt man schnell bei der Arbeit in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb.

Vanessa Mahmuti sagt deshalb über das Projekt: „Es ist interessant, es ist ja unser Alltag.“ Da sei es nicht schlecht zu wissen, was der eigene Schuh alles aushalte. Zum Beispiel, wie viel Wasser er aufsaugen kann, ob er schnell ins Rutschen kommt – egal ob auf Öl oder Eis – oder wie er auf Chemikalien reagiert. Die 17-jährige Leipheimer Nachwuchstesterin hat jedenfalls Spaß bei ihrer Tätigkeit: „Ich mag das, solche Sachen auszuprobieren.“ Es sei einfach mal etwas anderes als der normale Schulunterricht. Der Reiz dabei sei das Ergebnis. Doch zu gewinnen gibt es auch etwas: Der erste Preis ist mit mehr als 2000 Euro dotiert.

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