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Waldstetten

16.04.2019

Das Wild verliert im Landkreis Günzburg immer mehr Lebensraum

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Manfred Borchers, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Günzburg, informiert Birgit Carnaghi vom Günzburger Landratsamt über die Trophäenausstellung bei der Jagd- und Hegeschau im Waldstetter LCV-Heim.
Bild: Wolfgang Kahler

Der Jagdschutz- und Jägerverein Günzburg nennt die Gründe für den Schwund, setzt sich für einen Wildzaun ein und zeigt, wie Technik Leben retten kann.

Mit surrendem Propellergeräusch zieht sie ihre Bahn: Eine orangefarbene Drohne überfliegt mit einer Wärmebildkamera ein Feld. Die Luftaufnahmen können ein verstecktes Rehkitz orten und so das Wildtier retten, bevor der Landwirt mäht. Mit dieser Vorführung während der Jagd- und Hegeschau in Waldstetten will der Jagdschutz- und Jägerverein Günzburg zeigen, wie ernst er es mit Tier- und Naturschutz meint.

Der fast 4000 Euro teure Multicopter überfliegt selbstständig ein zuvor mit GPS-Daten eingegrenztes Kontrollgebiet. Auf einem Monitor lässt die Wärmebildkamera erkennen, wo sich ein Lebewesen in der Wiese befindet, informiert Drohnen-Spezialist Hans Martin Schmid aus Bibertal. Allein im vergangenen Jahr konnten so 30 Rehkitze vor Verletzungen oder Tod gerettet werden. Es wäre der Wunsch der Jäger, wenn Landwirte vor der Wiesenmahd einen solchen Drohnenflug beantragen würden, unterstreicht Manfred Borchers, der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins mit 380 Mitgliedern. Sein Verein ist nördlichen Landkreis Günzburg tätig. „Rehwild im Fokus“, lautet das Motto der Jagd- und Hegeschau. Es soll Borchers zufolge ein Hinweis darauf sein, dass das Wild in unserer Region immer mehr Lebensraum verliert. Grund sind unter anderem weitere Bau- und Gewerbegebiete ebenso wie zusätzliche Verkehrswege.

Jäger wollen einen Zaun an der B16

Wegen der in Planung befindlichen B16-Ost zwischen Ichenhausen und Kötz ist Borchers beim neuen bayerischen Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart (Jettingen-Scheppach) vorstellig geworden. In der Regel werden nur Bundesautobahnen mit Wildschutzzäunen versehen, aber keine Bundesstraßen. Das jedoch will Borchers für die B16-Ost erreichen. „Wenn für einen Straßenbau 20 Millionen Euro ausgegeben werden, sollten auch noch 50.000 Euro für einen Zaun möglich sein“, betont er.

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Schutz und Hilfe für die Natur bezeichnet er als wesentliche Aufgaben für die Jäger in ihren Revieren. Das Rehwild als Wildtier des Jahres stehe unter besonderem Druck, so Borchers, denn es werde vom wirtschaftlich geprägten Landbau als Schädling bekämpft. Die Diskrepanz zwischen „Wald mit Wild“ oder „Wald vor Wild“ lasse sich nur in ständigem Dialog mit der Landwirtschaft verbessern.

Diese Drohne rettet Leben – unter anderem das von Rehkitzen.
Bild: Wolfgang Kahler

Fast 15 Prozent des Rehwilds sterben bei Unfällen

Bei der zum Pflichtprogramm der Jäger gehörenden Schau wurden die Trophäen von knapp 500 Böcken im Alter von einem bis fünf Jahre ausgestellt, davon 80 Prozent so genannte Jährlinge.

Von 1734 Stück Rehwild – das ist die Jagdbilanz für 2018 – beträgt der Anteil des Fallwildes, das im Straßenverkehr ums Leben kommt, fast 15 Prozent (256 Stück). Von der staatlich vorgegebenen Abschussquote überzeugte sich auf der Hegeschau Birgit Carnagih, zuständig für Waffen-, Jagd- und Fischereirecht beim Landratsamt Günzburg. Ergänzt wurde die Veranstaltung im Heim des Lustigen Carnevalsvereins Waldstetten von den Jagdhornbläsern unter Leitung von Silvia Schneider, einer Vorstellung von 18 Jagdhunderassen durch Martin Wiedemann (Kötz), einer Greifvogelschau der Konzenberger Falknerei Menter und einer aufwendigen Biotopschau mit präparierten Wild vom Wiesel bis zum Schwarzkittel.

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