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Landkreis Günzburg

10.01.2019

Der Tourismus-Branche mangelt es nicht an Problemen

Langjährige Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes sind beim Neujahrsempfang ausgezeichnet worden. Anwesend waren nur zwei der Geehrten. Das Foto zeigt von links: die Kreisvorsitzende Ingrid Osterlehner, Geschäftsführer Peter Heinrich (Heilbad Krumbad), Meinrad Zettler (Hotel-Restaurant Zettler Günzburg) und den Bezirksvorsitzenden Johann Britsch.
Bild: Kaiser

Warum der Hotel- und Gaststättenverband im Landkreis Günzburg trotz einer knappen Million Übernachtungen im Jahr noch Sorgen hat.

Immer mehr Touristen kommen in den Landkreis. Im Vorjahr waren fast eine Million Übernachtungen verzeichnet worden – für die heimischen Hoteliers und Gastwirte eine erfreuliche Zahl. An Problemen mangelt es der Branche trotzdem nicht, wie beim Neujahrsempfang der Kreisstelle Günzburg im Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) betont wurde. Es fehle an Fachkräften, die Bürokratie borde über und die Arbeitszeiten seien zu unflexibel geregelt, betonte die Kreisvorsitzende Ingrid Osterlehner. Namentlich aus der bayerischen Politik habe es in jüngerer Zeit aber auch positive Signale gegeben, erklärte der Dehoga-Bezirksvorsitzende Johann Britsch aus Neu-Ulm.

Im Gasthaus Sonne in Röfingen, geführt von Familie Osterlehner, waren am Dienstagabend zahlreiche Gastronomen sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammengekommen, um Rückschau zu halten und auf das neue Jahr 2019 zu blicken. Die Gemeinde Röfingen mit ihren 1100 Einwohner habe „das große Glück“, noch über zwei florierende Gasthäuser zu verfügen, erklärte Bürgermeister Hans Brendle in einem Grußwort.

Das können längst nicht alle Bürgermeister sagen. Rund 500 Gemeinden in Bayern hätten kein Gasthaus mehr, führte Johann Britsch aus. Vor diesem Hintergrund habe die neue bayerische Landesregierung aus CSU und Freien Wählern die Zeichen der Zeit erkannt. So sei im Wirtschaftsministerium erstmals eine Tourismusabteilung eingerichtet worden, zudem gebe es vor allem für kleinere und mittlere Betriebe staatliche Zuschüsse zur Qualitätssteigerung oder für Umbaumaßnahmen, um die Gebäude barrierefrei machen zu können. Britsch: „Die Landtagswahl brachte ein gutes Ergebnis für unsere Branche.“

Dennoch stünden Hoteliers und Gastronomen und mit ihnen die Politik auch künftig vor zahlreichen Herausforderungen, erklärte in seinem Grußwort Landrat Hubert Hafner. Wie Ingrid Osterlehner nannte er den Fachkräftemangel, flexiblere Arbeitszeiten oder die Konkurrenz durch Vereinsheime, die meist günstigere Preise, aber nur selten das Gefühl der gelebten und traditionellen (Dorf-)Gemeinschaft bieten könnten. Insoweit gelte es, durch allerlei Maßnahmen dem Wirtshaussterben auf dem Land möglichst Einhalt zu gebieten.

Markt der Wanderer wächst schneller als bei den Radlern

Bei allen Erfolgen in der jüngeren Vergangenheit seien neue Ideen gefragt, um als Tourismus- und Freizeitregion auch künftig bestehen zu können, erklärte Hafner weiter. Schließlich sei der Tourismus weltweit der drittgrößte Dienstleistungszweig. Diesen Faden griff Roland Kempfle, der Geschäftsführer von Donautal Aktiv, auf. Der Landkreis habe noch weiteres Potenzial, vor allem bei Naherholung und Naturtourismus. Das Radwegenetz im Landkreis und im Donautal sei schon jetzt herausragend, Defizite gebe es noch bei den reinen Wanderwegen. „Der Markt der Wanderer wächst schneller als der der Radler“, appellierte Kempfle an die Gastronomen, sich verstärkt dieser Klientel zuzuwenden. „Auch wenn es noch mehr Arbeit bedeutet.“

Ein erster Schritt in dieser Richtung sei der Wanderweg von Günzburg bis Schwenningen im Landkreis Dillingen, der am 3. Oktober auf Schloss Reisensburg offiziell eröffnet wird. (Lesen Sie hier: Testwandern im Donau-Auwald) Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von Marianne und Anja Baldauf (Gitarre, Harfe und Akkordeon), die unter anderem traditionelle Wirtshauslieder zum Besten gaben.

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