Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Der dritte Meister steht im Burgauer Farbenhaus in den Startlöchern

Burgau

04.01.2021

Der dritte Meister steht im Burgauer Farbenhaus in den Startlöchern

Drei Meisterbriefe und klare Ziele: Beim Burgauer Farbenhaus ist die Zukunft gesichert. Links: Firmeninhaber Georg Mayer junior, rechts: Niklas Mayer, der den Betrieb einmal übernehmen wird.
Bild: Peter Wieser

Plus Im Burgauer Farbenhaus ist die Nachfolge gesichert. Worauf das Unternehmen besonders großen Wert legt.

An der Burgauer Kapuzinerstraße 8 ist alles farbig: Dort gibt es Farbenmobile, ein Farbenteam, eine Farbenphilosophie und natürlich das Burgauer Farbenhaus, offiziell lautet die Bezeichnung „Farbenhaus GmbH Georg Mayer & Team“. Und das Unternehmen wird nun in die Zukunft geführt.

Die Geschichte der Firma ist eine ganz klassische: Georg Mayer senior kam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von Ungarn nach Deutschland, absolvierte bei Neuburg an der Donau eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, kam nach Unterknöringen und machte 1967 in Augsburg seinen Meister. Im selben Jahr gründete er an der Unterknöringer Binsentalstraße einen Malerbetrieb mit Verkaufsladen. Das Geschäft lief, Georg Mayer senior war viel im Kloster Wettenhausen tätig und hatte zahlreiche Kunden in der näheren Umgebung. Georg Mayer junior ist seit 1994 Meister im Maler- und Lackierer-Handwerk, 1995 erfolgte die Übergabe. Sohn Niklas legte Mitte 2019 ebenfalls die Meisterprüfung ab, somit ist die Nachfolge gesichert.

Vom Ein-Mann-Betrieb zur Firma mit 18 Mitarbeitern mitten in Burgau

2007 entstand aus dem früheren Ein-Mann-Betrieb und der an das Wohnhaus angebauten Malerwerkstatt das „Burgauer Farbenhaus“, inmitten der Stadt mit heute 18 Mitarbeitern. Unternehmen und Betriebe, die sich erweitern möchten, siedeln sich in der Regel in den Gewerbegebieten am Ortsrand an. Beim Burgauer Farbenhaus war das anders. „Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine Gewerbeflächen“, erzählt Georg Mayer junior. Seine Frau Manuela sei zufällig auf das markante Gebäude an der Kapuzinerstraße gestoßen, in dem sich unter anderem das Schlachthaus der früheren Burgauer Metzgerei Schwarz befand. „Es war genau für uns passend, mit einem großen Grundstück und mit schönen Außenflächen“, erzählt der 48-Jährige.

Das ehemalige Schlachthaus eignete sich perfekt für Werkstatt und Lagerräume und der frühere Kühlraum wurde zur Spritzbox und zum Trockenraum mit modernster Technik umfunktioniert. Mayer spricht von einem Kraftakt, denn bereits ein Jahr später erfolgte der Umzug nach Burgau. Unterknöringen zu verlassen sei anfangs etwas schwergefallen. „Aber es war der richtige Weg, wenn man sieht, wie sich alles entwickelt hat.“

Die Qualitätsansprüche sind stark gewachsen

Im Jahr 2008 wurde Georg Mayer junior in den Farbrat, dem Maler und Gestalter aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören, aufgenommen. Die „Farbrat eG“ versteht sich als Wertegemeinschaft mit ständigem Wissensaustausch und gegenseitiger Ergänzung untereinander und auf gemeinsamer Basis. 2014 erhielt die Farbenhaus GmbH in der Kategorie Marketing die Auszeichnung „Maler des Jahres“, zwei Jahre später ein weiteres Mal mit der Farbrat eG.

Seit mehreren Jahren konzentriert sich das Unternehmen auch auf die Planung und Realisierung von Projekten, auch Aus- und Umbauten, in Zusammenarbeit mit anderen Gewerken und unter eigener Leitung. „Früher war es wichtig, dass der Handwerker kam, und eine gute Arbeit ablieferte.“ Heute sei das eine Grundvoraussetzung, der Fachmann müsse ein absoluter Fachmann sein. Die Qualitätsansprüche seien extrem gewachsen. „Die Kunden erwarten in Beratung, Planung und dem Erstellen von Konzepten eine perfekte Betreuung. Nicht allein Malerarbeiten, sondern ganzheitliche Lösungen werden die Zukunft sein.“

Das Handwerk hat nach wie vor einen goldenen Boden

2015 begann sein Sohn im Farbenhaus seine Ausbildung zum Maler und Lackierer. Nach der Meisterprüfung – im praktischen Teil war er mit einer Kollegin der Beste in der Region Schwaben – legte er noch den Betriebswirt im Handwerk obendrauf. Derzeit ist der 23-Jährige als Junior-Projektleiter in einem Münchner Ausbauunternehmen tätig, bevor er einmal in den Betrieb einsteigen wird.

Und Corona? „Man hat gemerkt, dass das Handwerk einen goldenen Boden hat, wir durften glücklicherweise arbeiten“, betont Georg Mayer junior. Er sieht es allerdings auch so: Manche Aufträge, die es in den nächsten Jahren grundsätzlich geben könnte, werde es möglicherweise nicht geben. Für ihn ist wichtig, dass weiterhin das Persönliche zählt, der Malerbetrieb selbst wird nach wie vor im Vordergrund stehen. „Wenn ein Kunde sagt, er habe einen Türstock zu lackieren, dann wird auch gerne der Türstock lackiert.“

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren