1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Die Günzburger Zeitung auf Schulbesuch: Fakten statt Fakes

Landkreis Günzburg

04.05.2019

Die Günzburger Zeitung auf Schulbesuch: Fakten statt Fakes

Copy%20of%20Schuelermedientag_Mindeltal_Schulen_3Mai19_3.tif
2 Bilder
Fand den Schülermedientag mit der GZ interessant: Sümeyra Kilicaslan. Die 15-Jährige besucht das Mindeltal-Gymnasium in Jettingen-Scheppach.
Bild: Bernhard Weizenegger

Redakteure geben anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit Einblicke in ihre Arbeit. Warum man neugierig bleiben, aber nicht leichtgläubig sein sollte.

Früher, also ganz früher, da war es anders. Nachrichten tröpfelten nur spärlich ein. Bis eine Neuigkeit aus einem anderen Kontinent sich in Europa verbreitete, vergingen Wochen, manchmal Monate. Ein ausgeklügeltes Informationssystem brachte Handelstreibenden entscheidende Vorteile. Die Augsburger Fugger verdankten unter anderem einer funktionierenden Kommunikation ihren Wissensvorsprung, den sie lohnend einsetzten: „Wissen ist Macht.“ Der zweite Teil des Spontispruchs („Nichts wissen macht auch nichts“) mag einen Lacher auslösen. Eine Informationsgesellschaft freilich ist auf „News“ angewiesen. Technische Möglichkeiten erlauben es heute jedermann, sich innerhalb von Sekunden in der Welt mitzuteilen. Längst sind die User sozialer Netzwerke nicht mehr nur Empfänger von Nachrichten, sondern auch Sender. Unter den vielen Nachrichten findet sich auch eine ordentliche Portion Falschmeldungen. Über „Fakes und Fakten“ sprachen dann auch Redakteure der Günzburger Zeitung mit Gymnasiastinnen aus Günzburg und Jettingen-Scheppach. Das Angebot machten die Journalisten anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai.

Kurzfilm zeigt einen Arbeitstag in der Redaktion

Bereits am Donnerstag beteiligte sich das Günzburger Maria-Ward–Gymnasium an diesem Schülermedientag. Rebekka Jakob, stellvertretende Redaktionsleiterin der Günzburger Zeitung, besuchte drei Klassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe. Die Schülerinnen erhielten durch einen Kurzfilm eine Ahnung davon, wie der Tagesablauf einer Lokalredakteurin aussieht. Dieser Einblick in die journalistische Arbeitswelt war für die Schülerinnen nach eigenen Worten „sehr interessant“, denn er zeige, wie vielfältig dieser Beruf sei und welche Verantwortung man dafür habe, gründlich zu recherchieren, um nicht irgendwelchen reißerischen und ungeprüften Fakes auf den Leim zu gehen.

Spannend fanden die Schülerinnen auch „Fakes“, wie sie in sozialen Netzwerken, auf Twitter oder Instagram gepostet werden: ohne Quellenangabe, aber sogar noch mit Kommentaren versehen, die leicht dazu verführen, das zu glauben, was man sieht. Daran erkennt man die Macht der Bilder. Die Redakteurin appellierte an die Schülerinnen, neugierig zu bleiben, aber nicht leichtgläubig zu sein, sondern kritisch, wachsam und mit Verstand die Nachrichten zu hinterfragen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Amoklauf von München als Beispiel

Das Foto eines Haifischs, der nach einem Wirbelsturm auf einem Highway seine Runden schwamm, der einem Bassin glich, hat sich schnell im Internet verbreitet. „Believe it or not ...“, begann der Kommentar des US-amerikanischen Verfassers. „Man sollte das besser nicht für bare Münze nehmen“, sagte Till Hofmann, Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung vor Siebt- und Achtklässlerinnen des Mindeltal-Gymnasiums in Jettingen-Scheppach. Er berichtete am Freitag auch aus eigenem Erleben. Nach dem Amoklauf im und am Olympiaeinkaufszentrum in München vor knapp drei Jahren habe die Zentralredaktion der Augsburger Allgemeinen versucht, an möglichst viele Informationen zu kommen, um die Leser umfassend zu informieren. Der Redaktion wurde auch ein Foto zugespielt, das den angeblichen Täter zeigt. Da zunächst nicht klar war, woher das Bild stammt und wer darauf zu sehen ist, hat man auf einen Abdruck verzichtet. Das Foto hat sich im Nachhinein als wahrhaftig erwiesen. „Aber hier ging Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, so Hofmann.

Experimentierfeld unter professioneller Anleitung

Das Angebot der GZ: „Wir sind immer an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern interessiert, die gerne schreiben, neugierig auf das Leben und auf Menschen mit ihren Geschichten sind“, sagt GZ-Redaktionsleiter Till Hofmann Wer sich versuchen möchte, hat nun die Gelegenheit dazu. Speziell Jüngere haben mit unserer wöchentlich erscheinenden Jugendseite „K!ar.Text“ ein Experimentierfeld unter professioneller Anleitung. Wer sich angesprochen fühlt und Näheres über eine Mitarbeit oder ein Praktikum bei der GZ wissen will, meldet sich einfach per E-Mail unter der Adresse redaktion@guenzburger-zeitung.de. Unbedingt die Kontaktdaten angeben. (mit zg)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren