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Landkreis Günzburg

17.10.2018

Die Protestanten haben im Kreis Günzburg die Wahl

Im Walkostüm und Schild mit der Aufschrift „Rettet die Wal“ warb am Dienstagvormittag während des Wochenmarkts auf dem Günzburger Marktplatz der evangelische Pfarrer Alexander Bauer für die Kirchenvorstandswahlen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Am Sonntag entscheiden die Mitglieder der evangelischen Gemeinden über die Kirchenvorstände. Was neu ist und einen großen Rücklauf bringt.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Genau eine Woche nach der Landtagswahl wird wieder gewählt – zumindest in den evangelischen Pfarrgemeinden in der Region. Alle sechs Jahre entscheiden die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden über die Zusammensetzung der Kirchenvorstände, abgestimmt wird am 21. Oktober.

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In Burtenbach hatte Pfarrer Norbert Riemer kein Problem damit, die nötige Anzahl an Kandidaten zu finden. Der Kirchenvorstand in Burtenbach besteht aus insgesamt acht Mitgliedern – sechs werden direkt gewählt. Eigentlich hätte Pfarrer Riemer lediglich zwölf Kandidaten gebraucht, doch in Burtenbach stehen gleich 15 auf der Liste. „Man hat dieses Mal wirklich eine Wahl.“ Der Kirchenvorstand wird sich neu zusammen würfeln, denn vier der bisherigen Mitglieder hören aus den verschiedensten Gründen auf, sagt Pfarrer Riemer.

„Überreden werde ich niemanden“

In den vergangenen Wochen hat er etliche mögliche Kandidaten angesprochen, ob sie nicht das Amt im Kirchenvorstand übernehmen möchten. „Überreden werde ich niemanden“, betont Pfarrer Riemer. Aber nach 20 Jahren in der Burtenbacher Pfarrgemeinde, zu der auch Jettingen-Scheppach gehört, kennt er die Mitglieder seiner Gemeinde und kann gut einschätzen, wer sich ehrenamtlich engagieren könnte.

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Im Vergleich zu den vergangenen Wahlen vor sechs Jahren gibt es dieses Mal einen großen Unterschied: Die Unterlagen für die Briefwahl werden mit der Wahlbenachrichtigung gleich mitgeschickt. So können die Gläubigen ohne weitere Umstände sofort ihre Stimme per Post abgeben. „Der Rücklauf ist beachtlich“, sagt Riemer. Er schätzt, dass die Wahlbeteiligung deutlich höher ausfallen wird, als bei den vergangenen Kirchenvorstandswahlen.

Ein Kandidat mehr als benötigt wird

Diese Erfahrung macht derzeit auch der Günzburger Pfarrer Friedrich Martin. „Täglich kommen bei uns im Pfarramt Briefwahlunterlagen an“, sagt er. Der Rücklauf sei sehr gut. „Ich finde es sehr spannend, was das Wahlergebnis diesmal bringen wird.“ Auch in Günzburg gab es keine Probleme, die nötige Anzahl an Kandidaten zu finden. 16 wurden benötigt, 17 stehen auf dem Stimmzettel. In seiner Kirchengemeinde gebe es zum Glück viele Mitglieder, die sich aktiv einbringen und engagieren möchten. Pfarrer Friedrich Martin hat als stellvertretender Dekan auch Einblicke in andere Kirchengemeinden. Er weiß daher: Nicht überall läuft es so gut. „Manche Gemeinden mussten die Kandidatenzahl reduzieren.“

Mitbestimmung auch bei der Stellenbesetzung

Auf die Kirchenvorstände kämen auch große Aufgaben zu, so Martin. „Man bindet sich für sechs Jahre, für einige ist das zu viel.“ Der Kirchenvorstand ist unter anderem für die Gestaltung der Gottesdienste verantwortlich und kümmert sich um die kirchlichen Gebäude. Aber auch wenn es um die Besetzung von Stellen geht, hat der Kirchenvorstand ein Wort mitzureden. Nicht nur bei offenen Pfarrstellen, sondern wie es beispielsweise in Günzburg der Fall ist, für Mitarbeiter von kirchlichen Kindergärten oder anderen Einrichtungen. In Günzburg, so erklärt Pfarrer Martin, kommen da schon 40 Mitarbeiter zusammen. „Für die sind wir verantwortlich.“ Der Kirchenvorstand entscheidet auch, wie die Kinderbetreuung gestaltet werden soll.

Die Günzburger Kandidaten für das Amt des Kirchenvorstands wurden beim Gemeindefest vorgestellt. Auch sonst rührt Pfarrer Martin kräftig die Werbetrommel für die anstehenden Kirchenvorstandswahlen. Am Dienstag machte er mit seinem Pfarrer-Kollegen Alexander Bauer eine Tour über den Günzburger Marktplatz – Pfarrer Bauer in einem Walkostüm, um auf die anstehende Wahl am Sonntag aufmerksam zu machen. Damit möglichst viele Gläubige ihre Stimme abgeben.

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