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Günzburg

28.05.2015

Drei Männer nach Drogen-Razzia in Günzburg in Haft

In Günzburg hat die Polizei Drogen gefunden.
Bild: Polizei

In der Innenstadt waren auch Spezialkräfte aus München beteiligt. Die Ermittler schlugen zeitgleich zu - und machten einen nicht alltäglichen Fund.

Mehrere Polizeifahrzeuge haben am Dienstagmorgen vor allem in der Günzburger Innenstadt für Aufsehen gesorgt. Wie die Polizei jetzt bekannt gibt, wurden zeitgleich sechs Anwesen im Stadtgebiet und ein weiteres im baden-württembergischen Heidenheim durchsucht. Weil die Beamten davon ausgehen mussten, dass einer der Verdächtigen in Günzburg bewaffnet und gewaltbereit ist, wurde dort auch eine Spezialeinheit aus München eingesetzt. Sie griff um kurz nach 10 Uhr zu. Der 26-Jährige ließ sich aber widerstandslos festnehmen. Gefunden wurden bei ihm nur eine Schreckschusswaffe – und 55 Gramm Amphetamin.

Bei einem 40-Jährigen stellten die Beamten in Günzburg hingegen mehr als zwei Kilo Cannabis sicher. "Das ist nicht alltäglich", sagt ein Polizeisprecher. In den anderen Objekten fanden die Ermittler nur geringe Mengen Amphetamin und Cannabis oder auch gar nichts. Während der 26- und der 40-Jährige bereits geständig sind, streitet ein 31-Jähriger alles ab. Bei ihm wurden nach Auskunft der Polizei auch keine Drogen gefunden. Gegen ihn und den 26-Jährigen lagen bereits Haftbefehle vor, gegen den 40-Jährigen wurde wegen des Drogenfunds ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Alle drei wurden der Haftrichterin beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt und sitzen jetzt in Haft.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West kennen sich die Männer untereinander und seien selbst Drogenkonsumenten. Der 40-Jährige sei bei der Polizei zwar ein unbeschriebenes Blatt gewesen, habe die Drogen aber aus Holland in die Bundesrepublik gebracht, weshalb nun gegen ihn ermittelt wird. Den 26-Jährigen kennen die Beamten schon länger. Gegen alle Männer wird wegen des Besitzes und des Verdachts auf Handel mit Betäubungsmitteln ermittelt.

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Ermittler: "Das Unrechtsbewusstsein schwindet"

Die Kriminalpolizei hatte Hinweise auf die Verdächtigen bekommen. Die Staatsanwaltschaft Memmingen beantragte die Durchsuchungsbeschlüsse für die sieben Anwesen. Nachdem das Amtsgericht Memmingen den Anträgen stattgegeben hatte, schlugen knapp 30 Beamte zu. In einer Wohnung in der Günzburger Innenstadt verschloss die Feuerwehr die Wohnungstür wieder notdürftig, sagt der stellvertretende Kommandant Achim Senser unserer Zeitung.

Dass sie etwas Strafbares tun, ist vielen Drogenhändlern übrigens wohl nicht mehr bewusst. „Aus Gesprächen mit Tatverdächtigen bekomme ich immer öfter das Gefühl, dass das Unrechtsbewusstsein beim Handel mit Rauschgift, selbst in größeren Mengen, schwindet“, erklärt Arno Mayer. Er ist der Leiter des zuständigen Fachkommissariats bei der Kriminalpolizei in Neu-Ulm, die auch für den Bereich Günzburg zuständig ist. „Es erkennen offenbar immer weniger die Gefahr, dass ihnen dabei eine Freiheitsstrafe droht.“ Die Ermittlungen gegen die Männer sind noch nicht abgeschlossen und dauern noch an, heißt es bei der Polizei.

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