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Dorfserie (6)

17.08.2019

Erst langsam wächst Ebersbach zusammen

Einst Treffpunkt für Jung und Alt, wartet der Dorfweiher mit seinen gepflegten Grünflächen heute meist vergeblich auf Besucher.
Bild: Gertrud Adlassnig

Da ist der Altort mit das Bild prägenden Gebäuden. Und die „Siedlung“, wie die Einheimischen die Baugebiete nennen. Man lebte eher neben- statt miteinander. Warum sich das nun ändert.

Das kleine Dorf zwischen Günz- und Kammeltal ist vielen Menschen nur als Durchgangsstation bekannt. Wer die Verbindungsstraße von der B16 nach Wettenhausen oder Limbach nimmt, rauscht auf einer gut ausgebauten Ortsstraße durch das Dorf und bemerkt vielleicht nicht, dass die Straße von üppigem, öffentlichem Grün gesäumt ist. Dies ist eine Besonderheit, denn breite Grünstreifen mit Obstbäumen und wiesenbewehrte Plätzchen mit malerischen Linden findet man selten in Dörfern.

„Früher,“ erzählt Hans Schwarz, „hatte Ebersbach zwei Arbeiter, die diese Anlagen gepflegt haben.“ Früher, das war vor der Gebietsreform mit der Eingemeindung nach Kötz. Auf einer dieser Grünanlagen steht Alois Siebinger, ein Gartengerät in der Hand. Der Günzburger ist 1984 nach Ebersbach gezogen, hat sich dort am Rand der Kernbebauung ein Haus gekauft und hält seither nicht nur seinen Privatgarten in Schuss, sondern auch die öffentliche Grünfläche davor. Gerade recht er die vorzeitig abgeworfenen Zwetschgen zusammen, nicht im Auftrag der Gemeinde, sondern aus eigenem Antrieb. Bürgerschaftliches Engagement ohne Eigennutz, für die Gemeinschaft.

"Im Dorf hält man zusammen"

Die Senioren bleiben stehen zu einem kleinen Ratsch. Man kennt sich, man duzt sich. „Im Dorf hält man zusammen, man hilft sich und man passt aufeinander auf, ohne den anderen zu kontrollieren,“ beschreibt Helmut Schwarz die ländliche Lebensform, die im alten Ebersbach noch gepflegt wird. Schwarz ist ein Ebersbacher durch und durch. Er ist hier aufgewachsen, wie schon seine Vorfahren. Er gehört zu dem runden Dutzend Dorfbewohner, die den Zusammenhalt pflegen, die bereit sind, dafür Zeit und Energie aufzuwenden. Über viele Jahre hat er, damals Feuerwehrkommandant, in seinem Garten das legendäre Kinderfest organisiert.

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Aus der ehemaligen Gaststube der Sonne wurde die gute Stube der Krausenböcks. Hier fand auch Opas Sofa einen neuen Platz und lädt Hildegard Krausenböck zum Lesen und Entspannen ein.
Bild: Gertrud Adlassnig

„Da hat sich ein Gutteil des Dorfes getroffen. An die 100 Leute, vom Kind bis zum Greis, haben sich im Garten amüsiert. Was wir damals gemacht haben, o je, das wäre heute nicht mehr möglich! Wir haben zum Beispiel eine Seilbahn vom Garten zum unten gelegenen Dorfweiher gebaut, sodass sich die Kinder von hier oben hinunterkatapultieren konnten. Eine Riesengaudi war das.“

Heute sind die Gartenfeste Geschichte, zuviel Arbeit für zu wenige Helfer sei es geworden, erklärt Helmut Schwarz den Grund für das Aus des Kinderfests. Solche Zeiten gehören der Vergangenheit an, wie so manches im Dorf: der Weiher als Treffpunkt, Badesee und Wintersportplatz für Jung und Alt und auch die Feuerwehr, 1875 gegründet und heute nur noch eine mühsam aufrecht erhaltene Löschgruppe. „Wir haben keinen Nachwuchs, obwohl das Dorf heute fast doppelt so viele Einwohner hat als vor 50 Jahren. Wenn es werktags brennen würde, wir würden wohl kaum zwei Mann stellen können.“

Im Ort gibt es nur einen nennenswerten Arbeitgeber

Die wirtschaftliche Entwicklung hat Ebersbach in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Im ehemaligen Bauerndorf gibt es gerade noch acht landwirtschaftliche Betriebe, nur der von Richard und Claudia Lochbrunner wird im Vollerwerb betrieben. Ebersbach hat nur einen nennenswerten Arbeitgeber. Das am westlichen Ortsrand gelegene Autohaus Siegner beschäftigt rund zehn Mitarbeiter, einige auch von auswärts. Wie Sabine Siegner-Schöfer, die Schwester des Inhabers, die nach Kötz geheiratet hat und antizyklisch in das alte Heimatdorf pendelt. Der große Rest der Ebersbacher setzt sich morgens ins Auto und kommt erst am Abend zurück.

Adolf Schilling vor seinem Elternhaus in der Dorfmitte: In dem kleinen Häuschen lebte er mit seinen Eltern und sieben Geschwistern. Die Entbehrungen der Nachkriegszeit wurden für die Kinder durch ihre Abenteuerlust und Freiheit ausgeglichen.
Bild: Gertrud Adlassnig

Tagsüber sind fast nur Senioren im Dorf anzutreffen. Die Rentner und Pensionisten wissen viel über das alte Ebersbach, das von vor der Gebietsreform und den Neubaugebieten, die das Dorf zerrissen haben. Für einen Mathematiklehrer auf der Suche nach einem griffigen Beispiel zur Erklärung der Mengenlehre wäre Ebersbach fast schon der Idealfall: Ebersbach geht als ein Teil des Ganzen komplett in die Einheitsgemeinde Kötz ein. Doch hat es auch eine Schnittstelle mit Deubach, dem ehemaligen Schulort und noch immer Sitz der Pfarrei, weniger als zwei Kilometer weiter südlich gelegen und damit für unzählige Generationen von Schülern und Kirchgängern fußläufig erreichbar.

Nur die Vorwahl verbindet die alten Dörfer noch

Diese Schnittstelle wird kontinuierlich kleiner, denn mit der Verlegung des Schulorts nach Kötz finden immer weniger Menschen den Weg nach Deubach, das zum Stadtteil von Ichenhausen geworden ist. Nur die Telefonvorwahl verbindet die alten Dörfer noch. Die Gebietsreform hat, in all ihren Konsequenzen, massiv in die kulturelle Identität des Dorfes eingegriffen. Nicht nur die Verkehrsströme haben sich geändert, auch die mentale Orientierung und die soziale Vernetzung sind neu. Denn die Kinder gehen von der Krippe bis zur Grundschule nach Kötz, folglich orientiert man sich nicht mehr Richtung Deubach und Ichenhausen, sondern nach Kötz und Günzburg.

Gemeinderat Richard Lochbrunner und seine Frau Claudia betreiben den einzigen Vollerwerbshof in Ebersbach. Obwohl der Bullenstall ausgelagert wurde, haben sie sich für ein Leben im Dorfkern entschieden. Hier fühlt sich auch der kleine Lukas wohl.
Bild: Gertrud Adlassnig

Diese Umorientierung in den Außenbeziehungen ist nur ein Teil der tiefen Veränderungen, die über Ebersbach seit der Gebietsreform scheinbar wie eine Lawine hereingebrochen sind. Noch gravierender ist die Teilung des Dorfes in zwei Mengen, die lange Zeit nur minimale Schnittstellen zu haben schienen: Auf der einen Seite der alte Dorfkern mit Kirche und Bauernhäusern und gewachsener Gemeinschaft, am Rand ein Neubaugebiet, so groß wie der Ort selber, besiedelt mit Fremden, die keine Berührungspunkte mit dem Dorf haben.

Früher gab es hier gleich zwei Wirtschaften

In den alten Zeiten, schwärmen die Senioren, gab es im Dorf gleich zwei Wirtschaften, die Sonne und den Micheler, dazu den Dorfweiher, Heimat für Geselligkeit und Miteinander. Die Wirtschaften sind geschlossen, der Weiher wegen seiner harmlosen Grünalgen verpönt. Heute gibt es nur noch das Feuerwehrhaus mit dem Seminarraum. Hier treffen sich die Senioren am Sonntagvormittag zur „Ü-50-Party“, wie sie ihren Stammtisch augenzwinkernd nennen.

Alois Krausenböck, Richard Lochbrunner, Adolf Schilling, Leonhard Brenner und Hans Schwarz haben sich einen Stammtisch im Feuerwehrhaus eingerichtet, nachdem die Dorfwirtschaften geschlossen wurden.
Bild: Gertrud Adlassnig

Der Dorfkern hat sein Gesicht verändert: Gerade noch 15 Häuser aus der Zeit von 1927 kann Helmut Schwarz anhand einer alten Luftbildaufnahme ausmachen. Die anderen sind verschwunden. Ersetzt wurden diese Häuser nur teilweise und oftmals in einem Baustil, der der momentanen Mode unterlag, die nichts zu tun hat mit dem schwäbischen Baustil der giebelständigen Bauernhäuser, die ihren lang gestreckten Baukörper zu einem offenen Hof hin ausrichten.

Die Baugebiete haben die Struktur des Dorfs verändert

Im scharfen Gegensatz zu der traditionellen Bauweise präsentieren sich auch die Neubaugebiete am Ortsrand. Drei wurden seit der Gebietsreform ausgewiesen und haben die Struktur des kleinen Dorfes grundlegend verändert. Die Ebersbacher waren bis 1945 eine enge Gemeinschaft. Die rund 180 Einwohner scharten sich weitgehend um die liebevoll gepflegte Filialkirche.

Die Siedlung mit ihren gepflegten Straßen und großzügigen Gärten hat viele Bauherren von außen nach Ebersbach gelockt.
Bild: Gertrud Adlassnig

Mit den 120 Flüchtlingen, die nach 1945 kamen und überall, wo ein noch so kleines Fleckchen frei war, einquartiert wurden, rollte die erste Welle Fremder über das Dorf. Doch die Heimatvertriebenen zogen mehrheitlich schon bald weiter, einige wenige ließen sich in Ebersbach auf Dauer nieder, siedelten am Ortsrand und integrierten sich schnell in die Gemeinschaft. Schließlich, so erzählen die Senioren vom Stammtisch, hatten sie alle etwas gemein: Sie hatten alle nichts oder jedenfalls nicht viel. Aber sie hatten Gemeinschaftssinn und waren bereit, sich einzubringen, um die Lage zu verbessern.

Modernste technische Infrastruktur gibt es jetzt

1950, erinnert sich Adolf Schilling, haben sich die Dorfbewohner eine Wasserleitung gebaut. Bis dahin hatte jeder Hof seinen eigenen Brunnen. Um das Vorhaben ohne Geld verwirklichen zu können, wurde jedem Haus täglich eine fünf Meter lange Strecke zugeteilt, die per Hand ausgeschaufelt werden musste. In die im Frondienst erstellten Gräben, die bis ins Tal bei der B16 ausgehoben werden mussten, legte dann der Schlosser Siegner die Wasserleitung. Solche Aktionen sind heute undenkbar.

Die Infrastruktur wird von der Zentralgemeinde geplant. Ebersbach hat da nicht das schlechteste Los gezogen, versichert Gemeinderat Richard Lochbrunner, der stolz auf die neuen Straßen im Dorfkern verweist. „Nicht nur der Belag, alles ist neu. Und das ohne Kosten für die Anwohner. Dank eines Pilotprojektes verfügt Ebersbach nun über die modernste technische Infrastruktur, nicht nur Strom-, Wasser-, Gasleitungen wurden in den Boden gelegt, auch Glasfaserkabel“, die das Dorf an die große weite Welt anschließen. Doch diese Ausstattung gilt nur für die Technik.

Alle wichtigen Einrichtungen sind in Kötz

Gefragt, ob er hier alt werden will, ist Alois Siebinger skeptisch. „Eigentlich gibt es hier nichts,“ überlegt er zwischen seiner Gartenarbeit. „Es gibt keinen Arzt und keine Apotheke, keinen Bäcker, keinen Metzger, keinen Lebensmittelladen, ohne Auto geht hier gar nichts.“ Denn auch der Flexibus ist nur eine mäßige Lösung. „Ebersbach“, sagt Claudia Lochbrunner, liegt am Wabenrand, da haben wir kaum Streckenauswahl.“ Die Kinderkrippe, der Kindergarten, die Schule: alles in Kötz. Der Sportverein, der Musikverein, der Faschingsverein: in Kötz. „Die Ebersbacher werden mit einem Jahr zu Pendlern und bleiben es bis zur Rente,“ sagt Alois Krausenböck. Aber in Ebersbach gibt es „den Stachus“, die kleine öffentliche Fläche am Feuerwehrhaus, beiderseits der Durchgangsstraße. Hier hält um elf Uhr der Bäcker, hier gibt es eine Bushaltestelle mit Häuschen und Vorrichtungen für den Christbaum und den Maibaum.

Helmut Schwarz hat viele Jahre in seinem idyllischen Garten ein Kinderfest organisiert. Auch heute ist er noch Antriebsfeder für zahlreiche dörfliche Aktivitäten.
Bild: Gertrud Adlassnig

Christbaumfest, Maibaumaufstellen und Johannisfeuer setzen im Dorfleben Glanzpunkte. Es sind traditionsreiche Feste, die das Dorf zusammenhalten. Und mehr noch, sie sind für die Bewohner der „Siedlung“ eine Möglichkeit, Kontakt mit den Einheimischen aufzunehmen. Das haben sie in den Augen der Kerndörfler bislang viel zu wenig getan. Doch Helmut Schwarz, der unermüdliche Organisator dörflicher Gemeinschaft, scheut sich nicht, die Neubürger direkt anzusprechen, sie um Hilfe zu bitten. „Nur mit den Leuten aus dem Kerndorf könnten wir unseren Maibaum nicht mehr stellen. Wir sind stolz darauf, ihn mit Muskelkraft und Stangen aufzurichten, ganz in alter Tradition, da brauchen wir jüngere, sportliche Männer.“

Ein Spielplatz- statt eines Kinderfests

Auch das Kinderfest hat einen Nachahmer aus der Siedlung gefunden. Kerstin Mayer, die aus Kötz hergezogen ist, hat ein Spielplatzfest ins Leben gerufen. Um bewusst an die alte Tradition anzuknüpfen, hat sie Freunde und Nachbarn aus der Siedlung mit ins Boot geholt. „Zum Fest, das nun schon Tradition geworden ist, kommen auch Leute aus dem Dorf“, sagt Kerstin Mayer, aber noch ist es ein Neben- und noch kein Miteinander.

Denn noch immer gibt es „die aus der Siedlung“, so werden die Bewohner der Baugebiete Kohlstatt und Krautgarten genannt, und die Dorfbewohner. Die zwischen 1996 und 2004 erschlossenen Baugebiete am Ostrand von Ebersbach zählen 38 Bauplätze, die, soweit den Altbewohnern bekannt ist, ausschließlich von Auswärtigen gekauft und bebaut wurden. In dem Siedlungsgebiet mit großzügigen und doch erschwinglichen Grundstücken, ruhig und verkehrsgünstig gelegen, hat sich eine eigene Gemeinschaft gebildet, die bislang nur wenige Schnittstellen mit Alt-Ebersbach aufweist. „Hier gibt es viele junge Familien, alle sind ungefähr im gleichen Alter, fast alle haben Kinder oder zumindest Halbwüchsige,“ beschreibt Kerstin Mayer das Neubaugebiet, wie seine Bewohner es empfinden.

Erst allmählich findet man zusammen

Sie leben in angenehmer Wohnlage, weg vom Verkehr, haben Straßen, in denen die Kinder gefahrlos spielen können. Da alle sowieso pendeln, ist eine Nahversorgung überflüssig. Erst in jüngster Zeit gibt es über die punktuellen Treffen zu den Dorffesten hinaus eine Annäherung zwischen Alt- und Neubürgern. Dahinter stehen zunächst Partikularinteressen. Die einen fürchten um ihre Idylle, die anderen sorgen sich um den übermäßigen Landverbrauch, der für die B16-Umfahrung nötig wird.

Gemeinderat Richard Lochbrunner, der selbst mitten im alten Dorf lebt, gehört zu den Kritikern der Umfahrungsplanung. Aus der Interessengemeinschaft B16 ist inzwischen eine Vereinigung hervorgegangen, die sich „Bündnis für Mensch und Natur“ nennt. „Seit es ein gemeinsames Interesse gibt, wächst das Dorf langsam zusammen,“ freut sich Lochbrunner, der bemerkt, dass sich die Neubürger stärker am Dorfleben beteiligen.

Das öffentliche Grün vor seinem Haus mit zu pflegen ist für Alois Siebinger selbtsverständliche Bürgerpflicht.
Bild: Gertrud Adlassnig

Es ist, das spürt man, ein langer Weg, den das Dorf gehen muss, um eine dörfliche Gemeinschaft zu werden. Immerhin wurde durch die Bebauungspläne, erstellt im mental weit entfernten Kötz, das über viele Generationen stabile Dörflein in zwei Jahrzehnten fast auf die doppelte Einwohnerzahl vergrößert.

Das Dorf hat einiges zu bieten - trotz problematischer Entwicklungen

Lange Zeit sah es düster aus für das alte Ebersbach. Problematische Abrissgenehmigungen und planlose Neubauten haben dem Dorf tiefe Wunden geschlagen. Leerstände und als billige Unterkunft vermietete Altbauten, gerade noch gut, um ein paar Euro zu erwirtschaften, nicht geschätzt genug für eine Renovierung, schädigen das Dorfbild. Dabei hat Ebersbach einiges zu bieten, was das Dorf lebens- und liebenswert macht. Da sind die von Adolf Schilling sorgfältig gepflegten Wegkreuze, da ist das Spaghetti-Essen der Mesnerin für die Ministranten, da ist die Filialkirche St. Johann Baptist, um 1700 barockisiert und erst vor Kurzem schuldenfrei restauriert.

Da sind der Dorfweiher und der Friedhof am Waldrand. Da ist auch die ehemalige Sonne, die von der Wirtstochter Hildegard und ihrem Mann Alois Krausenböck mit viel Sachverstand und Herzblut restauriert wurde. Das über 300 Jahre alte Gebäude galt für manchen als reif für die Abrissbirne. Die Krausenböcks haben es erhalten und in ein beispielhaftes Schmuckstück verwandelt. Wenn Hildegard Krausenböck aus dem Fenster der ehemaligen Wirtsstube schaut, keimt Hoffnung auf für das alte Dorf: Das Haus gegenüber wurde verkauft, nicht abgerissen. Es wird, wie das ihre, mit Liebe zum Detail renoviert.

"Seit der B16-Entscheidung sind wir blockiert"

Da gibt es aber auch den Stubenweiher, dessen territoriale Zerrissenheit wie ein Gleichnis von Ebersbach anmutet: Das Gewässer und die Restaurantterrasse gehören zu Ebersbach, der restliche Grund teils zu Kammeltal und teils zu Burgau.

Neue Straßen im alten Dorf, neues Leben in alten Gemäuern, ob das für die künftige Entwicklung von Ebersbach reicht, weiß auch Richard Lochbrunner nicht: „Seit der B16-Entscheidung sind wir blockiert.“ So steht das Dorf, das über Jahrhunderte sich selbst genug war, erneut vor großen Herausforderungen, die mit der Gebietsreform begannen und mit der B16-Umfahrung einen vorläufigen Schlusspunkt erfahren.

Lesen Sie auch die vorherigen Folgen der diesjährigen Dorfserie:

Zehn Mal mehr Kühe als Einwohner: So schön lebt es sich in Marbach

Glöttweng ist die Heimat von Barfußpark und Oswald-Braten

Erisweiler: Ein Dorf, zwei Familien und eine filmreife Kulisse am Radweg

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