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Polizei

14.01.2020

Flucht aus BKH: Zielfahnder verhaften Mann in Spanien

Einen der Männer, die im September aus der Forensik in Günzburg geflüchtet waren, haben Zielfahnder des LKA jetzt gefasst. Der 28-jährige Mann wurde in Spanien verhaftet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Einer der beiden Patienten, die im vergangenen September nach einer Geiselnahme aus der Forensik in Günzburg geflüchtet waren, wurde jetzt gefasst. Wie es nun weitergeht

Nach vier Monaten ist die Flucht beendet: Zielfahnder des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) haben einen der Männer, die im September aus dem Bezirkskrankenhaus Günzburg geflüchtet waren, verhaftet. Der 28-jährige Deutsch-Russe, der zuletzt am 29. September in Schwäbisch-Gmünd gesehen worden war, wurde vor wenigen Tagen in der Region Malaga in Spanien aufgegriffen. Das teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Wie berichtet, hatten die beiden Patienten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren und wegen Suchterkrankungen in der Forensik in Günzburg behandelt wurden, in der Nacht des 22. auf den 23. September eine Klinikangestellte bedroht. Ein weiterer Mitarbeiter hatte daraufhin die Türe entriegelt und die Männer flüchteten.

Die Polizei Günzburg hatte umgehend eine Großfahndung nach den Flüchtigen gestartet, trotzdem gelang es den Männern, unterzutauchen. Mehrfach waren Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, dass die Männer unter anderem in Jettingen-Scheppach, später in Günzburg und bei Leipheim sowie im Raum Stuttgart gesichtet worden seien. Gefunden wurden die beiden 23- und 28-Jährigen aber monatelang nicht, obwohl nicht nur deutschlandweit nach ihnen gesucht wurde. Die Polizei hatte auch einen europäischen Haftbefehl erwirkt.

Flucht aus BKH: Zielfahnder verhaften Mann in Spanien

Um neue Hinweise auf die Männer zu bekommen, deren Spur sich Ende September in Schwäbisch-Gmünd beziehungsweise Anfang Oktober in der Schweiz verloren hat, hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen im November eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt. Außerdem erfolgte ein Fahndungsaufruf in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“. 40 Hinweise waren daraufhin bei der Polizei eingegangen, eine heiße Spur sei nicht dabei gewesen, teilte Holger Stabik, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, mit.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Zielfahnder des LKA schon an die Fersen des einen Flüchtigen geheftet, Hinweise verdichteten sich, dass der 28-jährige Deutsch-Russe nach Spanien geflüchtet war. Mit verdeckten kriminaltechnischen Maßnahmen sei es gelungen, den Flüchtigen zusammen mit spanischen Kollegen am 10. Januar zu ergreifen, so Karl-Heinz Segerer, Sprecher des LKA, gegenüber unserer Zeitung. Die deutsche Justiz habe bereits die Auslieferung des 28-Jährigen beantragt. Vorausgesetzt, der Mann legt keine Rechtsmittel ein, könnte es sein, dass das gesamte Verfahren bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland innerhalb von sieben bis 14 Tagen abgeschlossen ist. Zielfahnder würden den Mann zurück nach Deutschland holen, so der Sprecher.

Sobald der 28-Jährige wieder auf deutschem Boden ist, wird er einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dies erfolgt in Memmingen, da der ursprüngliche Untersuchungshaftbefehl dort ausgestellt worden war. Der Mann hat nach einem schweren Raub noch eine Reststrafe von etwas über vier Jahren abzusitzen. Da er nun eine weitere schwere Straftat begangen hat, wartet ein neues Ermittlungsverfahren auf ihn. Ob der Mann seine Therapie in einer Klinik fortsetzen muss und ob er möglicherweise wieder nach Günzburg in die Forensik kommen könnte, kann keiner der Sprecher sagen.

Von dem zweiten Mann, dem 23-jährigen Ukrainer Ruslan-Oleksandr Tsopa, fehlt jede Spur. Er soll das letzte Mal am 4. Oktober in der Schweiz aufgetaucht sein. Die Ermittler erhoffen sich nach der Festnahme seines Mitstreiters neue Erkenntnisse.

Wie Holger Stabik mitteilt, hält die Staatsanwaltschaft Memmingen weiterhin die Belohnung in Höhe von 3000 Euro bereit. Sollten keine entscheidenden Hinweise auf den zweiten Flüchtigen eingehen, wird die Summe nicht ausbezahlt.

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