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Landkreis Günzburg

19.11.2019

Gästen macht das Gartenhallenbad in Leipheim Spaß

Die Liegen sind leer, es zeigen sich auf diesem Archivfoto nur wenige Gäste im Außenbereich. Doch der Eindruck täuscht. Der Zweckverband ist als Betreiber des Leipheimer Gartenhallenbads zufrieden mit der Besucherentwicklung.
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Die Liegen sind leer, es zeigen sich auf diesem Archivfoto nur wenige Gäste im Außenbereich. Doch der Eindruck täuscht. Der Zweckverband ist als Betreiber des Leipheimer Gartenhallenbads zufrieden mit der Besucherentwicklung.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus 2019 kommen mehr Besucher als im Vorjahr. Womit das zusammenhängt. Und um wen der Zweckverband vor der Generalsanierung buhlt.

Für ihre charmante Hartnäckigkeit bedankte sich Verbandsvorsitzender Matthias Kiermasz bei seiner Stellvertreterin Sandra Dietrich-Kast. Beide, der Kammeltaler Bürgermeister und die Rettenbacher Amtskollegin stehen dem Zweckverband „Hallenbad Nord“ vor. Der hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Leipheimer Gartenhallenbad zu betreiben und das 50 Jahre alte Bauwerk grundlegend zu sanieren.

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Das alles kostet Geld. Und deshalb ist es gut, wenn sich möglichst viele Kommunen im Norden des Landkreises Günzburg daran beteiligen, die Lasten zu tragen. Der Betrieb eines Bades solchen Zuschnitts, der die Attraktivität einer Region mehrt, ist in aller Regel mit einem Defizit verbunden. So liegt der erwartete Zuschussbedarf für nächstes Jahr bei knapp 672000 Euro. Das sind fast 70000 Euro mehr als noch 2019 – und hat damit zu tun, dass alle zwei Jahre umfangreiche Wartungsarbeiten für das Gartenhallenbad anstehen. Schwimmgäste, und damit Erlöse, bleiben in dieser Zeit aus.

Dietrich-Kast arbeitet für den Schulterschluss im Norden

Dietrich-Kast will nun den Schulterschluss im Landkreis-Norden doch noch schaffen. Nachdem die Stadt Burgau und die Gemeinde Dürrlauingen dem Zweckverband beigetreten sind (insgesamt sind es damit 13 Kommunen und der Landkreis) fehlen noch Haldenwang, Röfingen, Landensberg und Winterbach in dieser Allianz. Zwar haben die Gemeinderäte in der Vergangenheit entsprechende Beschlüsse gefasst, kein Teil des Zweckverbandes sein zu wollen.

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Doch das ficht Dietrich-Kast nicht an. Noch vor den Kommunalwahlen im März 2020 möchte die stellvertretende Verbandsvorsitzende erreichen, dass die Meinung in den Ortsparlamenten revidiert wird. Schließlich habe sich die Situation insofern verändert, da die Kommunen nun genau wüssten, welche Belastung auf sie durch den Betrieb des Hallenbads zukämen.

"Frauen wollen alles."

Der Anteil der genannten vier Gemeinden, die derzeit außen vor sind, läge nach einer ersten überschlägigen Schätzung zwischen 3000 und 4500 Euro im Jahr. Ein Betrag, den man aufbringen könne, wie Dietrich-Kast meint. „Es wär’ mir schon sehr recht, wenn wir komplett im Norden wären.“ Die Lacher der Versammlung und den eingangs erwähnten Dank des Verbandsvorsitzenden waren die Reaktion auf zwei andere Sätze der Bürgermeisterin;: „Frauen wollen nicht nur ein bisschen. Frauen wollen alles.“

Im Frühjahr 2022 soll es mit der Generalsanierung losgehen, wenn alles so klappt, wie es der Zeitplan vorsieht. Und im Herbst 2023 soll der Badebetrieb wieder anlaufen. Veranschlagt wurden Gesamtkosten in Höhe von 14,4 Millionen Euro. Wie nah die tatsächlich benötigte Investitionssumme bei den angegebenen Kosten liegt, ist jetzt noch nicht absehbar.

Klar ist aber schon jetzt, dass die Planung der Generalsanierung einen durchaus bedeutenden finanziellen Posten darstellt. Im kommenden Jahr werden dafür 770000 Euro angesetzt – und noch kein Stein ist dann bewegt worden.

Aufwendige Vergabeverfahren

Kiermasz zeigte sich überrascht, „mit welch formalistischen Dingen wir an dieses Großprojekt herangehen müssen“. Dazu zählen die aufwendigen europaweiten Vergabeverfahren für die Auswahl des Architekten (Objektplanung) sowie für die Fachplaner Heizung–Lüftung–Sanitär (inklusive Badtechnik) und für die Elektrotechnik. Sie sind Mitte September angestoßen worden. Alle weiteren Planungsdisziplinen (Tragwerksplanung, Bauphysik, Brandschutz) werden über das Landratsamt in einem nicht ganz so aufwendigen Bieterverfahren ausgeschrieben. Im Februar 2020 sollen die Entscheidungen getroffen sein, wer sich mit der Zukunft des Gartenhallenbads beschäftigen darf.

Dass sich das regionale Bad in Leipheim neben „Eventbädern“ in der Umgebung (zum Beispiel Neu-Ulm, Illertissen, Neusäß) durchaus behaupten kann, belegen die Besucherzahlen. 2018 zählte der Betreiber knapp 133000 Badegäste – mehr als der Landkreis Günzburg Einwohner hat.

Wasserschaden kostet auch Gäste

Dennoch war das ein Rückgang um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe dafür sind laut Zweckverbandsgeschäftsführer Gernot Korz vor allem in der Revisionsschließung und der unvorhergesehenen Schließung der Sauna zur Behebung eines Wasserschadens zu suchen.

Ganz anders sehen die Gästezahlen nämlich für das erste Halbjahr 2019 aus. Exakt 79202 Besucher haben für einen Aufenthalt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bezahlt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Steigerung von 10,3 Prozent. Auch die „mauen Sommermonate“ gehörten der Vergangenheit an, berichtete der Verbandsvorsitzende Kiermasz.

"Familienkarte plus" wird stärker nachgefragt

Ein weiterer Baustein, der die positive Entwicklung unterstreicht, ist die „Familienkarte Plus“, die im Waldbad Günzburg angeboten wird. Gegen einen Aufschlag von 35 Euro auf die reguläre Saisonkarte des Waldbades konnten Familien 2019 von Mitte Mai bis September beliebig oft das Waldbad und das Gartenhallenbad besuchen. Die Verbandsversammlung befürwortet eine Fortführung der 2012 begonnen Kooperation für die Sommersaison 2020.

Im darauffolgenden Jahr könnte auch das Burgauer Freibad dazu kommen. Auf Anregung von Martin Brenner, Zweiter Bürgermeister in Burgau, wird eine Ausweitung überprüft.

Eine Geldquelle bleibt dem Zweckverband verschlossen. Der hatte sich nämlich um Mittel eines Förderprogrammes des Bundes beworben. Allerdings ist das Leipheimer Sanierungsprojekt nicht berücksichtigt worden.

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