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Günzburg

25.08.2016

Nach den Anschlägen: Dorffeste nur noch hinter einem Zaun?

Die Stadt Günzburg hat die Sicherheitsvorschriften für Veranstaltungen verschärft. Dazu gehört auch, dass ein Gelände eingefriedet sein sollte.
Foto: Lukas Barth/dpa (Symbolbild)

Beim Volksfest sind die Sicherheitsvorkehrungen in Günzburg bereits verschärft worden. Nun gibt es auch für andere Veranstaltungen neue Vorschriften - wie in Reisensburg.

Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf in München hatten Stadtverwaltung und Polizei für das Günzburger Volksfest ein strengeres Sicherheitskonzept inklusive Taschenkontrollen erarbeitet. Doch dabei bleibt es nicht: Wie Ordnungsamtsleiter Helmut Stammer auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, gelten auch für das Dorffest im Stadtteil Reisensburg am kommenden Sonntag andere Vorschriften – wie jetzt auch generell für alle Feste, für die eine Gaststättenerlaubnis beantragt wird.

Mit der Polizei wurde ein Merkblatt erarbeitet. So sollen die Veranstaltungsbereiche möglichst eingefriedet und die Zugänge begrenzt werden, damit sie besser im Blick behalten werden können. Auch ein Ordnungsdienst ist vorgesehen. Letztlich liege es an den Veranstaltern selbst, wie sie die Vorgaben umsetzen – sie hätten die Verantwortung und tragen das Risiko. Sie sollen aber stärker in die Pflicht genommen werden.

In Reisensburg seien keine Zäune nötig, da der Platz ohnehin eingegrenzt sei. Doch Barrieren an den Zufahrten müssten sein, damit nicht wie beim Anschlag von Nizza einfach jemand mit einem Fahrzeug in die Menge rasen kann. Taschenkontrollen seien jedoch nicht nötig. Genauso wenig wie Leibesvisitationen, auf die auch beim Volksfest bewusst verzichtet worden sei. Denn das sei unverhältnismäßig gewesen, und wenn sich jemand verdächtig verhalte, könne diese Person so oder so stärker kontrolliert werden. Stammer betont, dass es auf keinen Fall darum gehe, jemanden zu schikanieren. Aber auf die Anschläge müsse nun einmal reagiert werden.

Reisensburgs Feuerwehrkommandant Martin Mayer sagt, dass es auffalle, wenn beim Dorffest – dabei wird auch das 140-jährige Bestehen der Wehr gefeiert – Unbekannte auftauchen. Der größere Aufwand sei schon eine Belastung, da es ohnehin nicht einfach sei, überhaupt noch Ehrenamtliche zu finden und die Auflagen für Veranstaltungen bereits jetzt „nicht ohne sind“. Aber die Vorgaben müssten nun einmal umgesetzt werden und die Feuerwehr sei auch in der glücklichen Lage, das Ordnungspersonal aus den eigenen Reihen zu stellen. Die Absperrungen stelle die Stadt durch den Bauhof zur Verfügung. Daher gebe es bei den Kosten kein Problem. Aber wäre das nicht möglich, wäre es eben auch nicht mehr lukrativ, solch ein Fest zu veranstalten.

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