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02.07.2019

Pläne zur Verlegung der Kreisstraße stoßen auch auf Ablehnung

Verkehr Anwohner in Kleinkötz sollen entlastet werden, Kötzer Unternehmen eine schnellere Anbindung an die Autobahn erhalten. Die Grünen kritisieren Eingriff in die Natur

Kleinkötz Der Plan ist gut gemeint. Durch die Verlegung der Kreisstraße GZ5 sollen die Anwohner in Kleinkötz und in der Waldsiedlung weniger (Schwerlast-)Verkehr erdulden müssen. Außerdem sollen die Kötzer Unternehmen eine schnellere Anbindung an die Autobahn erhalten. Seit Kurzem ist Wilhelm Weirather wieder Chef des Staatlichen Bauamtes in Krumbach. Um auf den aktuellen Stand der Dinge zu kommen, hat er erste Gespräche mit den Beteiligten in Kötz geführt.

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Danach habe sich bei ihm „Ernüchterung breitgemacht“, erklärte Weirather in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Denn die Akzeptanz der Pläne sei „sehr verhalten“. Wie also weiter verfahren? Immerhin stehen Baukosten von etwa neun Millionen Euro im Raum. Gegen den Bau der Umgehungsstraße sind die Kreis-Grünen. Trotz aller Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen bedeute eine neue Straße einen massiven Eingriff in die Natur, betonte der Fraktionsvorsitzende Harald Lenz. Die übrigen Kreistagsfraktionen wollen grundsätzlich an der Planung festhalten. „Das sollte schon die Zielsetzung bleiben“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Olbrich. Denn, so erklärte nicht nur Weirather: Die Verlegung der Kreisstraße sei auch von überörtlichem Belang, etwa durch die Beseitigung „des Nadelöhrs Muna-Senke“.

Auf Biegen und Brechen wollen die Mitglieder des Kreistags die neue Straße nicht durchsetzen. Denn im Extremfall könnten die Baupläne vor Gericht landen. Es sei deshalb besser, weitere Verfahrensschritte vorerst auszusetzen und ein weiteres Mal den „Dialog“ mit Anwohnern und Unternehmen zu suchen, schlugen die Kreisräte Konrad Barm (Freie Wähler) und Gerhard Jauernig (SPD) vor. Wünschenswert sei ferner eine Stellungnahme der Gemeinde, erklärte CSU-Rat Matthias Kiermasz, der sich angesichts „der Widerstände überrascht“ zeigte. Es gebe durchaus Einwände, „die man ernst nehmen muss“, erklärte Weirather. Um die Straße verlegen zu können, seien unter anderem Grundstücke der Firma Alko notwendig. Das aber, so die Unternehmensleitung, könnte die weitere Entwicklung der Firma einschränken. Gleiches könnte auch bei anderen Betrieben der Fall sein. Zwar seien Lösungen denkbar, doch die würden „sehr viel Geld kosten“, betonte der Bauamtsleiter.

Weirather, Barm und Jauernig stellten die Frage in den Raum, ob angesichts der Bedenken, Vorbehalte, Probleme und hohen Kosten nicht besser auf den Bau der Straße verzichtet werden sollte. So weit wollte im Kreisausschuss dann letztlich niemand gehen. Beschlossen wurde vielmehr, zunächst auf weitere Verfahrensschritte zu verzichten und stattdessen ein weiteres Mal das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen. Das bringe zwar zeitliche Verzögerungen mit sich, erklärte Landrat Hubert Hafner. „Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an“, erwiderte Gerhard Jauernig. Wichtiger sei es, nähere Auskunft über die Hintergründe der Bedenken in Kötz zu erhalten.

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