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Gundremmingen

13.11.2013

Risikostudie: Experte warnt vor Leistungserhöhung in Kernkraftwerk

Eine neue Risikostudie zeigt gravierende Sicherheitsmängel im Kernkraftwerk Gundremmingen. Der Bericht, der heute an der Uni Augsburg vorgestellt wird, dürfte auch die Debatte um die geplante Leistungserhöhung beeinflussen. (Archivbild)
Bild: Bernahrd Weizenegger

Eine neue Risikostudie zeigt gravierende Sicherheitsmängel im Kernkraftwerk Gundremmingen. Der Bericht dürfte auch die Debatte um die geplante Leistungserhöhung beeinflussen.

Ist das Kernkraftwerk in Gundremmingen ein Sicherheitsrisiko? Laut einer neuen Studie weist die Anlage jedenfalls in zahlreichen Punkten von den Standards ab, die in Deutschland verbindlich sind. Autor Wolfgang Renneberg, Professor am Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien und bis 2009 Leiter der Atomaufsicht im Bundesumweltministerium, spricht von einer "großen Zahl offener Sicherheitsfragen und Risiken beim aktuellen Betrieb".

Die Studie wurde am Dienstagabend im Wissenschaftszentrum der Universität Augsburg (WZU) vorgestellt. In Auftrag gegeben wurde sie von der Bürgerinitiative "Forum Gemeinsam gegen das Zwischenlager".

Als Beispiel für die Sicherheitsmängel nennt Renneberg den Reaktordruckbehälter, das Brennelementlagerbecken oder die Notkühlsysteme, die aktuell nicht den Anforderungen im kerntechnischen Regelwerk von Bund und Ländern entsprächen. Auch sei die Anlage nur unzureichend gegen den Absturz großer Verkehrsflugzeuge, Hochwasser oder Erdbeben geschützt.

Von Seiten des Kernkraftwerks heißt es, man wolle die Studie erst genauer prüfen, bevor man dazu Stellung bezieht. Man sei jedoch davon überzeugt, dass die Anlage allen Anforderungen voll und ganz entspricht.

Risikostudie: Leistungserhöhung in Gundremmingen nicht machbar

Die Studie dürfte damit auch Auswirkungen auf die Debatte um die geplante Leistungserhöhung im Kernkraftwerk Gundremmingen haben. "Der Antrag kann - so wie die Anlage derzeit dasteht - auf keinen Fall genehmigt werden", sagt Renneberg im Gespräch mit AZ Online.

Wie berichtet, möchten die Betreiber die Leistung in den 30 Jahre alten Reaktoren um jeweils rund 160 Megawatt steigern. Atomkraft-Gegner hatten dem bayerischen Landtag daraufhin eine Petition mit mehr als 6700 Unterschriften überreicht.

Auch in den Kreistagen in Dillingen und Heidenheim gab es heftigen Gegenwind für die Pläne zur Leistungserhöhung. Eine Entscheidung der zuständigen Behörden in Berlin und München steht derzeit noch aus.

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