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Günzburg

19.11.2020

Warum es dieses Jahr keinen Kinderwunsch-Baum an Weihnachten gibt

Der Elektrofachmarkt Expert Günzburg hat in den vergangenen Jahren Kinder an Weihnachten beschenkt, doch dieses Jahr läuft die Aktion anders ab.
Bild: Malte Christians, dpa (Symbolbild)

Plus Der Elektrofachmarkt Expert Günzburg hat in den vergangenen Jahren Kinder an Weihnachten beschenkt, doch dieses Jahr läuft die Aktion anders ab. Wie das Unternehmen die Corona-Krise meistert.

Ein echter Christbaum, schön und bunt geschmückt mit Kugeln und Lichterketten, steht im Elektrofachmarkt Expert Günzburg/ Dillingen und wartet darauf, mit Wünschen verziert zu werden – so war es immer in den vergangenen Jahren. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss. Den „Kinderwunsch-Baum“ wird es aus mehreren Gründen nicht geben, dafür hat sich Christian Hohnke, der Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens, etwas Neues ausgedacht.

Es war eine schöne Idee, die im Günzburger Elektrofachmarkt in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde. Kinder schrieben ihre Weihnachtswünsche mit einem Wert bis zu 100 Euro auf einen Zettel, hängten diesen an den Weihnachtsbaum, waren mit etwas Glück einer der zehn Gewinner und holten das Geschenk dann wenig später im Geschäft ab. Doch vereinzelt habe es mit der Aktion Probleme gegeben, berichtet Hohnke. So wurden beispielsweise Geschenkwünsche im Wert von bis zu 800 Euro angegeben. Oder aber es wurden Küchengeräte oder beispielsweise ein Staubsauger als Wunsch genannt – kaum vorstellbar, dass sich Kinder über solche Elektroartikel freuen. Der Verdacht liegt nahe, dass so manch Erwachsener seine Wünsche auf den Nachwuchs übertragen hat. „Das ging teilweise am Ziel der Aktion vorbei und hat mich frustriert“, sagt Hohnke.

Elektrofachmarkt in Günzburg macht Menschen mit Behinderung eine Freude

Er überlegte, was er stattdessen machen könne und kam auf die Idee, Menschen mit Behinderung zu unterstützen und ihnen eine Freude zu bereiten. Die Albertus-Magnus-Werkstätten in Günzburg erhalten deshalb Elektroartikel im Wert von 1000 Euro. Welche das sind, kann die Einrichtung selbst bestimmen. „Wir erreichen damit ein ganzes Haus und nicht nur einzelne Personen, die solche Geschenke vielleicht gar nicht wirklich brauchen. Außerdem kamen die Bedürfnisse und Probleme von Menschen mit Behinderung während der Corona-Pandemie viel zu kurz. Deswegen wollen wir gerade diesen Menschen etwas Gutes tun“, sagt Hohnke.

Dass er trotz der Corona-Krise, die viele Unternehmen finanziell schwer trifft, nicht auf eine Weihnachts-Spende verzichten wird, war für Hohnke schon nach kurzer Zeit klar – auch, weil der Elektrofachmarkt die Krise bisher relativ gut überstanden hat. „Als der erste Lockdown kam, hat es jedem Händler den Boden unter den Füßen weggezogen und keiner wusste, was er tun soll.“ Den Monat März bezeichnet der Geschäftsmann als „Mega-Desaster“, der April sei nur unwesentlich besser gewesen. „Ich dachte, dass wir das nicht lange aushalten, aber als wir wieder aufmachen durften, kamen die Menschen und wir haben sogar profitiert“, sagt Hohnke. Der Umsatz wurde immer besser und so konnten die Einbußen während des Lockdowns immer weiter aufgefangen werden. „Wenn man auf dem Kurs des Vorjahres ist, kann das schon als Erfolg verbucht werden“, sagt Hohnke.

Expert Günzburg stockt Kurzarbeitergeld komplett auf

In den Expert-Geschäften in Dillingen und Günzburg wurde zwar auch Kurzarbeit für sechs beziehungsweise sieben Wochen eingeführt, aber der Arbeitgeber stockte das Kurzarbeitergeld für die etwa 70 Beschäftigten auf 100 Prozent auf. „Wir haben viele Arbeitnehmer unter 25 Jahren, die sich gerade eine Existenz aufbauen. Wir haben eine Verantwortung nicht nur für diese Menschen und haben uns deshalb zu diesem Schritt entschlossen“, sagt Hohnke. Und er bereut diese Entscheidung keine Sekunde. Wenn jetzt noch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gut verlaufe, sei er mit diesem Jahr trotz aller Umstände zufrieden.

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