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Landkreis Günzburg

29.07.2019

Wasserversorgung im Landkreis: Gemeinsam stark

Bild: Weizenegger

Plus Nur wenige Städte und Gemeinden im Landkreis Günzburg stemmen ihre Wasserversorgung ganz allein. Verbünde wie die Rauher-Berg-Gruppe sind im Laufe der Jahrzehnte immer wichtiger geworden.

Der Landkreis Günzburg ist nahe am Wasser gebaut – nicht nur dank seiner Flüsse wie Günz, Mindel, Kammel und Donau. Auch bei der Förderung von Trinkwasser ist der Landkreis spitze. In unserer Serie „Unser Wasser“ schauen wir diesen Sommer, wo das Wasser im Landkreis herkommt, wie unterschiedlich die Preise sind und was passiert, wenn die Wasserversorgung einmal ausfällt.

Die Wasserversorgung ist den Kommunen im Landkreis Günzburg lieb und teuer – und in vielen Fällen kaum selbst zu leisten. Neben dem Kommunalunternehmen Stadtwerke Günzburg, das auch die Nachbarorte Offingen und Rettenbach mit versorgt, gibt es deshalb im Landkreis eine ganze Reihe von Zusammenschlüssen und Verbünden, die sich um die Wasserversorgung von mehreren Orten kümmern. Eine Besonderheit stellt dabei die Rauher-Berg-Gruppe dar – diese hat ihren Sitz im Nachbarlandkreis Neu-Ulm und beliefert seit Jahrzehnten gleich mehrere Orte im Landkreis Günzburg mit Wasser.

Zweckverbände oder Zusammenschlüsse von Bürgern für eine gemeinsame Wasserversorgung gab es vor der Gründung der Rauher-Berg-Gruppe seit Längerem. Eigene Hausbrunnen, wie es zuvor bei zahlreichen Anwesen der Fall war, reichten bald nicht mehr aus, um den täglichen Trinkwasserbedarf zu decken.

Wasserversorgung im Landkreis: Gemeinsam stark

Pfaffenhofen hatte Brunnen mit ausreichend Wasser zu bieten

Durch den Bevölkerungszuwachs, aber auch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg und dem Entstehen neuer Wohnbaugebiete, spielte die Trinkwasserversorgung eine immer größere Rolle. Gemeinden schlossen sich zu Zweckverbänden zusammen, um gemeinsam eine sichere Lieferung von Trinkwasser zu gewährleisten.

Aus solchen, darunter die Bieber- und Osterbach-Gruppe, wie auch der Markt Waldstetten, sowie weiteren Gemeinden im Landkreis Neu-Ulm, entstand im Januar 1968 der Zweckverband zur Wasserversorgung Rauher-Berg-Gruppe mit Sitz in Pfaffenhofen an der Roth. Sowohl aus technischen, wie auch aus finanziellen Gründen war das Ziel, mehrere Versorgungsgebiete zusammenzufassen, nachdem im Raum Pfaffenhofen Brunnen mit ausreichend Wasser vorhanden waren.

Zu wenig Druck: Auch Kötz schließt sich an

In verschiedenen anderen Gemeinden wäre eine Wassererschließung eher unbefriedigend, wenn nicht erfolglos geblieben. Im Juli desselben Jahres schloss sich die Gemeinde Großkötz an die Rauher-Berg-Gruppe an, nachdem auch dort trotz zweier weiterer Brunnen die Wasserversorgung nicht mehr ausreichte und der notwendige Wasserdruck für die gesamte Versorgung der Gemeinde zu gering war.

Wassermeister Martin Klingler ist bei der Rauher-Berg-Gruppe für das kühle Nass verantwortlich.

Durch die neu errichtete Versorgungsleitung von Waldstetten nach Großkötz wurden ab 1971 auch in Rieden die Mehrzahl der Anwesen durch die Rauher-Berg-Gruppe versorgt. Der Anschluss der restlichen Mitglieder des Wasserbeschaffungsverbands Rieden erfolgte 1987. Im Landkreis Günzburg beliefert die Rauher-Berg-Gruppe heute neben dem Ichenhauser Stadtteil Rieden und der Marktgemeinde Waldstetten mit den Ortsteilen Heubelsburg und Brandfeld auch sämtliche Ortsteile der Gemeinde Bibertal. (Mehr dazu lesen Sie hier: Dieses Wasserwerk versorgt 20.000 Menschen über Landkreisgrenzen hinweg)

Darüber hinaus unterhält sie eine Notversorgung nach Ichenhausen mit seinen Stadtteilen und sichert in verschiedenen weiteren Orten im südlichen Landkreis die Wasserversorgung.

Vier Brunnen bei Pfaffenhofen, ein weiterer bei Wallenhausen, sowie zwei zusätzliche im Stoffenrieder Forst sorgen für eine zuverlässige Lieferung mit frischem und gesunden Trinkwasser für bis zu 20 000 Menschen, die auf einer Fläche von rund 110 Quadratkilometern leben – etwa die Hälfte davon entfällt auf den Landkreis Günzburg, wie Wassermeister Martin Klinger erklärt.

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