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Landesliga

20.11.2017

Raunau ist am Boden

Der Ball ist im Tor, auch wenn Raunaus Torhüter Maximilian Jekle sich das sicher anders gewünscht hätte. Insgesamt 27 Mal muss er die Kugel gegen Friedberg II aus dem Netz holen. Aber wie so oft konnte man ihm und Keeper-Kollege Armin Hessheimer die wenigsten Vorwürfe machen.
Bild: Ernst Mayer

Wieder verliert der TSV gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf. Doch es bleibt ein Lichtblick

Gute Trainingsarbeit ja, aber warum können die Raunauer Jungs dies in keinem Spiel nachweisen? Diese Frage mussten sich die vielen Raunau-Fans am Samstagabend erneut stellen. Nach einer furchterregenden zweiten Halbzeit unterlag der TSV Niederraunau gegen den TSV Friedberg II mit 24:27 (14:14).

Dass das Team einen Psychologen benötigt, war bereits am vergangenen Wochenende festgestellt worden. Gegen Friedberg gab es nun den nächsten Nachweis, dass bei den Raunauern das Problem in den Köpfen steckt. Die Mannschaft hat aus eigenem Verschulden das zweite Vier-Punkte-Spiel gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf in eigener Halle verloren. Und mit einer Leistung wie gegen Friedberg erscheint es nur schwer, im Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga zu bestehen. Da half auch die ganze Unterstützung der knapp 300 Zuschauer im Krumbacher Schulzentrum nichts.

Am Samstag war es wohl ein Trainersieg der Gäste. Friedbergs Gerald Schwarz stellte nach der Halbzeit sein Abwehrsystem komplett um. Der bis dahin überragende Michael Thalhofer wurde an die enge Leine genommen und immer wieder wechselnd wurde auch Mathias Waldmann mit mannbezogenem Abwehrverhalten aus dem Spiel gebracht. Damit kamen die restlichen Angreifer überhaupt nicht zurecht. Die vorher schon vorhandenen Fehler wurden noch mehr und aus einer 16:14-Führung in der 33. Minute wurde innerhalb von zehn Minuten ein 16:19.

Es waren zwar noch fünfzehn Minuten zu spielen und der Raunauer Mannschaft hätte es noch gelingen können, das Spiel zu drehen. Dass sie das können, hatten sie in der ersten Halbzeit bewiesen, als sie aus einem 2:7 ein 9:9 gemacht hatten. Doch das Anrennen in Hälfte zwei war einfach kopflos. Die komplette Angriffsstruktur ging verloren und es war Einzelaktionen von Michael Thalhofer zu verdanken, dass man die Hoffnung nicht schon früh begraben musste. So zog sich die endgültige Entscheidung bis zur 59. Spielminute, als das 27:23 für Friedberg fiel.

Wichtiger Lichtblick neben dem unermüdlichen Thalhofer war A-Jugendspieler Oliver Blösch. Nach dem anfänglichen Rückstand und dem bereits in der achten Minute beantragten Team-Time-Out durch Raunau-Coach Udo Mesch wurde der Youngster ins Rennen geschickt. Und tatsächlich war er es, der die anfängliche Wende einleitete. Den Start der Aufholjagd zum 5:9 und dann die Führungstreffer zum 14:13 und zum 15:14 erzielte die Nachwuchshoffnung. Doch das Pech bleibt Niederraunau in dieser Saison hold: Beim Stand von 17:19 musste Blösch verletzt vom Feld. Das steigerte das Selbstvertrauen der ohnehin demoralisierten Truppe auch nicht weiter.

Die Friedberger nutzten das weidlich aus. Auch wenn man in Krumbach schon weitaus schlagkräftigere Teams als die Friedberger Bayernliga-Reserve erlebt hatte, machte die junge Mannschaft aus ihren Möglichkeiten das Beste. Vor allem Tobias Fuchs und Tobias Müller zerlegten die Raunauer Abwehr auch in der entscheidenden Endphase ein ums andere Mal. Der Endstand von 24:27 in einem Heimspiel gegen einen Wettbewerber im Kampf um den Klassenerhalt zeigte die Raunauer Schwächen auf. Vorne werden zu wenig Tore erzielt und hinten zu viele kassiert. So einfach ist Handball. (walp)

TSV Niederraunau Hessheimer, Jekle; M. Thalhofer (8), M. Waldmann (4/3), Blösch (3), Gaedt (3), von Kries (2), Celik (2), Matzner (1), Kiebler (1), Jordan, Clemente

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