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Ulm/Neu-Ulm

22.12.2015

Blitzer bringen Millionen

Neu aufgestellt: Der Blitzer in der Ulmer Olgastraße.
Bild: Alexander Kaya

In Ulm und Neu-Ulm stehen mittlerweile 14 feste Blitzer. Wie die Geschwindigkeitskontrollen die Stadtkassen füllen und wo man besonders aufpassen muss.

Der neue Blitzer steht erst seit wenigen Tagen an der Olgastraße in Ulm. Doch in der kurzen Zeit wurden schon etliche Temposünder erwischt. Rainer Türke, der Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Gewerbe bei den städtischen Bürgerdiensten, geht davon aus, dass in den nächsten Wochen noch viele Autofahrer geblitzt werden. „Am Anfang ist die Beanstandungsquote immer relativ hoch“, sagt er über die fest installierten Blitzer in Ulm. „Danach fällt sie ab, wenn sich die Stelle bei den Autofahrern aus Ulm, Neu-Ulm und dem Umland herumspricht.“

Zehn fest installierte Geschwindigkeitsmessanlagen gibt es inzwischen in Ulm. Nicht alle sind aber gleichzeitig „scharf gestellt“, weil die Stadt weniger Kameras als Kontrollanlagen hat. Die Säulen werden je nach Bedarf bestückt. Fast durchgehend an ist der Blitzer auf der B10. Der Kasten, der stadtauswärts auf der linken Seite steht, kurz bevor die Bundesstraße über den Blaubeurer Ring führt, führt mit Abstand zu den meisten Verwarnungen. Im Jahr 2014 hat es an dieser Stelle 42000 Mal geblitzt. Zum Vergleich: In der Zinglerstraße wurden 10000 Autofahrer erwischt, die zu schnell unterwegs waren. Insgesamt schrieb die Stadt 100000 Verwarnungen an Temposünder. In etwa zehn Prozent der Fälle wurden die Schnellfahrer mit mobilen Laser-Messanlagen überführt, die in zwei Fahrzeugen installiert sind. Der Rest geht aufs Konto der stationären Anlagen. Dass es an der B10 so oft blitzt, liegt laut Rainer Türke am Durchgangsverkehr: Meist werden auswärtige Autofahrer geblitzt, die den Starenkasten nicht kennen. Da ein Temposünder im Schnitt 25 Euro blechen muss, bringt die Geschwindigkeitsmessung der Stadt Ulm etwa zweieinhalb Millionen Euro im Jahr ein. Allerdings geht Türke davon aus, dass es dieses Jahr weniger wird – wegen der vielen Baustellen. Bis Ende November wurde in Ulm 88000 mal geblitzt.

Deutlich kleinere Brötchen muss da die Verkehrsüberwachung auf der anderen Seite der Donau backen. In Neu-Ulm stehen lediglich vier stationäre Blitzer – zwei an der Ringstraße und zwei an der B10. Und auch die scheinen sich immer mehr herumzusprechen. Waren es im Jahr 2012 noch knapp 28000 Raser, die von den kommunalen Geräten fotografiert wurden, nahm die Zahl in den vergangenen Jahren sukzessive ab. 2014 waren es noch rund 13800 Temposünder, die der Stadt Bußgelder in Höhe von rund 280000 Euro bescherten. Im laufenden Jahr hatten die Neu-Ulmer Blitzer bis dato sogar noch weniger zu tun. Bis Anfang Dezember wurden 11931 Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt. Die hatten es dafür durchaus in sich. Der bisherige „Spitzenreiter“ im Jahr 2015 ließ sich auf der B10 von der Beschränkung auf 70 Stundenkilometer offenbar überhaupt nicht beeindrucken. Er raste mit satten 147 km/h an der Radarfalle vorbei – die Quittung kam per Post.

„Im Regelfall zieht eine so gravierende Geschwindigkeitsüberschreitung ein Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot nach sich. Bei Wiederholungstätern kann das Bußgeld auch mal verdoppelt werden“, erklärt Günther Hohenwarter, Chef der Neu-Ulmer Verkehrspolizei. Er und seine Kollegen sind für die mobilen Geschwindigkeitskontrollen im Landkreis Neu-Ulm (und Teilen des Landkreis Günzburg) zuständig. Über eine halbe Million Fahrzeuge seien in diesem Jahr bereits gemessen worden, so Hohenwarter. Im Schnitt sei etwa jedes Dreißigste zu schnell unterwegs. „Die Quote in unserer Region liegt bei rund 3,5 Prozent und die lässt sich nicht sehr viel weiter nach unten drücken, auch wenn wir noch mehr kontrollieren würden“, sagt Hohenwarter.

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