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Neu-Ulm/Ulm

18.11.2017

Die Straßen werden immer voller

Im Großraum Ulm nimmt der Verkehr immer weiter zu.
Bild: Alexander Kaya

Der Verkehr in Neu-Ulm und Ulm nimmt Experten zufolge weiter zu.

Die Städte Neu-Ulm und Ulm wachsen stetig, und damit auch der Verkehr. Das geht aus der jüngsten Prognose für die beiden Städte hervor, die das Büro Brenner Bernard für einen Zeitraum bis 2030 erstellt hat. Diese Woche wurde sie in den jeweiligen Stadtentwicklungsausschüssen vorgestellt.

2016 lebten in Neu-Ulm etwa 57000 Menschen, im Jahr 2030 sollen es rund 65000 sein. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent. Dieser fällt auf der gegenüberliegenden Seite der Donau mit 7,2 Prozent deutlich geringer aus: Ulm soll in dreizehn Jahren nicht mehr 124000, sondern geschätzt 133000 Einwohner haben. Grundlage für diese Zahlen ist das Verkehrsmodell aus dem Jahr 2008, das mittlerweile schon mehrmals fortgeschrieben und an aktuelle Entwicklungen angepasst worden ist. In Neu-Ulm gab es in diesem und im vergangenen Jahr Verkehrszählungen, somit ist die Eröffnung der Glacis-Galerie bereits mit einbezogen. In Ulm wurde der Verkehr dagegen schon in den Jahren 2014/2015 gemessen – weil danach die zahlreichen Baustellen das Ergebnis verfälscht hätten.

Laut den Messungen ist die derzeit am stärksten belastete Straße in Neu-Ulm die B28 zwischen Senden und der Adenauerbrücke: Innerhalb von 24 Stunden sind 50000 Fahrzeuge zwischen dem Autobahndreieck Neu-Ulm und der Anschlussstelle Senden unterwegs, auf der Adenauer-Brücke sind es mit 91000 Fahrzeugen fast doppelt so viele. Für 2030 rechnen die Experten damit, dass 96300 Fahrzeuge pro Tag hier entlang fahren.

Im Vergleich zu 2008 hat in Neu-Ulm der Verkehr vor allem im Bereich Bahnhofstraße, Meininger Allee und nördliche Memminger Straße zugenommen. Das sei im Wesentlichen auf die Glacis-Galerie und die Bebauung entlang der Memminger Allee zurückzuführen. Mit dem Ausbau der B10 gibt es dort einen rund 30-prozentigen Verkehrsanstieg.

Auch zukünftige Entwicklungen und große Baumaßnahmen, die sich auf den Verkehr auswirken werden, hat das Büro in den Prognosen berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem: rund 10000 neue Arbeitsplätze durch das Gewerbegebiet Ulm-Nord und des Science Park III, die Eröffnung der Sedelhöfe in Ulm mit einer Fläche von insgesamt 18000 Quadratmetern, die Aufsiedlung mehrerer Gewerbegebiete, unter anderem das mit Nersingen gemeinsam genutzte Areal an der B10, die Eröffnung des Südstadtbogens in Neu-Ulm und die Erweiterung der Hochschule Neu-Ulm mit 1000 zusätzlichen Studenten.

Recht überraschend bei den Prognosen vom Büro Brenner Bernard ist, dass der Verkehr zwar steigt – aber nicht im gleichen Maße wie die Einwohnerzahlen. Dem Bevölkerungswachstum von 7,2 beziehungsweise 14 Prozent steht ein Verkehrswachstum von 4,3 Prozent bis 2030 gegenüber. Zimmermann spricht von einer „Entkopplung“ und führt dafür gleich zwei Gründe an: Zum einen sind viele Bürger statt mit dem Auto zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Damit eng verbunden ist der zweite Aspekt: die Verkehrspolitik der beiden Städte. Durch den Ausbau von Radwegen und ÖPNV machen es Neu-Ulm und Ulm ihren Bürgern leichter, das Auto stehen zu lassen. Die Inbetriebnahme der neuen Linie 2 in Ulm wird diese Entwicklung nach Ansicht der Stadt „noch steigern“. (aat)

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