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Weißenhorn

01.12.2020

Ein Denkmalkonzept soll die Besonderheit von Bubenhausen bewahren

Der heutige Weißenhorner Stadtteil Bubenhausen war während der Herrschaftszeit der Fugger eine Webersiedlung. Diesen historischen Wert will die Stadt Weißenhorn bewahren und Vorgaben in Sachen Denkmalschutz machen. Sanierungen von Bestandsgebäuden werden dennoch erleichtert.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Stadt Weißenhorn erarbeitet Vorgaben für Um- oder Neubauten an der Babenhauser Straße in Bubenhausen. Das ruft Lob, aber auch Kritik hervor.

Haussanierungen in Bubenhausen erleichtern und gleichzeitig das historische Erbe wahren – das ist das Ziel eines kommunalen Denkmalkonzepts, das die Stadt Weißenhorn mit Unterstützung von Fachleuten erarbeiten will. Der Stadtrat hat dem Verfahren zugestimmt, allerdings waren in der Sitzung neben Lob auch kritische Anmerkungen zu hören. Denn einige Hausbesitzer dürften von dem Beschluss überrascht sein.

Im Januar hatte sich das Gremium schon einmal für das kommunale Denkmalkonzept, kurz KDK, ausgesprochen. Die Stadtverwaltung hatte davon abgeraten, weil die Ausarbeitung mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden sei. Ende Mai nahm der Stadtrat wie berichtet die Entscheidung zurück. Stattdessen sollte der Ensembleschutz für die Häuser entlang der Babenhauser Straße in Bubenhausen aufgehoben werden. Das bayerische Landesamt für Denkmalschutz hatte nämlich signalisiert, dass bis auf zwei Denkmäler nicht mehr viel von einem schützenswerten Ensemble erhalten sei. Inzwischen haben weitere Besprechungen mit den Fachleuten stattgefunden. Die Sache stellt sich nun wieder anders dar.

Für Gebäudesanierungen sind dem Bürgermeister zufolge Erleichterungen erreicht worden

Bürgermeister Wolfgang Fendt berichtete in der jüngsten Sitzung des Stadtrats von einem Rundgang: „Wenn man mit den Experten durch Bubenhausen läuft, dann sieht man, was für ein besonderer Ort das ist.“ Das Dorf ist bekanntlich eine ehemalige Webersiedlung aus der Herrschaftszeit der Fugger. Es sei in Absprache mit dem Denkmalamt aber auch gelungen, gewisse Erleichterungen für Gebäudesanierungen zu erreichen, sagte Fendt. Mit dem KDK-Verfahren, das wohl vier bis sechs Monate dauern wird, werde man durchaus was erreichen für Bubenhausen, ergänzte er.

SPD-Stadtrat Thomas Schulz, der als Architekt selbst an den Gesprächen mit den Fachleuten teilgenommen hatte, sagte: „Das KDK ist mit Sicherheit die richtige Verfahrensart für Bubenhausen.“ Denn es biete die Möglichkeit, eine staatliche Förderung zu bekommen. „Wenn man es richtig macht, dann profitieren wir alle davon“, ergänzte Schulz.

Der Sitzungsvorlage zufolge soll das Denkmalkonzept eine Analyse des Gebäudebestands beinhalten, die sowohl Wertigkeit, als auch Schwächen des Ensembles im Gebiet Babenhauser Straße konkret benennt. Ziel sei es, die Gebäude, welche aufgrund ihrer städtebaulichen und historischen Bedeutung zu erhalten und instand zu setzen sind, ebenso zu benennen wie diejenigen, bei denen auf eine Erhaltungsforderung aus fachlicher Sicht verzichtet werden kann. Darüber hinaus soll das KDK Vorschläge für die Gestaltung von zukünftigen Neubauten im Ensemble und auch Hinweise für die Instandsetzung von bestehenden Gebäuden erarbeiten. Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden sind laut der Vorlage weitgehende Veränderungen im Inneren möglich.

Auch ein kommunales Förderprogramm ist in Weißenhorn geplant

Das Landesamt für Denkmalschutz hat der Stadt Weißenhorn in Aussicht gestellt, das Verfahren zur Erarbeitung eines Denkmalkonzeptes mit 80 Prozent zu fördern. Die Stadt wiederum plant, ein kommunales Förderprogramm aufzulegen. Nach Fertigstellung des KDK sollen dazu Gespräche mit der Regierung von Schwaben und dem Amt für ländliche Entwicklung stattfinden.

Während die Fraktionen von ÖDP und WÜW volle Zustimmung äußerten, berichtete Andreas Ritter (FDP), dass er „starken Blutdruck“ gehabt habe, als er das Thema auf der Tagesordnung entdeckt habe. Er kritisierte den fehlenden Informationsfluss in den vergangenen Monaten. Hausbesitzer hätten in dieser Zeit schon mit Planungen begonnen im Hinblick darauf, dass der Ensembleschutz bald wegfällt, ergänzte Ritter. Kerstin Lutz (CSU) bemängelte, dass man schon viel Zeit verloren habe. Sie mutmaßte, dass bei Eigentümern Verwirrung herrscht, was sie nun tun dürfen und was nicht, und regte eine entsprechende Bürgerinformation an. Herbert Richter ( SPD) war ebenfalls nicht glücklich mit dem Vorgehen, äußerte aber die Befürchtung, dass man um ein KDK nicht herum komme. Bis auf Ernst Peter Keller (CSU) stimmten am Ende alle Stadträte für das Verfahren.

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