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11.04.2015

Es hat einfach funktioniert

Einen Oasentag wie in Vöhringen zu organisieren, dazu gehört viel Ausdauer. Barbara Werner-Damm ist es gelungen, diesen Tag, den es seit neun Jahren gibt, fest zu etablieren.
Bild: Ursula Katharina Balken

Wie Barbara Werner-Damm mit den Vöhringer Oasentagen erfolgreich wurde

„Ja, einfach probiert und es hat funktioniert!“ Barbara Werner-Damm lacht und ihre grauen Augen blitzen vor Freude. Was sie vor neun Jahren begann, hat sich sehr schnell zum „Selbstläufer entwickelt“, wie sie sagt. Der Vöhringer Oasentag für Frauen, den die Organisatorin auch „Atemholen für die Seele“ nennt, ist so erfolgreich geworden, dass sie jedes Mal mit 130 bis 150 Teilnehmerinnen rechnen kann. Befürchtungen, dass die Workshops nicht ausgebucht wären, braucht sie nicht zu haben.

Angefangen hat es damit, dass Barbara Werner-Damm in Ulm an einem solchen Frauenprojekttag teilgenommen hat. „Ich habe den Projekttag also nicht neu erfunden. Aber was ich in Ulm erlebt habe, hat mich so begeistert, dass ich gefragt habe, warum gibt es so etwas nicht im südlichen Landkreis, wieso nicht in Vöhringen?“ Für sie war das ein Impuls. Sie sprach Referentinnen an, die sie in Ulm kennengelernt hatte, ob sie auch bereit wären, hier eine solche Veranstaltung mit zu gestalten. „Das Echo war mehr als positiv.“

Barbara Werner-Damm gewann den Eindruck, dass die Frauen, die etwas zu sagen haben, eine Botschaft übermitteln wollen, das gerne tun, auch in Vöhringen.

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Werner-Damm suchte sich einen offiziellen Träger, das waren die Katholische Erwachsenenbildung Neu-Ulm, die St. Michaelspfarrei und die Stadt Vöhringen. Aber offenbar war das Themenangebot über Entspannung, Qigong oder auch die Frau und die Beziehung zu ihrem Körper nicht ganz nach den Vorstellungen der Träger. Sie zogen sich zurück. Bis auf die Stadt, die übernahm 2011 die Trägerschaft für die Veranstaltung. Christine Janson, Frau des Vöhringer Bürgermeisters, ist jedes Mal Schirmherrin. „Jetzt haben wir in Vöhringen einen Familien- und Spieletag, einen Kinderkulturtag und einen Frauentag, ist doch toll.“ Barbara Werner-Damm freut sich sichtlich. Denn einen Träger zu haben, sei sehr wichtig, allein schon, um die administrativen Aufgaben erfüllen zu können.

Als Organisatorin entwickelt Barbara Werner-Damm sehr viel ehrenamtliches Engagement. Sie sorgt für die Verteilung der Flyer und kurz bevor der Oasentag beginnt, müssen ja die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten entsprechend hergerichtet werden, Dekoration gehört ebenso dazu, wie fürs Mittagsmahl zu sorgen.

„Ich weiß, bei der ersten Veranstaltung waren es 80 Personen.“ Sie kamen nicht nur aus Vöhringen, sondern auch aus Illertissen, Senden, Buch, Roggenburg, Illerrieden, ja selbst aus Neu-Ulm. „Wie das gegangen ist, weiß ich auch nicht. Aber es zeigte mir, dass Frauen nach einem Atemholen im Alltag das Bedürfnis haben. Eine Frau, wenn sie berufstätig ist, ist voll und ganz gefordert. Da tut das Atemholend der Seele gut.“

Jedes Jahr hat Barbara Werner-Damm andere Themen. Referentinnen, die sie engagiert, aber noch nicht kennt, besucht sie. Sie tastet sich heran, ob der Beitrag dann auch stimmig für den Oasentag ist. In diesem Jahr waren zwei wichtige Themen „Achtsamkeit im Alltag“ und „Bewegung – sich bewusst machen, was man tut“, den Moment wahrnehmen, wenn man geht, isst oder etwas anderes tut. Denn schon der nächste Augenblick ist ein Stück Zukunft. Also sollte man lernen, erst mal die Gegenwart, und sei sie nur einen Moment lang, sich bewusst zu machen und diesen Moment auch zu genießen. Denn vieles geschieht nur, weil man funktioniert. Im kommenden Jahr wird das zehnjährige Jubiläum gefeiert. Dann kann Barbara Werner-Damm mit Recht stolz sein, etwas geschaffen zu haben, das in Vöhringen das Angebot an Bildung erweitert.

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