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Cello und Klavier

14.02.2012

Glanzvoller Kammermusikabend

Ein exquisites Duo sind der Cellist Maximilian Hornung und die Pianistin Milana Chernyavska. Bei ihrem Auftritt im Schloss wollte der Beifall nicht mehr enden.
Bild: Foto: ch

Maximilian Hornung und Milana Chernyavska sind ein großes Duo

Illertissen Zum dritten Mal schon gastierte der junge Cellist Maximilian Hornung, dessen kometenhafter Aufstieg in zahlreichen Rundfunkübertragungen verfolgt werden konnte, bei Kultur im Schloss. Er selbst stammt aus Augsburg, seine Musikerfamilie hat ihren Ursprung in Dillingen. Großvater Ludwig als dortigem Chordirektor und Vater Ludwig, Konzertmeister der Augsburger Philharmoniker, hat er wohl Neigung und Eignung zu verdanken. Aber unendlich viel Mühe und Fleiß müssen erforderlich gewesen sein, bis er jene Reife erreichte, die alle großen Interpreten auszeichnet: Das Spiel ist so vollkommen, dass es jegliche Schwierigkeiten mühelos zu überwinden scheint und wie selbstverständlich „leicht“ wirkt.

Wenn er zum einleitenden Solo des ersten Satzes aus der A-Dur-Sonate Beethovens anhebt, dann fesseln die voluminösen Töne seines um 1700 in Rom entstandenen Meistercellos. Stets das kunstvolle Satzgefüge im Blick, färbt er die unsterbliche Melodie mannigfach strahlend ein. Klar und übersichtlich erscheint dieses prächtige Opus 69 in der um möglichste Objektivität bemühten Wiedergabe. Und die Partnerin Milana Chernyavska, Professorin an der Kunstuniversität Graz, meistert die Doppelbelastung als feinfühlige Begleiterin und als zielstrebig auftrumpfende Pianistin. Schade, dass der Flügel ihrer biegsamen Vortragskunst nicht immer zur Wirkung verhilft.

Ganz anders die Anforderungen, die Sergej Prokofjew in einem seiner letzten Werke, der Cellosonate op. 119, dem Duo stellt: Das einleitende Cellosolo als aufwühlender Beginn lässt hier massive Klänge folgen, mit denen das bedeutende Opus sinfonische Ansprüche ausdrückt. In weiträumigen Bögen werden unterschiedlichste Stimmungen ausgedrückt, mit grimmigem Humor aufbereitet und oft zu orgiastischem Schwung gesteigert. Mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen in diese Klangwelten, die das Genre „Kammermusik“ zu sprengen scheinen,

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vermittelt sie das Duo als glühendes Bekenntnis.

Zu Cesar Franck, dem in Lüttich geborenen Sohn deutscher Eltern, war der innere Bezug wie selbstverständlich gegeben. Dem Vorwurf, dass seine berühmte Violinsonate von den Cellisten missbraucht würde, trat Hornung mit einer kurzen Erklärung entgegen: „Die ersten beiden Sätze wurden für Cello konzipiert. Aber als sein Freund, der berühmte Geiger Eugen Ysaye heiratete, war ein Hochzeitsgeschenk erforderlich. Franck komponierte noch zwei Sätze für Violine hinzu.“ Das Cello vermag die großartige Diktion des Werkes, den magischen Beginn, die feurigen Zwischenspiele und die melodischen Wunder zwischen explosiven Gefühlsausbrüchen genau so gut auszudrücken wie die Violine, vielleicht sogar noch unmittelbarer, durchdringender. Das kam vor allem in dem bewegt begonnenen Kanon zum Ausdruck, den Cello und Klavier in verschlungenem Duettieren bis zu machtvollen Höhepunkten steigerten.

Der Beifall wollte nicht enden. So setzten die beiden noch Stücke von Claude Debussy drauf.

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