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Kommunalwahl

10.03.2020

Kandidat wechselt das Lager

Ein BiSS-Listenkandidat ärgert sich über den Vorsitzenden.
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Ein BiSS-Listenkandidat ärgert sich über den Vorsitzenden.

Kurt Schumacher aus Hittistetten will sich vom BiSS-Vorsitzenden nicht vorschreiben lassen, wie er zu Bögge steht

Kurt Schumacher, Listenkandidat von Bürgerinteressen Stadt Senden (BiSS), ist ins Lager von Bürgermeister Raphael Bögge gewechselt. Das hat er am Wochenende über die sozialen Netzwerke bekannt gegeben. Der auf dem vorletzten Platz kandidierende Hitti-stetter hat sich über BiSS-Chef Dietmar Roschkar geärgert. Konsequenzen für die Kandidatenlisten wird der Wechsel aber nicht haben.

Als Grund gibt der Hittistetter auf seiner Facebookseite „Ärger über das belehrende und bevormundete Schreiben des Herrn Roschkar“ an. Er lasse sich „nicht vorschreiben, was mir gefällt“. Mit einem Foto hat Schumacher eine persönliche Whatsapp-Mitteilung des BiSS-Vorsitzenden vom 20. Februar dokumentiert. „Könntest du bitte keine weiteren Posts von Bögge und Gemeinsam für Senden liken?“, heißt es darin, „das kommt im Moment gar nicht gut. Wir unterstützen diese Gruppierung nicht und auch Herrn Bögge nicht“, schrieb der BiSS-Vereinschef an den Listenkandidaten. „OK“ antwortet der Hittistetter in Whatsapp darauf. Für Nicht-Facebook-Nutzer: Ein „Like“ ist ein virtueller Daumen-Hoch für einen Beitrag, er signalisiert Zustimmung.

Doch Roschkars Anliegen gefiel Schumacher offenbar wenig. Am Samstag postete der 40-Jährige, er wolle „kein Spielball von persönlichem Rachefeldzug sein“ sondern „konstruktiv und ehrlich als Stadtrat in Senden sein“. Weitere Kommentare wollte er am Montag nicht abgeben, Fragen nur per E-Mail beantworten, und zwar „in den nächsten Tagen“. Mitglied im BiSS-Verein war er übrigens nicht.

Kandidat wechselt das Lager

Auf die Wahl am Sonntag habe der Sinneswandel keine Auswirkungen, sagt Stefan Hatzelmann, beim Landkreis zuständig für Kommunalrecht und Wahlen: Der Kandidat sei für BiSS zugelassen, daran ändere sich nichts mehr. Die für ihn abgegebenen Stimmen gehen daher an BiSS.

Bei „Gemeinsam für Senden“ herrscht offenbar einhellige Freude über den Wechsel: Die Mitglieder knipsten ein launiges Gruppenbild mit Schumacher für Social Media. Die ganze Sache sei „ein Machtspiel“, schreibt Listenkandidat Stefan Lehmann auf Facebook.

BiSS-Chef Dietmar Roschkar sieht in seiner Mitteilung hingegen kein Problem: „Es ist doch klar, dass ein FC-Bayern-Fan auch nicht den VfB Stuttgart liket.“ Ihn irritiere eher, dass die Nachricht öffentlich gemacht wurde: „Ich habe ihn einfach nur darum gebeten, aber dass man so etwas öffentlich postet, ist für mich mit dem Datenschutz nicht vereinbar.“ Der BiSS-Fraktionschef Yusuf Cinici sagt: „Jeder darf wechseln, wohin er will, aber er hätte uns das selbst sagen können, das wäre ehrlicher gewesen.“ BiSS-Stadtrat und Dritter Bürgermeister Anton Leger ergänzt: „Man muss so etwas natürlich schon bedenken, wenn man kandidiert.“ Leger erinnert sich gut daran, dass der Zwist zwischen Bögge und BiSS Geschichte hat. So hatte der Rathauschef 2016 versucht, Cinici für die CSU anzuwerben. Nachdem er die Christsozialen verlassen hatte, erwog Bögge dann einen Eintritt bei BiSS.

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