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Babenhausen/Illertissen

10.01.2019

Wintereinbruch hält die Region weiter auf Trab

Dieses Bild entstand vor wenigen Tagen in Oy im Allgäu. Dort ist jede Menge Schnee gefallen und die Räumdienste hatten allerhand zu tun.
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Dieses Bild entstand vor wenigen Tagen in Oy im Allgäu. Dort ist jede Menge Schnee gefallen und die Räumdienste hatten allerhand zu tun.
Bild: Ralf Lienert

Während im Allgäu das Schneechaos herrscht, ist der südliche Landkreis Neu-Ulm glimpflich davon gekommen. Der Winterdienst hat trotzdem viel zu tun.

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee – so sieht es derzeit zumindest im vielen Orten im Unterallgäu aus. Erwin Hatzelmann und seine Kollegen, die Mitarbeiter des Babenhauser Bauhofs, haben dementsprechend alle Hände voll zu tun – so viel, wie schon lange nicht mehr während eines Winters. „Ich bin seit sieben Jahren hier im Bauhof und kann mich nicht daran erinnern, dass es mal so extrem war“, sagt Bauhof-Leiter Hatzelmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

In schmalen Gassen muss mit der Hand geschippt werden

Für ihn und seine acht Kollegen heißt es deshalb: Gegen 3 Uhr morgens das Wetter beobachten und – falls nötig – kurze Zeit später die Straßen räumen und von Schnee befreien. Dabei sei das gar nicht so einfach: Viele Verkehrsteilnehmer würden ihre Fahrzeuge so an die Straßenränder abstellen, dass die Räumdienste kaum mehr durch die schmalen Gassen kämen, moniert Hatzelmann. Ganz schmale gemeindliche Wege müssten die Bauhof-Mitarbeiter ohnehin mit der Schneeschippe selbst frei räumen. Hatzelmann empfiehlt Autofahrern am besten in ihren Hofeinfahrten zu parken oder auf Flächen, die nicht direkt an den Fahrbahnen liegen. „Die Straße wird sonst schmäler und schmäler.“ Vor allem, wenn noch die Schneemassen an den Rändern hinzukommen.

Michael Kienast, der Leiter des Illertisser Bauhofs, freut sich indes über reichlich Schnee. Es sei ein Winter, wie man ihn sich eben wünscht – so kann es in Illertissen ruhig weitergehen, meint Kienast: „Wir sind gut vorbereitet.“ Das Streusalz-Lager ist mit 40 von maximal 50 Tonnen aktuell noch gut gefüllt, der Nachschub gesichert und die 15 Mitarbeiter im Winterdienst teils seien hoch motiviert. Falls notwendig schon um 3 Uhr morgens im Einsatz, um die Straßen verkehrssicher zu machen. Dass aufgrund der Wetterlage so manche Überstunde aufgebaut wird, nehmen die Beschäftigten gerne in Kauf. „Da bin ich richtig stolz auf meine Truppe“, sagt Kienast.

Wegen Schnee ist im Allgäu "Land unter"

Auch wenn das Illertal vom großen Schneechaos verschont geblieben sei, 20 Kilometer weiter südlich sehe die Wetterlage ganz anders aus, weiß Kienast, der sich regelmäßig mit Kollegen in anderen Bauhöfen austauscht. In Memmingen und anderen Teilen des Allgäus zum Beispiel sei aufgrund der Schneemassen „Land unter“. Allenfalls am Samstag sei etwas mehr Schnee gefallen, als man für das Illertal gemeinhin vielleicht angenommen hätte. Das führte denn auch bei so manchem Bürger zu Unmut, der sich über den angeblich mangelhaften Winterdienst beschwerte. Denn obwohl in Illertissen bis zu sieben Großfahrzeuge in Illertissen im Einsatz sind – man sah es manchen Straßen nicht unbedingt an, erklärt Kienast. „Das war eine etwas blöde Wetterlage.“ Es schneite zunächst relativ wenig, weshalb die Räumschilde der Fahrzeuge nicht effektiv waren, es konnte nur gestreut werden. „Das sieht dann natürlich matschig aus“, erklärt der Bauhofleiter.

Bauhof-Mitarbeiter wünschen sich mehr Verständnis

Kienast und seine Kollegen wünschen sich dann mehr Verständnis von den Bürgern: Auch wenn alle Mitarbeiter des städtischen Winterdiensts im Einsatz seien und dazu drei bis vier von externen Firmen, „wenn es schneit, können wir eben nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Kienast. Die Straßen und Verkehrswege würden nach einer Prioritätenliste bearbeitet, die am stärksten befahrenen Strecken zuerst. Schon das ist zu niederschlagsreichen Zeiten eine Aufgabe: „Da fährt man einmal durch und kann danach vorne schon wieder anfangen.“ Bis in jede Anliegerstraße reiche die Räumkraft nicht aus. Geht es nach Kienast, sollten sich die Bürger im Straßenverkehr auf die winterliche Verhältnisse einstellen: „Da dauert es mit dem Auto halt mal ein paar Minuten länger.“ Die Fahrer müssten sich eben auf möglicherweise glatte Straßen einstellen, in Skigebieten klappe das ja meistens auch gut. Mit ein wenig Umsicht stehe einem schneereichen und sicheren Winter nichts im Wege, sagt Kienast. Einem Winter, wie man ihn sich eben wünsche.

Wenig Probleme wegen des vielen Schnees gibt es derzeit in Vöhringen, wie Hauptamtsleiter Jürgen Herzog mitteilt. Der Schneefall halte sich noch in Grenzen, so Herzog. „Es gab Jahre, in denen es noch viel kräftiger geschneit hat.“ Dennoch ist auch der Bauhof in Vöhringen bestens für stärkere Schneefälle gewappnet: „Die Salzsilos sind gefüllt, sodass diesbezüglich nicht mit einem Engpass gerechnet werden muss.“

Auch in Buch sind die Mitarbeiter des Winterdiensts derzeit ständig unterwegs. Sie wechseln sich in Schichten ab, um die Arbeit zu bewältigen, sagt der Bucher Bürgermeister Roland Biesenberger. Sie befreien die Straßen in Buch und seinen vielen Ortsteilen von Schnee und streuen Salz. Letzteres mit Augenmaß, wie der Bürgermeister erklärt. Früher sei man relativ unbedarft damit umgegangenen, aber inzwischen weiß man, dass es sogar die Straßen beschädigen kann. Da gilt es, den Mittelweg zwischen sicheren, eisfreien Straßen und nicht zu viel Salz zu finden.

Der erste Winterdienst für den neuen Bauhofleiter in Altenstadt

Für den Leiter des Altenstadter Bauhofs bietet sich diesen Winter eine völlig neue Situation. Peter Rommel hat den Job im Juni des vergangenen Jahres übernommen, es ist sozusagen sein erster Winterdienst. „Es ist anstrengender als gedacht“, sagt er. Doch er habe sich schnell einarbeiten können, sein Vorgänger habe ihm dazu genug Informationen hinterlassen.

Außerdem seien mit ihm einige sehr erfahrene Mitarbeiter im Einsatz. Sie und Rommel haben dabei mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen, wie die anderen Bauhöfe in der Region. Wenn Fahrzeuge am Straßenrand oder auf Wendeplatten geparkt werden, sei mit dem drei Meter breiten Schneepflug oft kein Durchkommen, im schlimmsten Fall könne nicht geräumt werden. Rommel kann sich aber noch gut daran erinnern, dass auch er früher gelegentlich unzufrieden mit dem Räumdienst war. Jetzt wo er aus erster Hand einen Einblick in die anstrengende Arbeit hat, sieht er das anders. Und auch seine Einstellung zu Schnee hat sich geändert. „Früher bedeutet er Spaß, zum Beispiel beim Skifahren, jetzt bedeutet er Arbeit.“

Für manche Schüler bedeutet der Schnee immer noch Gutes, nämlich Unterrichtsausfall. Warum aber nicht alle frei kriegen, lesen sie hier .

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