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Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag

Tischtennis-Halbzeitbilanz

30.12.2020

Da gehören sie auch hin

Zwei Mal gefordert in dieser Saison in der Tischtennis-Bundesliga, zwei Mal siegreich: Das Neu-Ulmer Zwei-Generationen-Doppel mit Vladimir Sidorenko (links) und Tiago Apolonia.
Bild: Willi Baur

Der TTC Neu-Ulm liegt auf Tabellenplatz vier und wäre damit wie erwartet in den Play-offs dabei. Das Corona-Virus hat (nur) einen Spieler erwischt

Dimitrij Mazunov, seit einem halben Jahr Trainer beim Tischtennis-Bundesligisten TTC Neu-Ulm, hat die Weihnachtszeit genossen. Der 49-jährige Russe zieht als Bilanz eines Kurzurlaubs, den er mit seiner Familie in der oberschwäbischen Wahlheimat verbracht hat: „Ein paar Tage ohne Tischtennis tun schon gut.“ Ganz oben auf seinem Plan für die Feiertage: „Den Kopf frei bekommen für die Arbeit der nächsten Wochen.“

Für Mazunov hat sie am Dienstag schon begonnen. Spezialtraining mit Nachwuchsmann Kay Stumper war angesagt. Heute wird Vladimir Sidorenko aus dem Weihnachtsurlaub bei seiner Familie in St. Petersburg zurückerwartet, ebenso dessen für Bad Homburg spielender Landsmann Lev Katsman, der bekanntlich die Neu-Ulmer Trainingsgruppe ergänzt. Die beiden älteren TTC-Spieler Tiago Apolonia und Emmanuel Lebesson sollen dann in der kommenden Woche anreisen, zur Vorbereitung auf den Rückrundenstart am 4. Januar gegen Werder Bremen.

An das Hinspiel hat der Neu-Ulmer Trainer nicht die besten Erinnerungen: „Das hätten wir auch gewinnen können.“ Gleiches gelte für die Partie beim Tabellennachbarn Bergneustadt. Eben diese beiden Niederlagen lassen ihn denn auch bei einer Bewertung der Vorrunde zögern. „Klar: Sieben Siege, vier Niederlagen, Platz vier in der Tabelle – so gesehen war es für uns eine gute Hinrunde“, sagt der Trainer. Andererseits weiß er selbst: „Es war mehr möglich.“ Aber Mazunov ist auch nicht entgangen: „Ein paar Mal hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“ Gegen Saarbrücken etwa, gegen Grünwettersbach, auch in Bad Königshofen. Platz vier am Saisonende hieße jedenfalls Teilnahme an der Play-off-Runde. Darüber reden will der TTC-Trainer nicht. „Wir werden weiterhin nur von Spiel zu Spiel denken“, hält er an seiner Marschroute fest. Vielen fachkundigen Beobachtern der Liga zum Trotz, die Neu-Ulm vor der Saison mindestens auf Rang vier erwartet hatten.

Die eher durchwachsene Bilanz der Leistungsträger war da noch nicht abzusehen. Tiago Apolonia bewegt sich mit 7:7 weit weg von seinen Vorjahresresultaten, war allerdings schon drei Mal im Doppel erfolgreich. Neuzugang Emmanuel Lebesson steht zwar mit 8:7 im Einzel positiv zu Buche, sein Potenzial ausgeschöpft hat er damit nicht. Das gelang nur Vladimir Sidorenko, der für einen 18-Jährigen respektable 5:5 Punkte einfahren konnte. Verständlich deshalb, dass Mazunov weiterhin mehr auf seine beiden hochtalentierten Jungspunde setzen will als auf den von Düsseldorf entzauberten Altstar Hao Shuai.

Im Gegensatz zu einigen anderen Vereinen verzeichnete der TTC Neu-Ulm in der Vorrunde nur einen Corona-Fall, der keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb hatte. Kay Stumper infizierte sich bei einem internationalen Jugendturnier in Berlin. „Wir haben ganz schnell reagiert“, erinnert sich Managerin Nadine Berti an die bislang einzige Quarantäne-Phase eines Neu-Ulmer Spielers. Verschont geblieben sind bislang Apolonia und Lebesson, trotz regelmäßiger Reisen. Eine Vielzahl an Tests waren der Preis, das Verantwortungsgefühl der Spieler ein wichtiger Grund. „Sie sind zuhause auch sehr vorsichtig“, lobt die Managerin.

Was Trainer „Dima“ Mazunov zuletzt optimistisch gestimmt hat: „Ihre Formkurve geht nach oben.“ Ob das weiterhin gilt, wird das Bremen-Spiel zeigen. Wieder ein wichtiges. „Mit zwei Niederlagen geht es schnell fünf Plätze abwärts“, weiß Mazunov. Oder umgekehrt: Werder, momentan mit zehn Punkten auf Rang neun, hat die Play-offs noch längst nicht abgeschrieben.

Auch beim TTC Neu-Ulm verursachen die Pandemie-Beschränkungen eine Lücke im Budget. Keine Zuschauer, keine Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf. Aber die Kosten fallen weiterhin an. Da hilft es schon, dass Managerin Nadine Berti erfreut melden konnte: „Alle Unterstützer konnten wir halten.“ Mehr noch: „Sehr froh sind wir natürlich über unseren neuen Hauptsponsor.“ Als solcher fungiert in der laufenden Saison das Schuhhaus Walter. „Wir wollen einfach in den Köpfen der Menschen bleiben und nicht vergessen werden“, erklärt Inhaber Johannes Walter das Engagement seines Unternehmens mit sieben Filialen, darunter vier in der Region. Nicht ohne Stolz verweist er dabei auf seinen besonderen Bezug zum Tischtennis: Seit Jahrzehnten spielt Walter selbst beim SV Westerheim, war als Jugendlicher unter den zehn Besten seiner Altersklasse in Württemberg. Gleichwohl unterstützt der Unternehmer auch verschiedene Sportler anderer Disziplinen, zudem Sportereignisse und gemeinnützige Aktivitäten.

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