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Thannhausen

05.12.2018

Damit in Thannhausen nicht Land unter ist

So soll der Hochwasserschutz von Thannhausen letztendlich aussehen. Die Visualisierung zeigt einen Abschnitt südlich der Stadt auf der Ostseite der Mindel bei der dortigen landwirtschaftlichen Brücke.
Bild: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth (Visualisierung)

Im kommenden Jahr starten in Thannhausen die Arbeiten für den Hochwasserschutz. Erst wenn der fertig ist, kann die Stadt weiter wachsen.

In wenigen Monaten kommt bei Thannhausen ein gewaltiges Projekt ins Rollen. Der Hochwasserschutz an der Mindel wird mehr als neun Millionen Euro kosten – doch ist der Bau abgeschlossen, ist die Stadt selbst für ein Jahrhundert-Hochwasser gerüstet. Das Vorhaben bei Thannhausen ist nur ein Teil des Hochwasserschutzes im gesamten Mindeltal. Erst vor einigen Wochen wurde das Rückhaltebecken bei Balzhausen/Bayersried offiziell eingeweiht, nun folgen mehrere Projekte den Fluss hinab bis zur Donau.

Die Arbeiten bei Thannhausen werden in der Mitte des kommenden Jahres beginnen. Ende 2020 soll der Bau dann soweit fertiggestellt sein, dass der Hochwasserschutz wirksam ist – danach folgen weitere Arbeiten wie die Bepflanzung. Von diesem Zeitpunkt an sind nicht nur die knapp 6300 Einwohner sicher vor einer Überschwemmung – der Stadt bieten sich dann völlig neue Perspektiven zur Erweiterung.

Durch den Hochwasserschutz können neue Baugebiete entstehen

Denn bisher hindert die Hochwassergefahr Thannhausen daran, auf einigen Flächen neue Baugebiete auszuweisen – das betrifft sowohl Wohn- als auch Gewerbegebiete. Die Stadt ist in ihren Wachstum gehemmt, Wohninteressenten und Firmen müssen unter Umständen abgewiesen werden, da schlichtweg keine Flächen für Neubauten zur Verfügung stehen.

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Erste Vorarbeiten für den Hochwasserschutz bei Thannhausen haben bereits begonnen. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth führt derzeit Rodungen südlich der Stadt durch, als Ausgleichsmaßnahme für das anstehende Bauprojekt. Bäume und Büsche werden entfernt, damit Sichthindernisse verschwinden und der Lebensraum dadurch für Weißstörche verbessert wird. Gleichzeitig könne die Fläche laut Wasserwirtschaftsamt so auch von wiesenbrütenden Vogelarten genutzt werden. Auch eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung bringe die Rodung mit sich. Denn Wurzeln können den dortigen Trinkwasserbrunnen beschädigen und so das Eindringen von Mikroorganismen in die Anlage begünstigen. Sind die Bäume gefällt, ist dieses Risiko eingedämmt.

Das Gesamtprojekt wird noch Jahre dauern

Bis das komplette Mindeltal vor einem Jahrhundert-Hochwasser (einem Hochwasserereignis, auch genannt HQ100, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren vorkommt und als Berechnungsgrundlage genutzt wird) geschützt ist, werden noch Jahre vergehen. Als Nächstes steht der Hochwasserschutz von Burtenbach an, darauf folgt der Schutz von Burgau. Dieses Projekt ist der teuerste Teil im gesamten Mindeltal, derzeit werden dafür rund 60 Millionen Euro eingeplant. Wenn diese Maßnahmen abgeschlossen sind, startet der zweite Teil des Mindeltal-Projekts mit dem Hochwasserschutz von Offingen und Jettingen-Scheppach sowie einem Rückhaltebecken bei Eberstall-Klingenburg. Die bisher realisierten Schutzmaßnahmen zusammen mit dem Schutz von Thannhausen und Burtenbach und Burgau schlagen mit rund 83 Millionen Euro zu Buche. Für die zweite Phase des Projekts liegt derzeit noch keine endgültige Kostenschätzung vor.

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