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„Dicke Luft“ vor der Wahl in Krumbach

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Kommentar Von Peter Bauer
20.07.2019

Warum der anstehende Wahlkampf in Krumbach deutlich heftiger werden könnte als in anderen Kommunen im Landkreis.

Und jetzt fällt uns heute ein, dass wir ein Dachproblem haben“: Der Kommentar von UFWG-Stadtrat Christian Plail steht stellvertretend für die Diskussion um die Neugestaltung des Krumbacher Sportzentrums und insbesondere des Hallenbades. Der Satz mit dem „Dachproblem“: Das ist schon gute zwei Jahre her, es war die Ratssitzung Anfang Juli 2017. 2017? Da wurde bereits seit vier Jahren über das Sportzentrum debattiert. Und nun? Beim Thema Sportzentrum gab es jetzt wieder einmal „dicke Luft“ im Stadtrat. Die Entscheidung des Rates von 2017, Hallenbad, Mensa und Sporthalle neu zu bauen, steht auf der Kippe.

2017 gab es noch eine Mehrheit von 19:5 Stimmen. Jetzt wurde mit gerade einmal 15:10 Stimmen beschlossen, den entsprechenden Förderantrag einzureichen. Neubau oder doch Sanierung? Beim Thema Sportzentrum, bei dem es um satte 30 Millionen Euro geht, zeichnet sich inzwischen eine Spaltung des Stadtrates ab. Dass es jetzt zu einem von den Stadträten Dr. Marcus Härtle (UFWG) und Achim Fißl (SPD) initiierten Bürgerentscheid kommen könnte, ist angesichts der zähen Diskussion, die bis ins Jahr 2013 zurückreicht, durchaus keine Überraschung.

Bürgermeister und Verwaltung haben immer wieder auf den Zustand der Anlagen hingewiesen, der einen Neubau sinnvoll mache. In der jüngst fälligen Sanierung von Wasserleitungen für rund 300000 Euro sehen sie eine Bestätigung ihrer Position. Solche Probleme könnten in der rund 40 Jahre alten Anlage immer wieder auftauchen. Doch Fakt ist auch, dass Fischer und die Verwaltung mit ihrer Argumentation viele Stadträte nicht überzeugen konnten. Ein Grund dafür mag auch die aufgeheizte Atmosphäre in nicht wenigen Stadtratssitzungen sein. Bekanntlich macht eine solche Stimmungslage die Entscheidungsfindung nicht leichter.

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Sehr unterschiedliche Meinungen in den Fraktionen

Sanierung oder Neubau? Sehr unterschiedliche Meinungen gibt es da teilweise quer durch die Fraktionen. Und man darf mit Blick darauf gespannt sein, mit welchen Positionen sie in den anstehenden Kommunalwahlkampf gehen und wie sie sich mit Blick auf einen denkbaren Bürgerentscheid präsentieren. Fißl und Härtle streben einen Bürgerentscheid bereits im Herbst an. Aber ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass ein Bürgerentscheid über die Zukunft des Sportzentrums mit der Kommunalwahl im März 2020 gekoppelt wird.

So war es auch im September 2013, als der Bürgerentscheid über die Südumgehung am Tag der Bundestagswahl stattfand. Die Kommunalwahl könnte in Krumbach also gleich eine Art „Doppelwahl“ werden. Wie speziell die kommunalpolitische Situation in Krumbach ist, zeigt auch ein Blick in die Nachbarschaft. In der Kreisstadt Günzburg wurde der amtierende Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (SPD) auch von der CSU nominiert. In Ichenhausen nominierten CSU und Freie Wähler Bürgermeister Robert Strobel für eine weitere Amtsperiode.

In Krumbach ist das bekanntlich ein bisschen anders als in Günzburg oder Ichenhausen. Und möglicherweise kommt ein hochbrisanter Bürgerentscheid dazu. Wenn jemand davon ausgeht, dass die „kommunalpolitische Luft“ in Krumbach „richtig dick“ wird, dürfte er wohl nicht falsch liegen.

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