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Krumbach

03.12.2020

Fast 100 Corona-Fälle: Im BRK-Seniorenzentrum in Krumbach geht bald das Personal aus

Im BRK-Seniorenzentrum geht bald das Personal aus.
Bild: Antosch

Plus 63 der 90 Bewohner sind positiv getestet, ein Drittel der Mitarbeiter ist in Quarantäne. Wie kam das Virus in das Seniorenheim in Krumbach? Und wie geht es weiter?

Corona hat das BRK-Seniorenzentrum St. Michael in Krumbach voll erwischt. Von den 90 Bewohnern der größten Pflegeeinrichtung im Landkreis sind derzeit 63 positiv getestet. Was Daniel Freuding, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Günzburg, jedoch außerdem umtreibt: Das Personal geht aus. Von den 93 Mitarbeitern des Hauses sind im Moment 30 positiv Getestete in Quarantäne.

„Das ist ein Drittel“, betont er. Vor allem betroffen ist der Bereich der Pflegenden, die intensiven Kontakt zu den Betreuten haben. Die Einrichtung bemüht sich deshalb derzeit um eine Sondergenehmigung beim Gesundheitsamt, sodass positiv getestete, aber symptomfreie Mitarbeiter bei positiv getesteten Bewohnern eingesetzt werden dürfen.

BRK-Seniorenheim in Krumbach: Zwei Bewohner sind bereits gestorben

Vier der positiv getesteten Bewohner des BRK-Seniorenzentrums sind laut Freuding in der Klinik, zwei sind im Zusammenhang mit Corona verstorben. 59 positiv Getestete sind nach den Angaben Freudings symptomfrei. Sie befinden sich im Seniorenzentrum in Quarantäne, müssen also in ihren Zimmern bleiben. Da auch der Speisesaal gesperrt ist, wird das Essen in den Zimmern serviert. Ein Mehraufwand für das ohnehin dezimierte Personal, da viele Bewohner Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme brauchen, so der Geschäftsführer. Freuding berichtet, dass die Mitarbeiter bereits Zwölf-Stunden-Schichten leisten, in Vollschutzanzug und mit FFP2-Maske. „Das ist allein eine körperliche Herausforderung“, sagt er. Sorgen macht er sich darüber, dass weitere Mitarbeiter erkranken könnten. „Was machen wir im schlimmsten Fall, wenn alle krank sind?“, fragt er.

Entspannt hat sich die Lage mittlerweile im Alten- und Pflegeheim der Heiliggeist-Spitalstiftung in Günzburg, teilte Julia Ehrlich, Sprecherin der Stadt Günzburg mit. Derzeit sind, mit Stand 27. November, sieben Bewohner positiv und zehn Beschäftigte. Ende Oktober waren 28 der 79 Bewohner und vier von 80 Mitarbeitern positiv getestet worden. Anfang November waren es 58 Bewohner und 25 Beschäftigte. Einige Todesfälle in Zusammenhang mit Corona traten auf. Von Corona betroffen waren auch weitere Gesundheitseinrichtungen im Landkreis, etwa in Ichenhausen.

Wie das Virus in die Seniorenheime im Landkreis Günzburg kam, ist unklar

Wie das Virus in die verschiedenen Einrichtungen kam, ist unklar. Zwar gibt es „immer einen ersten Fall“, erläutert Jenny Schack, Sprecherin im Landratsamt. „Aber das ist nur der erste bekannte Fall“. Wüsste man den Weg, könnte dieser rückverfolgt werden. So gebe es auch viele asymptomatische Erkrankungen und die Infektion komme durch Zufall ans Licht. Der Landkreis hat jetzt auch mit Blick auf die hohen Inzidenz-Werte reagiert und alle Mitarbeiter in Einrichtungen der Altenpflege werden getestet, verpflichtend, alle drei Tage. Zwischen 30 und 40 Prozent aller positiven Fälle fanden sich in jüngster Zeit in Gesundheitseinrichtungen des Kreises. Man gehe nicht davon aus, dass die Zahlen durch die Tests sofort sinken, mehr Tests bedeuteten auch immer mehr Treffer, sagte Jenny Schack. Ziel sei es jedoch, über die Tests die Menschen in den Einrichtungen zu schützen, indem frühzeitig Infektionsketten erkannt und unterbunden werden.

Das Landratsamt stellt die Schnelltests für zwei Wochen zur Verfügung. „Das gilt auch für das Küchenpersonal und den Hausmeister“, erläutert die Pressesprecherin weiter, denn auch die könnten jemanden anstecken. Jeder, der extern unterwegs sei, könne ein möglicher Überträger werden.

Besucher können sich an Seniorenheimen kostenlos auf Corona testen lassen

Besucher können sich in Absprache mit der entsprechenden Einrichtung vor Ort testen lassen. Dort gebe es in den meisten Fällen geschultes Personal. Das Ergebnis liege innerhalb von 20 Minuten vor. Für einen Besuch sollte also „etwas Zeit mitgebracht werden,“ so Schack. Der Schnelltest sei zwar nicht so zuverlässig wie der PCR-Test, dafür aber sehr sensibel, erläutert die Pressesprecherin. Besucher von Heimbewohnern sollten sich jedoch online oder telefonisch in der entsprechenden Einrichtung informieren.

Sollte im Heim ein Test nicht möglich sein, gibt es den „Jedermann-Test“ eines Testzentrums. Allerdings darf das Ergebnis nicht älter als 24 Stunden sein und der Test nicht mehr als 48 Stunden zurückliegen. „Es bleibt also nur ein kleines Zeitfenster“, sagte Schack.

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