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Krumbach

28.11.2019

Krumbacher CSU zieht mit Frauenpower in den Wahlkampf

In der Ortshauptversammlung der Krumbacher CSU wurde Gerhard Weiß (8. von rechts, blaues Jackett) zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Gewählt wurden im Gasthof Munding auch die CSU-Stadtratskandidaten, die sich nach der Wahl zum gemeinsamen Gruppenfoto einfanden.  Krankheits- oder berufsbedingt sind jedoch nicht alle Kandidaten auf dem Foto abgebildet.
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In der Ortshauptversammlung der Krumbacher CSU wurde Gerhard Weiß (8. von rechts, blaues Jackett) zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Gewählt wurden im Gasthof Munding auch die CSU-Stadtratskandidaten, die sich nach der Wahl zum gemeinsamen Gruppenfoto einfanden. Krankheits- oder berufsbedingt sind jedoch nicht alle Kandidaten auf dem Foto abgebildet.
Foto: Stefan Reinbold

Gerhard Weiß wird einstimmig als Bürgermeisterkandidat gewählt. Die Stadtratsliste wird als „erstklassige Zusammenstellung“ gepriesen, in der viele Frauen kandidieren.

Mit der Erfüllung einer Frauenquote hat die Krumbacher CSU kein Problem. Elf von 24 Stadtratskandidaten sind Frauen. Zählt man noch die beiden Frauen hinzu, die als Ersatzkandidatinnen fungieren, herrscht auf der Liste der CSU sogar Parität. „Bei uns haben Frauen einen großen Stellenwert“, verkündet Ortsvorsitzende Sabine Turek bei der Nominierungsversammlung im Gasthof Munding stolz. Sie freue sich, eine „erstklassige Zusammenstellung präsentieren zu können“. Manfred Krautkrämer, der als Vertreter des Kreisvorsitzenden Alfred Sauter die Wahlleitung an diesem Abend übernimmt, und sich auf dem jüngsten CSU-Parteitag als Kritiker einer Frauenquote profilierte, sieht sich in seiner Linie bestätigt. „Qualifizierte Frauen hatten in der CSU noch nie ein Problem, was zu werden.“ Der Ortsverband Krumbach sei das beste Beispiel dafür. „Ich hock doch auch lieber mit zehn Frauen zusammen als mit wüsten, alten Männern.“ Eine Quote brauche es deshalb aber nicht. Er freue sich, dass Krumbach inzwischen den mitgliederstärksten Ortsverband im Kreis stelle. Umso ärgerlicher sei, dass die zweitgrößte Stadt im Landkreis nicht von der CSU regiert werde.

Weiß: „Irgendwann muss man auch mal Flagge zeigen“

Um dies zu ändern, tritt bei der Kommunalwahl im März Gerhard Weiß als Bürgermeisterkandidat für die CSU in Krumbach an. Einstimmig wird er von den Wahlberechtigten als Kandidat bestätigt.

Es sei nicht das erste Mal, dass er als Redner vor einem Mikrofon stehe, bekannte Weiß in seiner Rede. Der Anlass sei jedoch ein besonderer, „das merkt man daran, dass meine Frau und meine Tochter hier sind. Die sind sonst nie dabei“, witzelt er. Kurz skizziert Weiß seine Vita. In Krumbach als viertes von fünf Kindern geboren und aufgewachsen, habe er gelernt, sich durchzusetzen, aber auch einmal etwas auszuhalten. Er wisse darüber hinaus, was es bedeutet, sparsam sein zu müssen. Als Verwaltungsfachwirt war Weiß in verschiedenen Bereichen im Landratsamt tätig, unter anderem als Leiter der Betreuungs- und Seniorenfachstelle. Mit 23 Jahren wurde der heute 53-Jährige jüngstes Stadtratsmitglied. In seinem Keller stapeln sich die Ordner mit den Akten aus rund 600 Sitzungen. 14 Jahre fungierte er als Zweiter Bürgermeister.

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Er habe sich nicht als Kandidat „aufgedrängt“, das sei auch nicht sein Stil, betont Weiß. „Aber irgendwann muss man auch mal Flagge zeigen. Irgendwann muss man auch mal sagen, ja ich trau mir die Aufgabe zu.“ Er wisse sehr genau, was auf ihn zukomme. Er sei auch von anderen Ortsverbänden gefragt worden, ob er dort kandidieren wolle. Doch das habe er abgelehnt. „Wenn, dann will ich in Krumbach Kandidat sein. Meine Heimat, das ist Krumbach.“ Er erklärt auch, warum es wichtig ist, nicht nur der „freundliche“ Vize zu sein. Der Bürgermeister könne die Tagesordnung der Sitzungen gestalten, manche Dinge anders formulieren und Fachleute einladen, die seine Argumentation stützen.

Landratsamt warnt vor „dramatischer Verschuldung“

„Der Bürgermeister kann schon steuern“, aber nur mit dem Stadtrat gemeinsam etwas erreichen. Damit spielt er die verfahrene Situation im Rat in Bezug auf das Sportzentrum an. Diese Geschichte habe ihn „geschüttelt“. Er habe sich zwischenzeitlich an die Situation in England und das Chaos um den Brexit erinnert gefühlt. Es ärgere ihn, wenn man sagt, es gehe doch ’nur’ um Geld und „andere Ideen als unsachlich“ abgetan würden. „Wir wollen doch öfter und ehrlich die Meinung des anderen anhören.“ Weiß spricht den Namen Hubert Fischers nicht aus, aber jeder im Saal weiß, an wen dieser Aufruf adressiert ist. Bei den Summen, die in Sachen Sportzentrum im Raum stünden, wolle er nicht gedrängt werden. Weiß verweist auf das Landratsamt, das „dramatisch vor der geplanten Verschuldung gewarnt“ habe.

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Die läge bei einem Neubau des Sportzentrums vier Mal höher als der bayernweite Durchschnitt. „Wir wären dann nicht mehr handlungsfähig.“ Der Stadtrat nur noch eine „Restverwaltung“. Weiß mahnt zu bedenken, dass die Stadt sich „auch noch anderen wichtigen Sachen“ widmen müsse. Etwa der Kinderbetreuung oder der Verkehrsplanung. Wir müssen aufpassen wohin sich Krumbach entwickelt“, sagt Weiß auch mit Blick auf die wachsende Einwohnerzahl.

Zentraler Fahrradparkplatz für Krumbach

Um diese Entwicklung zu steuern, hat die CSU einen Fünf-Punkte-Plan aufgestellt, in dem sich etwa die Sicherstellung der Kinderbetreuung genauso wie ein mit den Bürgern gemeinsam erarbeitetes Verkehrskonzept wiederfindet. Hierbei soll es vor allem um die Reduktion der „Überregulierung in der Innenstadt“ und der Installation eines zentralen Fahrradparkplatzes gehen. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums wird als großes Anliegen genannt. Weiterhin will sich die CSU für die lokale Wirtschaft einsetzen und die Digitalisierung in den Ortsteilen vorantreiben.

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Ebenso liege dem Ortsverband der Erhalt und die Stärkung der medizinischen Versorgung Krumbachs am Herzen. Pflegeangebote sollen ausgebaut werden. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass wir alle unsere Ziele umsetzen können, aber ich weiß genau, dass wir uns überdurchschnittlich für die Erreichung der gesteckten Ziele einsetzen werden, da gebe ich Ihnen mein Wort“, schloss Turek die Versammlung.

Mit folgenden Kandidaten wird die Krumbacher CSU bei der Stadtratswahl 2020 antreten:

1. Gerhard Weiß, 53 Jahre, Verwaltungsfachwirt, 2. Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender

2. Sabine Turek, 57 Jahre, Prokuristin, Ortsvorsitzende

3. Ursula Bader, 61 Jahre, Metzgermeisterin, stv. Ortsvorsitzende, Stadträtin

4. Johanna Herold, 68 Jahre, Rektorin im Ruhestand, Seniorenbeauftragte, Vhs-Leiterin, Stadträtin

5. Jochen Schwarzmann, 48 Jahre, stv. Schulleiter, Musiklehrer

6. Karl Liedel, 53 Jahre, Maschinenbauer und Betriebswirt, Mitglied in der Geschäftsleitung

7. Johannes Diem, 26 Jahre, Fach- und Betriebswirt, Gastronom

8. Gerhard Ringler, 67 Jahre, Konrektor im Ruhestand, Vorsitzender TSV Krumbach, Stadtrat

9. Gabriele Tuchel, 64 Jahre, Heilpädagogin, Pfarrgemeinderätin, Stadträtin

10. Julia Dümmler, 43 Jahre, Rechtsanwältin, Vorsitzende Skiclub Krumbach

11. Bernd Maisch, 45 Jahre, Sparkassenfachwirt und Immobilienvermittler, Sportbeauftragter des Stadtrats

12. Gerda Pfeuffer, 63 Jahre, Sport- und Kunstlehrerin

13. Gerhard Heinisch, 50 Jahre, Mesner, stv. Heimatvereinsvorsitzender

14. Venera Buchmüller, 48 Jahre, Dipl. Finanzwirtin FH

15. Claver Nzirorera, 50 Jahre, Bauingenieur, Prüfstatiker

16. Barbara Baierl, 47 Jahre, Hausfrau

17. Carmen Legat, 33 Jahre, Business Analystin

18. Benjamin Schilder, 35 Jahre, Jugendsozialarbeiter an Schulen

19. Dr. Stephan Dieckmann, 45 Jahre, Tierarzt, Stadtrat

20. Raphael Sallinger, 32 Jahre, Geschäftsführer

21. Sybille Kögler, 55 Jahre, Förderschullehrerin

22. Kai-Uwe Kugelmann, 56 Jahre, Bauingenieur und Architekt, stv. Vorsitzender BRK-Kreisverband.

23. Annika Pothmann, 36 Jahre, Bürokauffrau

24. Dieter Behrends, 62 Jahre, Fahrlehrer, Stadtrat

Ersatzkandidaten: Laura Mändle, 25 Jahre, Erzieherin, Leiterin Kinderhort St. Michael Krumbach; Elisabeth Dressel, 63 Jahre, Berufsschullehrerin.

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