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Krumbach

14.12.2020

Nach Drogenfund: Juze in Krumbach schließt auf unbestimmte Zeit

Das städtische Gebäude an der Hans-Lingl-Straße in Krumbach wird für längere Zeit nicht als Jugendzentrum zur Verfügung stehen.
Bild: Monika Leopold-Miller (Archiv)

Plus Die Stadt Krumbach zieht Konsequenzen aus den Vorfällen rund um das Jugendzentrum. Der Verein muss sich neu aufstellen. Am neuen Skatepark wird derweil fleißig gearbeitet.

Dass es so nicht weitergehen konnte mit dem Krumbacher Jugendzentrum, das war schon länger klar. Dass ein Vorstandsmitglied des Juze-Vereins im guten Glauben mehrere Bekannte in das eigentlich geschlossene Gebäude ließ, wo diese von der Polizei mit einer nicht unerheblichen Menge Marihuana erwischt wurden, war dann nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nun hat die Stadt Konsequenzen aus den Vorfällen rund um das Juze gezogen.

Nach einem Gespräch zwischen Bürgermeister, Ordnungsamtsleiter, Jugendpflege und Vorstand des Juze-Vereins wird die Einrichtung nun auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das teilte Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer mit. „Aktuell ist das Juze ja wegen Corona ohnehin geschlossen. So bleibt es nun bis auf Weiteres.“ Der Vorstand dürfe das Juze nur noch in Begleitung eines Vertreters der Stadt betreten und müsse alles, was Eigentum des Juze-Vereins ist, aus dem Gebäude räumen, so Fischer. Denn es werde mehr als ein Jahr nicht als Jugendzentrum zur Verfügung stehen werde.

Stadt Krumbach reagiert auf negativen Vorfälle rund um das Juze

Diese Zeit soll der Verein nutzen, um ein neues Konzept für die Nutzung des städtischen Gebäudes zu erarbeiten, und um sich neu aufzustellen. Hilfe bekommen die Jugendlichen von Jugendpflegerin Melissa Niedermair. „Der Verein muss an seinen Strukturen arbeiten“, betont Fischer. „Wenn alles auf soliden Füßen steht – Satzung, Vorstand, Mitglieder – dann kann man wieder darüber reden, welche Räumlichkeiten die Stadt zur Verfügung stellt.“

Die Stadtverwaltung reagiert mit diesem harten Schnitt auf eine Reihe von negativen Vorfällen rund um das Juze. So kam es bei Partys dort mehrfach zu körperlichen Auseinandersetzungen. Zudem hatten sich bereits im Sommer Personen in dem eigentlich geschlossenen Gebäude unberechtigt aufgehalten. Im Fall des Drogenfunds ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nach wie vor. Für Bürgermeister Fischer war das zu viel: „Die Beteiligten müssen wissen, dass ein solches Fehlverhalten Konsequenzen hat.“ Nun müsse sich der Juze-Verein das Vertrauen der Stadtverwaltung erst wieder verdienen. „Die Jugend in Krumbach war immer stolz darauf, sich selbst organisieren zu können. Aber dadurch gab es auch jedes Jahr neue Gesichter. Wir wollen eine gewisse Kontinuität erreichen. Das ist jetzt ein deutlicher Umbruch“, sagt Fischer.

Skatepark am Juze in Krumbach soll im Sommer 2021 fertig sein

Wie das Gebäude an der Hans-Lingl-Straße nun verwendet werden soll, steht noch nicht fest. Laut Bürgermeister Fischer gebe es verschiedene soziale Projekte, für die es nach der coronabedingten Schließung temporär genutzt werden könnte. Langfristig solle die Jugend aber in das Gebäude zurückkehren.

Während das Krumbacher Jugendzentrum auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt, laufen die Erdarbeiten für den dort entstehenden Skatepark. Das Projekt soll im Sommer 2021 abgeschlossen werden.
Bild: Annegret Döring

Unabhängig vom Jugendzentrum soll aber im Sommer 2021 der Skatepark zur Verfügung stehen. Die Erdarbeiten auf dem Areal neben dem Juze sind nahezu abgeschlossen, die vorgefertigten Bauteile für Rampen, Rails und Halfpipes stehen bereit. Für Bürgermeister Fischer ist der Skatepark auch ein „natürliches Potenzial für eine neue Generation am Jugendzentrum“.

Die Initiatoren des 200.000-Euro-Projekts hätten mit den aktuellen Vertretern des Juze-Vereins nichts zu tun, betont Fischer. Diese neue Generation könne etwas aufbauen, so der Bürgermeister. Ziel sei es, mit dem Verein wieder Normalität zu erreichen. „Jeder, der Fehler gemacht hat, muss auch eine neue Chance bekommen.“

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