Newsticker
Ämter melden 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. So trotzen die Sportler im Landkreis Günzburg dem Corona-Lockdown

Landkreis Günzburg

25.12.2020

So trotzen die Sportler im Landkreis Günzburg dem Corona-Lockdown

Können das Ende des Lockdowns kaum erwarten (von oben links im Uhrzeigersinn): Stefan Strohhofer, Oliver Kiebler, Heinz Heinrich, Markus Deibler, Manuela Groß.

Plus Auch ohne Spiele und Wettkämpfe müssen sich die Sportler im Landkreis Günzburg fithalten - und kommen auf kreative Ideen. Eines eint sie alle: die Hoffnung aufs neue Jahr.

Für den Amateursport war das Jahr 2020 wahrlich kein einfaches. Quer durch alle Sportarten wurde erst Wettkampf- und dann Trainingsbetrieb untersagt. Die Hoffnung des Spätsommers, dass es wieder normal werden könnte, zerschlugen sich schnell. Seither sind die Athleten im Landkreis Günzburg auf sich gestellt. Sie halten sich fit für den Tag X, wenn es in den Hallen und Stadien wieder losgehen kann. Wir haben mit einigen über ihr Training im Lockdown gesprochen – und über ihre Hoffnungen für 2021.

Oliver Kiebler (Handballer beim TSV Niederraunau): „Wir machen seit November zwei Mal die Woche zu unseren normalen Trainingszeiten ein Online-Training. Es hilft, wenn es einen gemeinsamen Termin gibt. Dann kann man sich leichter motivieren. Der Trainer kontrolliert, wie wir die Übungen machen. Daneben gehe ich noch mindestens zwei Mal die Woche laufen. Aber das ist alles natürlich kein Ersatz. Ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich wieder mit dem Ball in der Hand trainieren kann. Mir fehlen die Gespräche in der Kabine, der Wettkampf, der Körperkontakt im Handball.“

So halten sich die Spieler des ESV Burgau und des TSV Ziemetshausen fit

Heinz Heinrich (Eishockey-Co-Trainer und Abteilungsleiter beim ESV Burgau): „Die Mannschaft hatte regelmäßig Videokonferenzen mit einem Fitnesstrainer. Aber wenn der Lockdown verlängert wird, hat sich das mit dieser Saison wohl erledigt. Viele Vereine haben schon kein Eis mehr, bei uns könnte dann auch abgetaut werden. Und ohne Zuschauer wäre es eh ein Verlustgeschäft. Wichtiger ist mir momentan der Nachwuchs. Wir werden in den Ferien ein Video mit Übungen aufnehmen und hoffen, dass wir mit den Kindern bald wieder trainieren können, wenigstens draußen im Freien. Es ist schon traurig, dass gar nix geht. Die Kleinen vermissen das sehr.“

Markus Deibler (Fußballtrainer beim TSV Ziemetshausen): „Die Spieler nutzen eine App, in die ich verschiedene Aufgaben einstelle. Für die haben sie dann ein bis zwei Wochen Zeit. Jede Einheit gibt Punkte, daraus bildet sich eine Rangliste. Um es ein bisschen spannender zu machen, bekommen die ersten drei am Ende eine kleine Prämie aus der Mannschaftskasse. Gerade unsere jungen Spieler sind da ziemlich ehrgeizig. Jetzt ist aber erst mal Pause bis nach Dreikönig. Wenn es wie geplant Mitte März weitergehen soll, müssten wir eigentlich in der letzten Januarwoche ins Mannschaftstraining einsteigen. Sechs bis sieben Wochen Vorbereitung sollten es sein, um sich wieder an die Belastung zu gewöhnen. Unser Ziel nach dieser langen Saison kann nur der Aufstieg sein. Aber da steht noch viel Arbeit vor uns.“

Strenge Trainingspläne für Leichtathletin Manuela Groß und die Kicker des SC Ichenhausen

Manuela Groß (Leichtathletin bei der TSG Thannhausen): „Ich gehe normalerweise viel ins Fitnessstudio, das fällt leider flach. Eigentlich ist das jetzt die wichtigste Zeit fürs Krafttraining. Aber ich habe den Wald vor der Haustüre und trainiere auf dem Krumbacher Trimm-dich-Pfad. Außerdem schaue ich mir viele Videos mit verschiedensten Übungen an. Und dankenswerterweise darf ich alleine im Stadion in Thannhausen trainieren. Meine Ziele sind die geplanten Wettkämpfe im nächsten Sommer. Ich will einen neuen deutschen Rekord in meiner neuen Altersklasse W50 aufstellen und auch gern zur Weltmeisterschaft fahren.“

Stefan Strohhofer (Kapitän des Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen): „Wir bekommen jede Woche per WhatsApp einen Trainingsplan mit verschiedenen Übungen zu Ausdauer, Koordination, Tempo, Stabilität. Das geht auch über Weihnachten. Da dieses Jahr Besuche bei Familie und Freunden flach fallen, habe ich dafür jetzt sogar richtig viel Zeit. Wie es dann weitergeht, müssen wir sehen. Ich hoffe, dass bald wieder ein wenig Normalität einkehrt. Der Spaß an der Sache ist in dieser Saison etwas verloren gegangen, weil du dich auf nichts einlassen konntest. Alles war sehr unsicher, das zehrt an den Kräften.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren