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Corona im Kreis Günzburg

18.03.2020

Sport in der Corona-Krise: Was Aufstiegsaspiranten jetzt machen

Gesperrte Sportplätze, kein Spiel- und Trainingsbetrieb: Das Corona-Virus hat nicht nur in Bubesheim, sondern bayernweit den Amateursport lahmgelegt. Viele Vereine fragen sich jetzt, wie es weitergeht.

Plus Für einige Vereine im Kreis Günzburg geht es in dieser Saison um viel: den Aufstieg, Geld, die Zukunft. Wie soll es nach der Corona-Krise weitergehen?

Im Amateursport weicht die anfängliche Verunsicherung aufgrund der Corona-Krise pragmatischer Tatenlosigkeit. Während einige Verbände den Spielbetrieb vorerst nur ausgesetzt haben, wurde er von anderen bereits vorzeitig abgebrochen. Das trifft besonders Vereine, für die es in dieser Saison noch um den Aufstieg geht. Deren Vertreter sind sich einig: Es gibt derzeit wichtigeres als den Sport. Doch wie soll es irgendwann weitergehen?

Beim SC Bubesheim wollte man eigentlich den Aufstieg in die Landesliga in Angriff nehmen. Abteilungsleiter Karl Dirr sagt aber klar: „Ich fände es unangebracht, jetzt auf Tabellen zu schauen. Wir müssen schauen, dass wir das wieder in den Griff bekommen. Da muss jeder seinen Teil beitragen, auch der Fußball.“ Dass nun die Europameisterschaft um ein Jahr verschoben wird, hält Dirr für „absolut richtig“. Das eröffne den nationalen Ligen bis hinunter in den Amateurfußball die Möglichkeit, länger zu spielen. „Wenn wir englische Wochen spielen und die neue Runde später starten, geht es vielleicht.“ Ein Problem mit seinen Vertragsspielern sieht Dirr hierbei nicht. „Das ist alles planbar und der Verband wird hier sicher Rücksicht nehmen.“

Große Sprüche sind Karl Dirr fremd. Aber natürlich hofft der Abteilungsleiter des SC Bubesheim, dass diesmal der große Sprung gelingt.
Bild: Bernhard Weizenegger


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Fußball pausiert bis mindestens 19. April

Auch beim unangefochtenen Spitzenreiter der Kreisliga West, dem TSV Ziemetshausen, heißt die Devise: Abwarten. „Wir haben da ohnehin keinen Einfluss. Es können ja alle nicht trainieren und spielen, also hat jeder die gleiche Chance“, sagt Ziemetshausens Abteilungsleiter Georg Stötter. Dass der Bayerische Fußballverband (BFV) die Saison, wie am Montag bekannt gegeben, nach den Osterferien weiterlaufen lässt, kann sich der 67-Jährige nicht vorstellen. „Die 3. Liga pausiert bis 29. April, da werden wir kaum vorher wieder anfangen. Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Da wird keiner vorher in Ziemetshausen nachfragen.“ Der BFV hat zugesagt, den Vereinen mindestens 14 Tage Vorlauf zu geben, bevor es weitergeht. Die Spieler, so Stötter, würden aktuell nach Anweisungen des Trainers zu Hause trainieren. Die Angst, dass die Saison abgebrochen wird, sei natürlich groß. „Wenn das passiert, wird man es sicher nicht allen recht machen. Aber wir lassen uns da jetzt nicht verrückt machen.“

Am 21. April 2018 hat der TSV Ziemetshausen zum bisher letzten Mal ein Liga-Spiel verloren. In der laufenden Runde konnte Abteilungsleiter Georg Stötter bereits sieben Dreier anzeigen – einer davon gelang in Wiesenbach.
Bild: Ernst Mayer

Handball: Günzburger Trainer würde Saison noch einmal spielen

Ausgebremst im Meisterschaftsrennen wurden auch die Handballer des VfL Günzburg. Trainer Gábor Czakó versichert aber: „In den Köpfen spielt sich gerade was anderes ab. Wir müssen schauen, dass alle nötigen Maßnahmen eingehalten werden.“ Er habe seinen Spielern vor ein paar Tagen einen Trainingsplan erstellt, den jeder für sich abarbeiten kann. Nun wartet man darauf, wie der Bayerische Handballverband (BHV) weiter verfährt. Aktuell ist nun der Spielbetrieb im Jugendbereich abgebrochen, die Erwachsenen pausieren vorerst bis 19. April. „Es ist jetzt nicht die Zeit, über sportlichen Erfolg nachzudenken. Momentan ist es im Sport so unsicher, wie in allen anderen Lebensbereichen“, sagt Czakó. Auf Nachfrage sagt der Coach dann doch, dass er mit der Option, die Saison im Herbst ohne Auf- und Absteiger noch einmal zu spielen, gut leben könnte.

Bereits beim Freundschaftsspiel gegen Bundesligist FA Göppingen coachte Gabor Czako die Handballer des VfL Günzburg. Sie starteten früh in die Saison, der neue Coach hat mit dem Bayernligisten viel vor.
Bild: Ernst Mayer

Tischtennis: TSG Thannhausen bangt um seine Talente

Gar nicht zufrieden mit einer solchen Option wäre Stefan Herold. Der Abteilungsleiter der Thannhauser Tischtennis-Teams bezeichnet die Entscheidung des Bayerischen Tischtennis-Verbands (BTTV), den Spielbetrieb komplett abzubrechen, als „etwas voreilig“. Schließlich hielten sich andere Sportarten, in denen es zu viel mehr Körperkontakt komme, eine Weiterführung der Saison offen. „Uns geht es vor allem um die langfristige Entwicklung unserer Talente. Gerade für die zweite Damenmannschaft wäre eine weitere Saison in der Bezirksoberliga Zeitverschwendung.“

Stefan Herold ist nicht nur Leiter der rund 80 Mitglieder starken Tischtennisabteilung, sondern auch Vorsitzender des Gesamtvereins TSG Thannhausen. Sportlich ist er meist in der zweiten Mannschaft der TSG aktiv.
Bild: Johannes Schlech

Da es im Tischtennis keine festen Spieltage gibt und alle Teams unterschiedlich viele Spiele absolviert haben, hält Herold es für möglich, die Vorrundentabelle als Kriterium für Auf- und Abstieg heranzuziehen. „Klar wäre das nicht für alle fair. Der Verband muss dann auch bei Einzelfällen ein wenig Fingerspitzengefühl zeigen.“ Offen ist, ob die erste Damenmannschaft in der Oberliga noch einmal spielt. Hier ist die Saison nur unterbrochen.

Schützen beenden die Saison

Zu Ende sind auch die Rundenwettkämpfe der Schützen für diese Saison. Der Bezirk Schwaben hat die Wettkämpfe auf Bezirks- und Gauebene eingestellt. Nach Auskunft von Krumbachs Gauschützenmeister Helmut Konrad werden die Tabellen eingefroren, über Auf- und Abstieg entscheidet jeder Gau selbst. Auch geplante Veranstaltungen wie Gauschießen, Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene sowie der Start des neuen BSSB-Talentzentrums in Balzhausen sind abgesagt, ebenso noch ausstehende Königsehrungen und Schießabende. „Das werden nicht alle akzeptieren, aber so ist es nun mal“, sagt Konrad.

Mountainbike: MSC Wiesenbach bleibt auf Kosten sitzen

450 Teilnehmer aus 13 Ländern, die europäische Mountainbike-Elite zu Gast im Landkreis Günzburg: Die Premiere der Bundesliga in Krumbach und Obergessertshausen hätte so schön sein können. „Wir hatten schon alles vorbereitet und hätten sofort Rennen fahren können“, sagt Organisator Anton Sieber vom MSC Wiesenbach.

Nun wird der Termin wohl auf 2021 verschoben, Stand jetzt bleibt der Verein auf Kosten von 4000 bis 5000 Euro sitzen. „Wir hoffen, dass uns da der Verband entgegenkommt. Und die Regierung hat ja zugesichert, dass auch Sportveranstalter unterstützt werden. Vorerst können wir nichts anderes machen, als rauszugehen und zu trainieren.“

Herbert Egger (links) und Anton Sieber organisieren das Rennen.
Bild: Armin Küstenbrück
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