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Kreis Landsberg

08.06.2019

Benita (9) darf leben – dank eines Stammzellenspenders

Benita Bernhart aus Greifenberg hat zwei Geburtstage. Das neunjährige Mädchen erhielt vor neun Jahren eine lebensrettende Stammzellspende.
Bild: Ramona Pfanzelt

Plus Vor einigen Jahren rettete ein Stammzellspender das Leben der Kleinen Benita aus Greifenberg. Wie es der Neunjährigen heute geht und warum sie keine Geschenke zur Erstkommunion wollte.

Am 15. August 2009 erblickte Benita Bernhart das Licht der Welt. Ihre Eltern Rachel und Stefan Bernhart hätten nicht glücklicher sein können über ihr Mädchen, ein wundervolles, kleine Energiebündel. Doch im Alter von nur sieben Monaten, als der Nestschutz, der Neugeborene vor Krankheiten schützt, weg war, hustete die kleine Benita immer häufiger. Schnell war klar, dass sie in Lebensgefahr war, erinnert sich ihre Mutter.

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"Benita hatte einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut. An Ostern 2010 wurde sie mit Blaulicht in die Haunersche Kinderklinik gebracht und wurde schon am nächsten Tag intubiert." Eine Stammzellenspende rettete dann das Leben von Benita. Heute setzt sich das bald zehnjährige Mädchen aus Greifenberg dafür ein, dass auch andere Menschen auf diese Weise eine zweite Lebenschance bekommen.

Die Ärzte diagnostizierten einen Gendefekt

Ein Arzt stellte schließlich die Diagnose: Benita leidet an SCID (Severe Combined Immunodeficiency), einem Gendefekt, der verhindert, dass sich ein funktionierendes Immunsystem ausbilden kann. Dieser Gendefekt entsteht, wenn beide Eltern ein entsprechendes rezessives Erbmerkmal besitzen. Das kommt nur sehr selten vor. Schätzungen gehen davon aus, dass unter 50.000 bis 100.000 Kindern eines diesen Gendefekt hat, das heißt ein oder zwei Neugeborene pro Jahr in Bayern. Ein für normale Menschen völlig harmloser Keim verursachte bei Benita eine lebensbedrohliche Entzündung, die mit Cortison und Antibiotika inklusive künstlicher Beatmung behandelt werden musste. Aufgrund ihres schlechten Zustands wurde eine Nottaufe im Krankenhaus gemacht.

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Geheilt werden kann SCID nur durch eine Stammzellspende. Dass Benita diese ersten Lebensmonate überlebte, beschreibt ihr Vater Stefan Bernhart Jahre später als "irrsinniges Glück". Wie durch ein Wunder konnte kurz nach der Diagnose ein passender Knochenmarkspender für sie gefunden werden. Am 26. Mai 2010 erhielt Benita ihre zweite Chance in Form von 450 Millilitern Stammzellen aus dem Knochenmark von Josef Felber. "Die ersten 100 Tage sind sehr ungewiss. Der Körper muss das langsam aufnehmen und da kann viel schiefgehen", sagt Rachel Bernhart. Doch auch dabei hatte das Mädchen Glück: Wie erwartet, begannen die Spenderstammzellen mit der Produktion neuer Blutzellen. "Am Tag 40 ist Benita nach Hause gekommen", erinnert sich ihre Mutter an den Sommer vor neun Jahren.

Ihr Stammzellspender war schon 45 Jahre alt

Josef Felber, ein Lagerist aus Fridolfing (Kreis Traunstein), war schon 45 Jahre, als er sich dazu durchrang, sich bei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) als Stammzellspender zu registrieren – ziemlich genau zu der Zeit, als Benita geboren wurde. Schon neun Monate später wurde ihm mitgeteilt, dass er für einen ihm fremden Patienten Stammzellen spenden soll. Vor der Entnahme hatte er anfangs großen Respekt, doch im Nachhinein ist er überglücklich, denn seine Stammzellen haben dem Mädchen das Leben gerettet.

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