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Einzelhandel

07.01.2021

Click & Collect: Wie man im Lockdown in Landsberg shoppen kann

Click & Collect heißt es auch bald für den bayerischen Einzelhandel. Kunden dürfen vorab bestellte Ware beim Geschäft abholen. Dominik Piotrowski von Intersport Pio aus Landsberg stellt eine Abholaktion mit Mitarbeiter Wolfgang Sanktjohanser nach.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Auch bayerische Läden dürfen ab Montag das sogenannte Click & Collect anbieten. Kunden können Bestellungen im Laden abholen. So machen es Einzelhändler aus Landsberg und Umgebung.

Was in den meisten anderen Bundesländern schon seit Beginn des zweiten Lockdowns erlaubt war, dürfen ab Montag auch bayerische Einzelhändler: Die Rede ist von Click & Collect, übersetzt heißt das „Klicken und Einsammeln“. Dabei können Kunden in einem Geschäft Waren (online) bestellen und sie dann selbst abholen. Viele Geschäfte hätten sich diese Option schon lange gewünscht, schließlich durften sie Bestelltes bisher nur selbst zu den Kunden fahren oder per Post an sie verschicken – beides kostspielige Angelegenheiten. Entsprechend eifrig bereiten sich Geschäftsleute aus dem Landkreis Landsberg auf die Selbstabholung vor.

Kunden können mit Click & Collect Bestellungen kontaktfrei abholen

Dominik Piotrowski, Inhaber von Intersport Pio in Landsberg, hat schon alles für die Abholer in die Wege geleitet: Sein Geschäft hat einen Lieferanteneingang, bei dem die Angestellten über ein Fenster mit den Kunden kommunizieren können. Die gewünschte Ware wird dann draußen abgestellt, die Käufer können sie mitnehmen – völlig kontaktfrei. Das kostet die Angestellten deutlich weniger Zeit, als wenn sie Päckchen und Pakete selbst ausliefern würden.

Am Donnerstag beispielsweise sei gar keine Zeit gewesen, etwas zuzustellen, sagt Piotrowski, wegen des Feiertags am Mittwoch hätten die Onlinebestellungen von zwei Tagen abgearbeitet werden müssen. „Wir haben noch niemandem gesagt, dass wir seine Bestellung nicht ausliefern. Aber je nach Entfernung ist es manchmal nicht rentabel“, gibt der Inhaber zu. Seit Kurzem hat sich sein Geschäft dem Intersport-Onlineshop angeschlossen. Was dort bestellt wird, gelangt per Post zum Kunden. Wer etwas von den Mitarbeitern ausgeliefert bekommen oder es nun selbst im Geschäft abholen möchte, müsse persönlich Kontakt aufnehmen, sagt Piotrowski – per Anruf, Mail oder über die Sozialen Medien.

Click and Collect – Ware online bestellen und im Laden abholen – ist in Bayern ab Montag erlaubt.
Foto: Fabian Strauch, dpa (Symbolfoto)

Über die neue Regelung, die nun auch in Bayern Click & Collect erlaubt, will sich Piotrowski nicht recht freuen: „Es hilft uns schon weiter, aber es ist eine Kleinigkeit, dass die Politik das erlaubt.“ Er kritisiert, dass die Selbstabholung im Einzelhandel überhaupt erst verboten wurde. Die meisten Geschäfte könnten das Abholen reibungslos und sicher gestalten, und bei der Gastronomie sei es ja auch kein Problem gewesen, dass die Kunden sich das Essen selbst abholen, gibt er zu bedenken.

Noch fehlt in Bayern das Gesetz zu Click & Collect

Auch Edmund Epple, Geschäftsführer der Landsberger Musik- und Buchhandlung Discy, will Click & Collect nutzen. Wie die Abholung in seinem Geschäft genau ablaufen wird, weiß er noch nicht: „Im Moment fehlt noch der entsprechende Gesetzestext der Staatsregierung, also kann ich noch nicht sagen, wie das bei uns en detail ausgestaltet wird.“ Im Kern werde es jedoch darum gehen, dass die Kunden beim Abholen den Laden nicht betreten und nicht an der Kasse zahlen müssen. „Und das werden wir sicher hinbekommen, egal ob man einen Bezahldienstleister nutzen möchte oder schlicht überweist.“

Edmund Epple von discy in Landsberg.
Foto: Julian Leitenstorfer

Wer schon eine Kundennummer habe, könne auf Rechnung bezahlen. „Für dieses Vertrauen wurden wir durchwegs belohnt, niemand hat uns bisher hängen lassen. Das gehört zu den schönen Erfahrungen in diesen zugegeben nicht einfachen Zeiten.“

In der Buchhandlung Hansa in Landsberg will man ebenfalls mit Selbstabholung arbeiten. Buchhändlerin Claudia Werder und ihre Kollegen werden das Konzept anwenden, das sich schon im ersten Lockdown bewährt habe: „Wir haben einen Überbau vor dem Geschäft. Dort wird ein Tisch mit einer Kiste stehen, in der wir die Bestellungen einzeln verpackt bereitlegen.“

Abholen vor Ort, Bezahlen per Rechnung

Wie bei Discy vertraut man auch bei Hansa den Kunden und lässt sie erst nach dem Abholen bezahlen, die Rechnung wird mit der Bestellung zusammen verpackt. Blindes Vertrauen hat Werder dennoch nicht: „Durch das Fenster können wir sehen, wenn jemand kommt und sich sein Paket abholt.“

Damit die Waren nicht zu lange vor dem Laden liegen, werde außerdem bei der Bestellung abgesprochen, wann der Kunde vorbeikommen will. Die Aktion soll ab Montag starten, Kunden können bei der Bestellung per Telefon oder im Onlineshop angeben, ob sie selbst vorbeikommen oder sich beliefern lassen wollen.

Nicht alle Unternehmer versprechen sich von der Selbstabholung ein Plus beim Umsatz. Angelika Leuthner bleibt mit ihren Erwartungen zurückhaltend. Die Inhaberin des Friseursalons Leuthner in Kaufering hat ihre Haupteinnahmequelle seit dem Lockdown eingebüßt: Haareschneiden funktioniert weder über das Internet noch per Post. Sie konnte nur noch weiterhin Pflegeprodukte an ihre Kunden verkaufen und selbst ausliefern.

Käufer können Bestellungen ab Montag selbst abholen

Nun werde sie auf jeden Fall anbieten, dass die Käufer ihre Bestellungen selbst abholen können – ob sich das finanziell lohne, wisse sie noch nicht. Zur Warenausgabe müsste auch Personal vor Ort sein. „Für die Mitarbeiter wäre es gut, so ein bisschen aus der Kurzarbeit rauszukommen“, sagt Leuthner. Aber unter dem Strich müsse sich das Ganze auch rechnen, denn Arbeitszeit müsse schließlich auch bezahlt werden.

Während des zweiten Lockdowns gingen bisher nicht viele Bestellungen bei ihr ein. Sie vermutet, dass sich die meisten Menschen rechtzeitig mit Pflegeprodukten eingedeckt haben, als die Geschäfte noch geöffnet waren. „Jetzt fangen einige an, sich Farben zu bestellen, damit sie nachfärben können, bevor der Haaransatz zu sehr sichtbar wird“, berichtet sie. Insgesamt verkaufe sie aber nicht viel. Im ersten Lockdown sei es besser gelaufen.

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