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Penzing

06.04.2021

Das Penzinger Baugebiet nimmt die nächste Hürde

Beim Baugebiet „Benediktbeurer Ring West“ ist die Gemeinde Penzing jetzt einen großen Schritt weiter.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Der „Benediktbeurer Ring West“ beschäftigt den Gemeinderat Penzing. Die Verkehrsanbindung in diesem Bereich missfällt einigen Bürger. Jetzt steht fest, was der Quadratmeter dort kosten soll.

„Wir haben die Grundstücksverhandlungen erfolgreich hinter uns gebracht“, sagte der Penzinger Bürgermeister Peter Hammer (CSU) in der Gemeinderatssitzung – der Notartermin am Tag zuvor habe über fünf Stunden gedauert. Diese Hürde für das neue Baugebiet „Benediktbeurer Ring West“ ist also genommen, nun haben die Räte auch den Quadratmeterpreis festgelegt.

Im neuen Baugebiet in Penzing sind 70 Wohnungen in zwei- beziehungsweise dreigeschossigen Gebäuden sowie 14 Einfamilienhäuser, vier Doppelhaushälften und sechs Kettenhäuser geplant. Schnell waren sich die Räte über den Preis, zu dem die Bauparzellen abgegeben werden sollen, einig: Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, den Grund zu einem Netto-Quadratmeterpreis von 300 Euro an „einkommensschwache und weniger begüterte Personen“ zu vergeben.

Stört das Konzept die Planung einer neuen Ortsmitte?

Bei der Sitzung beschäftigte sich das Gremium mit den Stellungnahmen zum Bebauungsplan. Behörden und Bürger hatten Anmerkungen und Einwände geäußert, vor allem wegen der Verkehrsplanung. Die Abteilung Städtebau der Regierung von Oberbayern etwa merkte an, dass die geplante Bäckerei mit Café möglicherweise der Revitalisierung der Penzinger Ortsmitte in die Quere komme. Sie empfahl auch, bei künftigen Projekten den Flächenverbrauch sorgfältig und kritisch zu hinterfragen.

Deutlich konkreter war die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts Weilheim: Es riet dazu, eine zentrale Lösung zum Versickern von Regenwasser zu bauen. Architekt Franz Arnold erklärte den Räten den Hintergrund: Wegen der Bodenbeschaffenheit müsse man über fünf Meter tiefe Sickergruben anlegen, und ab dieser Tiefe werde für jede Grube ein eigenes wasserrechtliches Verfahren notwendig. Es wäre also ökonomischer, nur eine größere gemeinsame Grube auszuheben. Das müsse aber nicht im Bebauungsplan, sondern im Erschließungsplan geregelt werden.

Penzings Bürgermeister Peter Hammer ist mit dem neuen Baugebiet einen großen Schritt weiter gekommen.
Foto: Sylvia Kresin (Archiv)

Ein Nahwärmenetz, wie es der Bayerische Bauernverband vorschlägt, lasse sich im Benediktbeurer Ring West zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr einrichten, sagte Arnold. Einfacher sei das, wenn das ganze Baugebiet von einem einzigen Träger bebaut wird. Im Benediktbeurer Ring gebe es aber nicht nur einen Bauherrn, sondern viele. Bürgermeister Hammer merkte an, dass man bereits den Bewerbungsbogen für die Interessenten künftiger Neubaugebiete um Fragen nach einer zentralen Wärmeversorgung ergänzt habe.

Warum es keinen Kreisverkehr gibt

Auch fünf Bürger hatten Stellungnahmen abgegeben. Sie bewegte vor allem ein Thema: Statt der geplanten Ampel bei der Abzweigung auf Höhe der geplanten Bäckerei solle besser ein Kreisverkehr gebaut werden. So entstünden unter anderem weniger Abgase durch Bremsen und Wiederanfahren. Wie mehrere Räte anmerkten, hatte man sich bereits ausgiebig mit einem möglichen Kreisverkehr auseinandergesetzt.

Ein solcher sorge aber nicht für weniger Bremsvorgänge, sondern für mehr, sagte Hammer: Während man eine Ampel über Nacht abschalten könne und auch tagsüber Fahrzeuge bei Grün ungebremst passieren könnten, müssten sie vor einem Kreisverkehr immer abbremsen und danach wieder Gas geben. „Ich bin überzeugt, dass eine Ampel allen Anforderungen am besten gerecht wird – vor allem der Sicherheit der Fußgängerwege“, stellte Hammer klar. Bei der Entscheidung habe man auch Punkte wie Lärmentwicklung und Flächenverbrauch berücksichtigt.

Eine Rennstrecke sei nicht zu befürchten

Ein Bürger äußerte Bedenken, dass die verlängerte Richthofenstraße zur Rennstrecke werden könnte. Dem entgegnete der Bürgermeister, dass bereits ein Versatz eingeplant sei. Außerdem erwäge man eine Aufpflasterung, die allerdings erst im Erschließungsplan festgehalten werden könne.

Die Gemeinderäte beschlossen den Bebauungsplan einstimmig als Satzung, doch er soll erst offiziell bekannt gegeben werden, wenn zwei Verträge rechtskräftig sind: der Erschließungsvertrag mit der Firma WipflerPLAN und die städtebauliche Vereinbarung mit der Firma SIWO Schmid.

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