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Landsberg

07.10.2018

Das leise Surren der Elektroautos

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5 Bilder
Einiges los war am Wochenende bei der sechsten Auflage der eRUDA. Rund 260 Elektroautos kamen nach Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Bei der sechsten Auflage der eRUDA sind so viele E-Fahrzeuge wie noch nie dabei. Was es bei der Rekordveranstaltung in Landsberg alles zu sehen gab.

Wohl noch nie waren so viele (fast) lautlose Fahrzeuge gleichzeitig in Landsberg. Egal ob auf dem Hauptplatz, auf dem Infanterieplatz oder dem Rossmarkt – reihenweise standen dort am Samstag Elektroautos. Insgesamt waren es rund 260 Fahrzeuge, die bei der sechsten Auflage der „eRUDA“ (elektrisch rund um den Ammersee) nach Landsberg gekommen waren. Damit hat die nach eigenen Angaben größte Elektroauto-Rallye Deutschlands ihren Rekord aus dem Vorjahr deutlich übertroffen, als rund 150 E-Autos an den Lech gekommen waren.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema: eRUDA: Da ist Potenzial da

Die Teilnehmer machen sich auf eine besondere Reise

Lautlos rollten am frühen Nachmittag die ersten Elektrofahrzeuge auf den Hauptplatz. Von älteren Modellen über Kleinwagen bis hin zu regelrechten Limousinen – es war alles dabei. „Die E-Mobilität kommt schneller, als sie wahrgenommen wird. Die Händler bringen die Fahrzeuge nicht mehr her. Zum Teil gibt es Lieferzeiten von rund eineinhalb Jahren“, sagte Werner Hillebrand-Hansen. Er ist Co-Organisator der eRUDA, die von der Landsberger Energieagentur (Lena) präsentiert wird. Seine Prognose: In fünf Jahren fährt die Hälfte aller Autos in Deutschland mit einem Elektroantrieb – „auch wenn die deutschen Entwickler mit der Entwicklung hinterherhinken“. Denn momentan komme mit dem Tesla 3 das aktuell am häufigsten verkaufte Auto aus den USA.

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Und ein Tesla stand ganz im Fokus der Besucher der eRUDA. Gegen 15.30 Uhr wurden Lars und Susanne Wunderlich vom Moderator auf dem Hauptplatz begrüßt. Das Ehepaar aus dem Fuchstal hatte sich mit seinem Tesla Model X der eRUDA-Challenge gestellt. Etwa 150 Teilnehmer waren dazu am Samstag in Weilheim nach Österreich aufgebrochen und über die Ötztaler Gletscherstraße zum Rettenbachferner auf fast 3000 Meter Höhe gefahren, um dann den Zielort Landsberg anzusteuern.

Die ganz mutigen Fahrer ließen sich vor ihrer Abfahrt zu der rund 355 Kilometer langen Tour die Ladebuchse versiegeln, um zu zeigen, was ihr E-Auto kann. Bei den Wunderlichs war das Siegel noch intakt und sie hätten noch rund 130 Kilometer mit ihrer Tankladung fahren können.

Wie viel man für ein Premium-Modell hinblättern muss

Neben ihrem Tesla war auch ein Fahrzeug aus dem Jahr 1913, das Detroit Electric Modell 90 Coupé des Landsbergers Hermann Redl, ein Blickfang. Zudem präsentierten einige örtliche Autohändler E-Fahrzeuge. Darüber hinaus informierten die Stadtwerke Landsberg, und es gab kleine elektrische Spielzeugautos, mit denen die Kinder Runden drehen durften. „Das Fahren mit einem Elektroauto ist genial“, sagen die Wunderlichs unisono.

Seit Sommer haben sie den rund 110.000 Euro teuren Tesla und schon seit vergangenem Jahr einen Nissan Leaf, der auch mit Strom fährt. „Wir hatten früher einen Diesel mit einer Schummel-Software. Das war ein tolles Auto, aber hatte dadurch einen Wertverlust von rund 5000 Euro“, sagt Susanne Wunderlich. Vor ein paar Jahren habe man noch keinen Gedanken gehegt, auf Elektroautos umzusteigen. „Aber jetzt sind wir sind elektrifiziert.“ Auch wenn die Anschaffungskosten mancher Modelle höher seien, sei das elektrische Fahren deutlich billiger als mit einem Verbrennungsmotor. Und die Schnellladung benötige weniger als eine Stunde.

So lange dauert ein Ladevorgang

Nicht ganz so schnell lädt der VW eGolf von Karolin Bierbrauer und Christian Weyers. Das Paar aus München war erstmals bei der eRUDA in Landsberg dabei. Aber schon seit Jahren sind die beiden überzeugte Elektroautofahrer. Ihr aktuelles Modell hat eine Reichweite von 140 bis zu 150 Kilometern im Sommer, bei Kälte kommt der Wagen nur rund 80 Kilometer weit mit einer Ladung. „Für den Stadtverkehr und das Pendeln in die Arbeit reicht es. Wir fahren aber auch Langstrecke“, sagt Weyers.

An der normalen Ladesäule dauert ein Vorgang rund vier bis fünf Stunden, über die normale Steckdose zwischen zehn und zwölf Stunden. „Wir haben errechnet, dass sich das Auto nach 38.700 Kilometern im Vergleich zu einem Benziner rechnet“, sagt Bierbrauer. Sie und ihr Partner glauben, dass die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen deutlich besser wären – wenn die Händler daran interessiert wären. „Die verkaufen lieber Verbrenner, weil das einfacher geht und sie das schon lange machen.“

Für das erste eigene Auto ist ein Elektroauto zu teuer

Dominik Posch und Marvin Popp schauen sich den eGolf interessiert an. Die beiden 18-Jährigen aus dem Landkreis Landsberg sind gekommen, um sich über das Thema Elektromobilität und die Preise zu informieren. „Als Fahranfänger kann man sich das aber nicht leisten. Später vielleicht mal“, meint Posch grinsend. Er fährt seit Kurzem einen Ford Fiesta. Das sei keine Schadstoffschleuder. Sein Kumpel Marvin träumt noch vom ersten eigenen Auto: „Ein Diesel wird es wohl bei mir nicht werden.“

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08.10.2018

mit dem Elektrofahrzeug verliert man die Mobilität, die man ansonsten gewohnt ist.
Für längere Strecken ist ne Art Flugplan notwendig, um nicht stromlos stecken zu bleiben.

Was passiert in Stausituationen (Autubahn), wenn Klimaanlage oder Heizung gefragt sind?

Wer denkt schon dran, dass die Lithium Ionen Akkus jährlich bis 3 Prozent ihrer Kapazität verlieren?

Derzeit reicht es gerade, sich mobil mit etwas Nervenkitzel im größeren Umkkreis vom Wohnort zu bewegen,

Das E Auto ist derzeit oftmals nur ein Vorzeigeobjekt von Promis, die dann im privaten Bereich „Suff“ fahren

Permalink
08.10.2018

Schade VON ULRICH K. dass Sie nicht in Landsberg die Veranstaltung besucht haben. Ansonsten hätte ich Sie davon überzeugen können, dass das alles typische veraltete Vorurteile sind. Genau deswegen stand ich und viele andere mit ihren Elektroautos in Landsberg um Interessierte zu informieren und zu zeigen, dass Elektromobilität schon heute funktioniert. Die Fahrt von Weilheim auf den Gletscher in 2798m Höhe und zurück nach Landsberg haben alle ohne Probleme bewältigt. Das zeigt, es funktioniert auch außerhalb vom Wohnort. Die Ladezeiten sind, anders als im Artikel geschrieben, auch meist nur um die 20 Minuten, also schneller als die Pinkelpause meiner Familie.

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