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Landkreis Landsberg

06.12.2019

Die Handwerker haben seit 20 Jahren ein großes Herz

Sie sind die Macher der Aktion „Handwerk mit Herz“ (von links): Franz Lanzinger, Werner Tenschert und Ernst Höss.
Bild: Frauke Vangierdegom

Plus Seit 1999 ermöglicht die Aktion „Handwerk mit Herz“ benachteiligten Kindern aus dem Landkreis Landsberg einen Ausflug. Wie die Idee entstand und seither Kinderaugen zum Leuchten gebracht werden.

Der Verein „Handwerk mit Herz“ feierte in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag. Und seit 20 Jahren ermöglichen Ernst Höss (72), Franz Lanzinger (78) und Werner Tenschert (76) mit ihren Mitstreitern benachteiligten Kindern aus dem Landkreis, ein paar unvergessliche zu Stunden verbringen.

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Was der Mauerfall mit der Idee zu tun hat

„Es ist nicht nur der für die Kinder mit viel Spannung und Freude erwartete Aufenthalt in einem Freizeitpark“, sagte der frühere Kreishandwerksmeister Franz Lanzinger in der Feierstunde. „Es ist die Erfahrung, dass es Menschen gibt, die in unverbrüchlicher Treue sich gerade für diese Kinder engagieren und einsetzen.“ Die Idee, junge Menschen zu unterstützen, ist allerdings schon früher geboren worden. Mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung begann zwischen Landsbergers Partnerstadt Waldheim und den Handwerksbetrieben in Landsberg eine besondere Zeit: „In Waldheim gab es viele junge Leute ohne Ausbildungsstelle“, erinnert sich Ernst Höss. Lanzinger sei zu der Zeit Kreishandwerksmeister gewesen und habe sofort erkannt, dass Hilfe notwendig sei. Kurzerhand wurden für 50 Jugendliche aus Waldheim Ausbildungsplätze in Landsberg gefunden.

Damit aber nicht genug der Hilfe: 1990 und 1995 fanden in der Lechstadt zwei Handwerksmessen statt. In deren Rahmen stellten die Handwerker Spendenkassen in Herzform auf. Sowohl die dadurch gesammelten Spenden als auch die Eintrittsgelder zu den beiden Messen sollten verwendet werden, um benachteiligte Kinder im Landkreis zu unterstützen. Bald war die Idee geboren, mit 50 Kindern der Lebenshilfe, von Regens Wagner in Holzhausen und des Kinderheims St. Alban auf eine aufregende Reise ins Disneyland nach Paris zu gehen.

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Ein Ausflug ins Disneyland war zu kompliziert

„Die Reise nach Paris war sehr aufwendig“, erinnern sich die drei Macher der ersten Stunde zurück. Auf der Suche nach einem anderen geeigneten Ausflugsziel wurde das Team, das tatkräftig vom Weiler Banker Franz Maisterl unterstützt wurde, in Rust fündig.

1999 war es dann so weit: Mit den Spendeneinnahmen aus der Handwerksmesse „HASPO“, die im Jahr zuvor stattfand, ging es nach Rust. „Wir haben nie Einfluss darauf genommen, welches Kind aus den drei Einrichtungen mit uns fahren darf“, betont Werner Tenschert. Die Auswahl sei immer von den Betreuern getroffen worden. Quasi mit dem ersten Besuch im Freizeitpark Rust gründete sich der Verein „Handwerk mit Herz“. Bis heute fahren jedes Jahr am letzten Wochenende der Sommerferien Tenschert, Lanzinger, Höss, Maisterl und viele andere Mitstreiter auf eigene Kosten mit den Kindern in den Europapark. „Längst werden wir von den Mitarbeitern des Parks ganz besonders unterstützt und manchmal sogar bevorzugt behandelt“, so Höss.

Viele Unterstützer machen es gemeinsam möglich

Selbstverständlich sind die Reisen allerdings nicht. Jedes Jahr aufs Neue müsse dafür gekämpft werden, dass genügend Spenden eingenommen werden, um den Kindern dieses Erlebnis zu ermöglichen. Gleichzeitig betont Höss, dass es viele Spender gebe, auf die sich das Team jedes Jahr aufs Neue verlassen könne. Ein Getränkemarkt etwa stellt einen Kühlschrank zur Verfügung, in dem die Getränke auf dem Campingplatz in Rust gekühlt werden können. Ein Sicherheitsmann überweist monatlich einen festen Betrag, und in vielen Handwerksbetrieben wird die Kaffeekasse der Mitarbeiter an das „Handwerk mit Herz“ übergeben. Trotzdem könnte der Aufenthalt im Freizeitpark für die Kinder ohne große Spender nicht realisiert werden. Höss, Tenschert und Lanzinger freuen sich jedes Mal darüber, dass die VR-Bank Landsberg-Ammersee die Kinder mit einem kleinen Taschengeld ausstattet und die Sparkasse Landsberg die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses im Landkreis kräftig unterstützt.

Keiner der Macher wird für seine Arbeit bezahlt. Selbst die Verwaltungskosten tragen sie selbst.

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