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Landsberg

14.02.2020

E-Sport: Zwei junge Reischer gehen digital auf Torejagd

Tobias Sießmeir (links) und Matthias Keller spielen regelmäßig Fußball auf der Playstation Am Samstag nehmen die beiden 20-Jährigen am ersten E-Sport-Cup im Landkreis teil.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Am Samstag findet in Penzing zum ersten Mal ein E-Sport-Cup statt. Tobias Sießmeir und Matthias Keller aus Reisch sind mit von der Partie, wenn Fußball gespielt wird.

Auf dem Bildschirm kämpfen in einem Videospiel Fußballer um den Ball. Tobias Sießmeir demonstriert, wie er das Spiel über die Playstation 4 steuert. Der 20-Jährige aus Reisch wird mit seinem gleichaltrigen Freund Matthias Keller am Samstag am 1. E-Sport-Cup der Sparkasse Landsberg-Dießen teilnehmen. Das LT hat mit den beiden jungen Männern über ihre digitale Leidenschaft gesprochen.

Fifa – mittlerweile in der Version 2020 – nennt sich das Computerspiel, bei dem mehrere naturgetreu wiedergegebene Fußballer in einer Simulation übers Feld laufen. „Es gibt fast alle Topligen der Welt“, erzählt Jurastudent Tobias Sießmeir. Jeder Spieler habe seine eigene Bewertung. Bayernstar Robert Lewandowski hat bei Fifa 2020 beispielsweise 89 Punkte, das Maximum liegt bei 99. „Wenn der vor dem Tor steht und man drückt auf Schuss, ist er drin.“

Der Controller landete an der Wand

Das heißt, es hängt bei Fifa nicht nur von der Geschicklichkeit des menschlichen E-Sportlers ab, sondern auch von den Fähigkeiten, mit denen der elektronische Spieler gemäß seinem Original belegt ist. Schlechter bewertete Fußballspieler seien beispielsweise langsamer und spielten mehr Fehlpässe, erzählt Tobias. „Schlechte Spieler machen keinen Spaß“, sind sich die beiden Reischer einig. Emotionen gehören auch zum Computerspielen. Tobias Sießmeirs Mutter verweist auf eine Stelle an der Wand, an die Tobias einmal seinen Controller gepfeffert hat, als es nicht so lief. Da sei er aber jünger gewesen, betont der 20-Jährige.

E-Sport: Zwei junge Reischer gehen digital auf Torejagd

Jeder E-Gamer und jedes E-Gamer-Team kann sich eine Mannschaft aussuchen, die Aufstellung entspricht der im realen Fußball. „Ich spiele immer nur mit dem FC Bayern“, sagt Matthias Keller. Die Bayern seien stark im Pass-Spiel. Bei Fifa 2020 herrsche freie Teamwahl, so könne es vorkommen, dass der FC Bayern in der Simulation gegen den FC Bayern antrete.

Normalerweise verabreden sich die beiden online mit Freunden, um Fifa zu spielen, wie Zimmerer Matthias erzählt. Übrigens sind Frauen selten dabei, Tobias glaubt, dass wohl der Zugang zum Fußball bei Jungs stärker ist. „Ich habe mit sechs oder sieben Jahren mit dem Fußballsimulationsspiel Pro Evolution Soccer auf der Playstation 2 angefangen“, erinnert sich Matthias. Als Teenager sei er schon mal über Stunden vor dem Bildschirm gesessen. Tobias bekam 2006 Fifa 05, also ebenfalls im Alter von sechs Jahren.

Auf dem Spielfeld die Lücke und Räume erkennen

Nächtelang Daddeln ist übrigens nicht das Ding der beiden jungen Männer, dazu fehlt ihnen mittlerweile die Zeit. Tobias spielt „fast nur Fifa“, er sitzt vielleicht drei Mal die Woche zwei oder drei Stunden vor dem Bildschirm. Ähnlich hält es Matthias, der aber auch gerne noch „Word of Tanks“ und zwischendurch auch mal „Die Siedler“ spielt. Eine gewisse Motorik ist gefragt, genauso wie Reaktionsschnelligkeit und Koordination. „Man muss mit der Steuerung vertraut sein und auf dem Spielfeld auch Lücken und Räume erkennen“, sagt Tobias.

Wichtig sei beim Wettkampf, dass die beiden Spieler eines Teams aufeinander eingespielt sind, da sind sich beide einig. Also heißt es gemeinsam trainieren. Mehrfach haben beide in den vergangenen Tagen als Team miteinander geübt. Tobias und Matthias fürchten jedoch, dass ihnen Jugendliche mit 16 und 17 Jahren, die momentan mehr Zeit fürs gemeinsame Spielen zur Verfügung hätten, in Sachen Training etwas voraushaben. „Wir wissen nicht, wie stark die Konkurrenz ist.“

Fußball-Computerspiel und echter Fußball – hat das etwas miteinander zu tun? „Das sind komplett verschiedene Welten“, sagt Tobias, der realen Fußball beim FC Stoffen spielt. Auch Matthias kickt ab und zu in der Freizeit. Eine gewisse Fitness sei aber auch beim E-Sport nötig, schließlich gelte es bei Wettkämpfen über mehrere Stunden hoch konzentriert durchzuhalten, sagt Matthias. Anders als Tobias hat er schon an Wettkämpfen teilgenommen. Von 19 Uhr bis 1 Uhr morgens habe beispielsweise ein Wettkampf bei „World of Tanks“ gedauert. Aber auch Matthias hat bisher nur von daheim am Bildschirm gegen andere gespielt. „Es ist schon anders, ob man alleine spielt, oder in der Halle, wo’s um etwas geht.“

Im Cineplex Penzing geht es um 14 Uhr los

Denn im Eventsaal des Cineplex in Penzing sitzen ab 14 Uhr die beiden Teams gemeinsam vor einem Bildschirm. Wie Sparkassensprecher Stephan Sieg sagt, stehen vier Stationen mit jeweils zwei Bildschirmen zur Verfügung. Die Zuschauer könnten den Spielern über die Schultern schauen, ausgewählte Spiele würden auch auf eine Leinwand übertragen. Die Spieldauer sei zwei Mal sechs Minuten, und es gebe eine Vor- und Zwischenrunde sowie ein Finale. Das Finale sei gegen 17.45 Uhr eingeplant. Der erste Platz ist mit 200, der zweite mit 150 und der dritte mit 50 Euro dotiert. Der E-Sport sei immer mehr im Kommen, viele Bundesliga-Vereine hätten den E-Sport mittlerweile dabei, sagt Stephan Sieg. Auch das Interesse am Sparkassen-Cup war groß: Laut Sieg treten 32 Teams an, „wir mussten auch Interessenten ablehnen“.

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