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09.06.2018

Ein Dießener, der zwischen Film- und Theaterwelt wandert

Vergangenes Wochenende war der Dießener Schauspieler Konstantin Moreth im Tatort „Freies Land“ zusammen mit Sigi Zimmerschied und Udo Wachtveitl zu sehen (von links).
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Vergangenes Wochenende war der Dießener Schauspieler Konstantin Moreth im Tatort „Freies Land“ zusammen mit Sigi Zimmerschied und Udo Wachtveitl zu sehen (von links).
Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

Gerade war Konstantin Moreth im „Tatort“ München zu sehen. In Hamburg steht er derzeit auf der Bühne. Und gleichzeitig bereitet er die nächste Produktion der Moreth Company vor.

Der Schauspieler und Regisseur Konstantin Moreth aus Dießen ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Theater- und Film/Fernsehgeschehens in Deutschland. Erst am vergangenen Sonntag war Moreth im „Tatort“ München mit Udo Wachtveitl und Miroslaw Nemec an der Seite von Sigi Zimmerschied zu sehen. In Hamburg steht der 46-Jährige derzeit auf der Bühne. Gleichzeitig probt er bereits für das Landsberger Sommertheater und bereitet die nächste Produktion der Moreth Company vor, mit der er im Herbst im Landsberger Stadttheater Premiere feiert. Konstantin Moreth ist also gut beschäftigt.

Es war der zweite „Tatort“ für ihn

Aktuell interessierte natürlich die Arbeit für den „Tatort“ mit dem allgemeinen Titel „Freies Land“, der sich mit dem nicht einfachen Thema der Reichsbürger auseinandersetzte – mit Angst machendem, offenen Ende. Weckt dieses Thema auch bei den Schauspielern Emotionen? „Es ist schon verrückt“, sagt Konstantin Moreth auf diese Frage, „dass doch relativ viele Menschen sich völlig aus der Realität beamen und versuchen, eine alternative Wirklichkeit zu schaffen.“ Für ihn sei das schwer nachzuvollziehen. „Vielleicht eine Sehnsucht nach Utopia?“, fragt sich der Schauspieler, der sich im Tatort als „Polizist“ damit auseinanderzusetzen hatte. „Das wäre alles ja eher ulkig, wenn diese Leute nicht teilweise gemeingefährlich wären. So ist es ein ernstes Problem für unser Gemeinwesen.“

Eine Kritik zum jüngsten „Tatort“ lesen Sie hier.

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Auf die Frage, wie denn die Arbeit mit dem Münchner Team und speziell mit Sigi Zimmerschied gewesen sei, sagt Moreth: „Wunderbar! Die Kommissare kannte ich bereits, da mein erster Dreh vor vielen Jahren der zweite Tatort der beiden war, Titel ‘Ein Sommernachtstraum’. Da konnten wir anknüpfen und uns an lustige Sachen erinnern. Und mit Sigi als Dorfpolizistenkollege zu spielen war ein Traum. Unsere als erstes gedrehte Szene war eine Mopedfahrt, die die ganze Traurigkeit der beiden illustriert, da haben wir uns sehr schnell eingrooven können.“ Gab es danach Kommentare in diversen privaten Accounts? „Durchaus“, so Moreth, „vor allem auf Facebook haben mir viele Leute geschrieben und gratuliert.“

Momentan steht er noch für die Hamburger Kammerspiele auf der Bühne

Bis Mitte Juni steht Konstantin Moreth auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele. „Ich spiele wieder einmal den ’Ghetto Swinger’ Coco Schumann“, erzählt der Schauspieler, der ausgebildeter Jazz- und Rocksänger sowie E- und Akustik-Gitarrist ist. „Dieses Stück, das wir schon 185-mal aufgeführt haben (unter anderem in Landsberg), ist ein großes Geschenk und etwas ganz Besonderes. Es handelt vom Leben des Jazzgitarristen Coco Schumann, der Anfang 2018 im Alter von 93 Jahren gestorben ist. Er wurde in der Nazizeit verfolgt, war in Theresienstadt, Auschwitz und Kaufering inhaftiert und hat nach dem Krieg eine große Karriere gemacht – die Musik als Schutzengel und ein sonniges Gemüt, das ihn alles überstehen ließ.“ Anmerkung: Coco Schumann spielte in den verschiedenen Lagern für die Naziaufseher und -peiniger um sein Leben, daher die Bezeichnung „Ghetto Swinger“.

Und jetzt zu Landsberg: Was darf das hiesige Publikum als Nächstes erwarten? „Im Augenblick probe ich mit Ioan C. Toma fürs Sommertheater den ‘Sokrates’. Und Anfang Oktober gibt es die nächste Premiere der Moreth Company: ‘Der Krawattenclub’ ist eine französische Tragikomödie, in der ich mit Stefan Lehnen – er war der Valmont in ‘Gefährliche Liebschaften’, auf der Bühne stehe.“

Eigentlich kommt er aus Ingolstadt

Weil wir gerade bei der Moreth Company sind: Was war denn das liebste Projekt? „Schwer zu entscheiden“, sagt Konstantin Moreth dazu. „Ich habe alle drei Moreth-Company-Projekte sehr genossen, sowohl die ‘Gefährlichen Liebschaften’ als auch besonders ‘Cyrano’ – traumhaft im Theatergarten zu spielen. ‘Der Meister und Margarita’ war allerdings ebenfalls ein großes Vergnügen!“

Der in Ingolstadt aufgewachsene Schauspieler und Regisseur Konstantin Moreth lebt mit seiner Familie in Dießen. Neben Regiearbeiten und der Schauspielerei ist Moreth auch als Sprecher und Erzähler tätig, er synchronisiert und tritt als Musiker in Erscheinung. In Landsberg hat er bereits mit dem labü-Ensemble sowie mit seiner eigenen Moreth Company produziert. Demnächst wird der 46-Jährige im Rahmen des Landsberger Sommertheaters gemeinsam mit Florian Werner und Matthias Bartels in dem Ioan C. Toma Stück „Sokrates und die Hebammenkunst“ auf der Bühne (bei gutem Wetter im Theatergarten) für antik-grotesk-kabarettistisches Theatervergnügen sorgen. Premiere: Donnerstag, 26. Juli.

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