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Fuchstal

27.11.2020

Gemeinderat Fuchstal: Ex-Bürgermeisterkandidat tritt zurück

Bei der Bürgermeisterwahl im März trat Roland Prüll von der Neuen Liste Fuchstal gegen Amtsinhaber Erwin Karg an. Jetzt gibt er seinen Sitz im Gemeinderat auf.
Foto: Ulrike Ramsauer

Plus Bei der Bürgermeisterwahl in Fuchstal ist Roland Prüll gegen Amtsinhaber Erwin Karg angetreten. Jetzt gibt er seinen Sitz im Gemeinderat überraschend auf.

In der Sitzung des Fuchstaler Gemeinderats am Donnerstagabend hat Bürgermeister Erwin Karg darüber informiert, dass Ratsmitglied Roland Prüll ihm gegenüber seinen Rücktritt erklärt habe. Der erst seit vier Jahren in Leeder lebende Prüll war bei den Bürgermeisterwahlen als Vertreter der Neuen Liste Fuchstal gegen den Amtsinhaber Erwin Karg angetreten und hatte 36,9 Prozent der Stimmen erreicht. Zugleich erzielte er als Spitzenkandidat seiner Liste mit 1265 Stimmen mit Abstand das beste Ergebnis aller 16 Gemeinderäte. Im LT nennt er die Gründe für seinen Rücktritt.

Der 49-jährige Prüll ist Inhaber einer Sicherheitsfirma und hatte von der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats an immer wieder gefehlt, von den bislang 15 Sitzungen war er in acht anwesend. Auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts begründete er dies mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf seine Firma. „Bis dahin war es für mich kein Problem, Aufträge zu erhalten. Teils habe ich die an Bekannte in der Sicherheitsbranche abgegeben und eine Provision erhalten, doch mit einem Schlag war alles wie abgeschnitten.“

Corona-Krise bringt den Selbstständigen in schwierige Lage

Er habe sehr viel Zeit investieren müssen, um das Geschäft am Laufen zu halten, sagt der ehemalige Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes. Er sei unter anderem im Personenschutz aktiv und begleite Werttransporte, sagte er. Inzwischen habe sich die Situation zwar etwas gebessert, er müsse nun aber „dranbleiben, um die Kunden nicht wieder zu verlieren.“

Deswegen habe er sich entschieden, sein Mandat im Gemeinderat niederzulegen. Und es sei auch „unfair“ gegenüber den Bürgern, die ihn gewählt haben, wenn er das Mandat behalte, obwohl er nicht die Zeit habe, sich vernünftig auf Sitzungen vorzubereiten, ergänzt er. Der Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, so Roland Prüll: „Ich hätte mich gerne durchgekämpft, weil ich der Meinung bin, dass sich vieles in Fuchstal ändern müsste.“ Großes Streitthema im Wahlkampf waren die Windräder im Gemeindewald. Prüll hatte sich gegen weitere Anlagen ausgesprochen.

Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters in der ersten Sitzung des Gemeinderats war er unter Berufung auf sein gutes Stimmenergebnis bei der vorausgegangenen Kommunalwahl gegen Stephan Völk angetreten. Er hatte in der geheimen Abstimmung fünf Stimmen erzielt. Dies entspricht den fünf Sitzen, die von der Neuen Liste erreicht worden waren.

Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg.
Foto: Dürr

Bürgermeister Erwin Karg kommentierte den Rücktritt mit den Worten, dass die Neue Liste Fuchstal wohl das „beste Pferd im Stall“ verloren habe, da Prüll ja am meisten Stimmen erhalten hätte. Zur weiteren Vorgehensweise erklärte er, dass man in der nächsten Sitzung formal über das Ausscheiden von Prüll entscheiden werde. Danach werde man den Listennachfolger anschreiben, dies ist der Landwirt Marius Kneißl aus Leeder. Dessen Bruder Christoph gehört bereits dem Gremium an, aber als Vertreter der Freien Wählergemeinschaft Leeder. Bei einer Zusage werde man Marius Kneißl dann als neues Gemeinderatsmitglied vereidigen, kündigte Karg an.

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