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Landsberg

02.07.2019

Landsberg: Partyvolk hinterlässt Müll bei der Wasserwachthütte

Das ist der Müll von einer Nacht: Johann Brodschelm  von der Wasserwacht Landsberg zeigt, was in der Nacht auf Samstag am Badeplatz an der Lech-Staustufe 15 neben der Wasserwacht-Hütte zurückblieb.
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Das ist der Müll von einer Nacht: Johann Brodschelm  von der Wasserwacht Landsberg zeigt, was in der Nacht auf Samstag am Badeplatz an der Lech-Staustufe 15 neben der Wasserwacht-Hütte zurückblieb.
Foto: Thorsten Jordan

Seit Jahren ist es ein Thema, dass der Badeplatz an der Lech-Staustufe 15 in Landsberg vermüllt wird. Was Polizei und Sicherheitswacht tun können und was sich Johann Brodschelm, Mitglied der Wasserwacht, wünscht.

„Müll und Dreck am Badeplatz“ – darüber hatte sich Johann Brodschelm von der Wasserwacht Landsberg laut einem LT-Artikel schon vor sieben Jahren beschwert. Das Thema ist nach wie vor aktuell: Immer wieder wird der Badeplatz an der Lech-Staustufe 15 südlich von Landsberg zur Partylocation mit entsprechenden Hinterlassenschaften, die nicht weggeräumt werden. Am Wochenende ging es sogar so weit, dass die dortige Wasserwachthütte aufgebrochen und rund 800 Euro Schaden verursacht wurde.

Bei dem heißen Wetter ist das Problem besonders groß

Der heiße Juni und der Julianfang sorgen dafür, dass das Problem derzeit wieder sehr akut ist. „Die meisten Besucher schätzen den Platz als Ort der Erholung und Ruhe“, sagt Brodschelm. Doch andere kämen zum Feiern, teilweise auch von außerhalb, informiert er über die Sozialen Medien.

Entsprechend sind die Auswüchse. Bierflaschen, Verpackungsmüll und Essensreste blieben liegen: Besonders ärgerlich sind laut Brodschelm achtlos weggeworfene Kronkorken und zu Bruch gegangene Flaschen. Er erinnert an die „erhebliche Verletzungsgefahr“, die dadurch entsteht. Das Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet. Obwohl Schilder darauf hinweisen, dass unter anderem Feuer machen verboten ist, würden dort Lagerfeuer angezündet, erzählt Brodschelm.

Jetzt wurde sogar in die Wasserwachthütte eingebrochen

Am Wochenende brachen Unbekannte in der Wasserwachthütte ein und verstreuten Gegenstände wie Heizlüfter und ein Stromaggregat und klauten ein Sparschwein mit 20 Euro. Die Dinge wurden in einem Umkreis von 40 Metern ins Gebüsch geschmissen. „Es fehlten keine wesentlichen Gegenstände, das war Vandalismus pur.“ Die Polizei ermittle.

Auch das Müllaufkommen in dieser Nacht sei groß gewesen. Die Wasserwacht habe vier Müllsäcke voll aufgesammelt. Im warmen Juni haben die Landsberger Wasserretter nach Brodschelms Aufzeichnungen 20 Stunden Arbeitszeit darauf verwendet, Müll und Feuerstellen zu beseitigen. Auch mancher Badegast helfe mit und nehme Müll nach Hause, sagt Brodschelm.

Die Wasserwacht ist für den Badeplatz nicht zuständig

Brodschelm hatte sich wegen dieser Thematik unter anderem vor sieben Jahren an die Stadt gewandt. Denn eigentlich ist die Wasserwacht für den Platz nicht zuständig: Man habe einen schmalen Streifen südlich und nördlich der Hütte von Uniper, (ehemals EON Wasserkraft) gepachtet, erzählt Brodschelm. Es handle sich auch nicht um eine Wasserwachtstation, sondern um eine Vereinshütte, an der Übungen absolviert würden. Die Liegewiese und Einstiegsstelle gehörten nicht zu dem Areal.

Thema war der Müll heuer im Februar auch bei der Versammlung der Wasserwacht Landsberg. Vorsitzender Stefan Erhard berichtete, dass trotz der starken Trockenheit im Sommer 2018 immer wieder Feuer gemacht worden sei. Rund 75 Stunden räumten die Wasserwachtler 2018 dort auf.

Was ließe sich gegen diesen Zustand tun? „Ich bin ratlos, ich weiß nicht, was die richtige Methode ist, um das abzustellen“, sagt Johann Brodschelm. Er wünscht sich, dass sich alle Betroffenen – Uniper, Wasserwacht, Polizei, Landratsamt und Stadt – an einen runden Tisch setzen und beraten.

Die Sicherheitswacht kontrolliert dort

Polizeihauptkommissar Stefan Mang von der Dienststelle in Landsberg kennt nur ein wirksames Mittel gegen Vandalismus: Präsenz zeigen. Die Sicherheitswacht, die im Dezember eingerichtet wurde, schaue immer wieder auch an der Badestelle vorbei, ebenso wie bei manchen Spielplätzen, von denen bekannt ist, dass dort gefeiert werde. „Sie haben aber am Badeplatz noch nie jemand auf frischer Tat ertappt“, erzählt Mang. Sicherlich könnten die Mitarbeiter der Sicherheitswacht nicht jeden Abend dort kontrollieren, dies sei bei einem Monatsbudget von 25 Stunden für jeden der sechs Mitarbeiter nicht möglich.

Auch die Polizei ist unterwegs

Auch Polizeistreifen schauten dort immer wieder mal vorbei. Ob schon jemand dort inflagranti, beispielsweise beim Lagerfeuer machen, erwischt worden ist, kann Mang nicht sagen. Wichtig sei, dass auch Bürger mitteilten, wenn dort solche Dinge vor sich gingen.

LT-Redakteurin Stephanie Millonig sieht vermehrte Kontrollen als Möglichkeit gegen Vandalismus vorzugehen: Vandalismus am Badeplatz: Dagegen hilft nur Kontrolle

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