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Landsberg

28.04.2017

Lutz-Insolvenz: Zuversicht nach dem ersten Schock

Lutz Fleischwaren hat beim Amtsgericht Augsburg Insolvenz angemeldet. Ist eine Rettung des Landsberger Unternehmens möglich?
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Insolvenzverwalter von Lutz Fleischwaren glaubt an eine Rettung. Die ersten Investoren haben für das insolvente Landsberger Unternehmen angefragt.

Die Nachricht hat Kunden und Mitarbeiter überrascht: Lutz Fleischwaren ist pleite. Doch nach ersten Gesprächen mit Insolvenzverwalter Dr. Robert Hänel herrscht wieder Zuversicht bei Verantwortlichen und Belegschaft in Landsberg. Der Rechtsanwalt aus Peißenberg sagte unserer Redaktion, dass eine Sanierung möglich sei. Erste potenzielle Investoren für das Unternehmen hätten sich bereits gemeldet.

Die Rahmenbedingungen sind gut

Robert Hänel war am Donnerstag schwer zu erreichen. Nachdem er die über 80 Mitarbeiter in Landsberg informiert hatte, ging es weiter nach Germaringen (Otto Nocker) im Landkreis Ostallgäu und zu anderen Standorten. Am heutigen Freitag spricht er unter anderem mit Mitarbeitern in einer Produktionsstätte nahe Osnabrück. Die Botschaft sei klar: Die Rahmenbedingungen sind gut, eine Sanierung möglich. „In erster Linie gilt es nun, Mitarbeitern und Geschäftspartnern die Sicherheit zu geben, dass der Betrieb weitergeführt wird“, sagt Hänel. Daher sei es wichtig, viele Gespräche zu führen. Mittlerweile sei die Produktion wieder angelaufen, nachdem es eine Unterbrechung gegeben habe.

Erste Gespräche mit der Geschäftsführung um Werner Wolf gab es bereits am Mittwoch. Wenige Stunden zuvor hatten sieben Gesellschaften der Lutz-Fleischwaren-Unternehmensgruppe beim Amtsgericht in Augsburg Insolvenzantrag gestellt. Für den vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter stand schnell fest, dass das Unternehmen überlebensfähig ist und gerettet werden kann. Vorerst gehe es darum, den Betrieb weiterzuführen und Gehälter regulär auszuzahlen.

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Kritik gibt es von der Gewerkschaft

Über die Gründe für die Pleite des Fleischwarenherstellers informierten Hänel und seine Kollegen am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Demnach habe sich die Unternehmensgruppe seit Mai 2014 in einer Restrukturierung befunden, nachdem die niederländische Unternehmensgruppe Vion sieben Produktionsstätten, 29 Verkaufsstellen, neun Frischecenter und drei Fleischmärkte sowie unter anderem die Marken Lutz und Nocker wieder veräußert hatte. Sie wurden unter dem Dach Lutz Fleischwaren zusammengefasst, die einer Münchener Beteiligungsgesellschaft gehört. Mit dem seit Januar tätigen neuen Geschäftsführer Werner Wolf sei ein Sanierungskonzept erarbeitet worden. Ein nicht vorhergesehener Anstieg der Preise für Schweinefleisch habe zu einem Liquiditätsengpass geführt.

Die Vertreter der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten lassen diese Begründung nicht gelten. Claudia Weixler, die die rund 100 Mitarbeiter von Otto Nocker in Germaringen vertritt, nennt grobe Fehler im Management als eine der Ursachen für die finanzielle Schieflage. Die Beschäftigten in Landsberg und Germaringen würden nun hoffen, dass sich das Unternehmen im Zuge des Insolvenzverfahrens neu aufstellt, damit ihre Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können.

Mehr dazu:

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